Kritik: Amer

Es gibt Filme die versuchen eine Handlung zu erzählen, manche versuchen eine Handlung zu erzählen und dabei auch auf das optische zu setzen und dann gibt es da noch Filme die vielleicht eine Handlung haben aber einfach auf die Kraft der Bilder setzen, welche sie zeigen. Dazu gehört auch Amer.

 

Hélène Cattet und Bruno Forzani das Regieduo liefert hier ihre art von Hommage an den Giallo ab, man merkt immer wieder das hier Kameraeinstellungen als Referenz an Dario Argento und Mario Bava genommen wurden. Doch dazu gibt es auch den Soundtrack welcher aus alten 70er Jahre Exploitation Filmen stammt.

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Doch ist Amer ist kein typischer NeoGiallo, vielleicht auf dem Papier aber in bewegen Bildern ist das schon anders. Denn die Handlung wird nicht erzählt, doch es gibt dennoch Spannung und man bleibt dran wenn man mutig ist und sich auf das Experiment einlässt. Man wird von Anfang mit Bildern bombardiert und die Handlung vielleicht mal vorhanden war, ist weg. So wird alles in Bildern erzählt, dies sind so unglaublich stark und voller Nahaufnahmen und alle Einstellungen die man sich nur vorstellen kann werden hier benutzt. So wird man tief in den Film hinein gezogen und fragt sich was man als nächstes sieht und vielleicht passiert. Auch wenn die Handlung nicht vorhanden ist.

 

Der Film lebt auch von seiner Erotik, so bald die Hauptfigur im Teenager alter ist, setzt man hier noch etwas auf unterschwellige Erotik und das älter werden, wird mit verzerrten Bildern gezeigt und die Erwachsene lebt von der Erotik. Die Taxifahrt ist wohl hier das beste Beispiel wie die Erotik hier gezeigt und dargestellt wird, wie man jemanden in echt anschauen würde, nie direkt mehr mit heimlichen blicken auf den Körpern. So baut sich eine erotische Spannung auf die in einer Szene gipfelt die man wirklich sehen muss.

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Amer lebt von seiner Giallo Stimmung und das Regisseur Duo liefert eine Hommage an Argento und Bava ab, schafft dabei aber etwas nie dagewesenes, so spielt sich der Giallo auf einer Metaebene ab, die in dem Finale gipfelt, die wohl als einziges typisches für das Genre ist, dennoch mit einem Stil dargestellt, das es neu und frisch wirkt, dennoch erkennt man die Merkmale.

 

 

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Handlung:

Ana ist noch ein kleines Mädchen, als sie im verwunschenen Anwesen ihrer Eltern dem Leichnam ihres Großvaters begegnet. Zwischen Angst und Neugier ist sie dem schweigenden Haus ausgesetzt, in dem eine düstere Gestalt umherwandert. Als Teenager im Sommerurlaub erlebt sie erotisches Begehren und Begehrt-Werden, für das sie von ihrer Mutter hart bestraft wird. Als junge Frau schließlich kehrt sie in das Haus ihrer Eltern zurück. Hier verlassen die Dämonen ihrer Vergangenheit das Reich der Fantasie und werden zu einer realen Bedrohung.

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