Der Tod weint rote Tränen

Hélène Cattet und Bruno Forzani lieferten mit Amer (Kritik) noch ein surreales Meisterwerk ab, das versucht eine Hommage an einem Giallo zu sein aber auf die typischen Handlungselemente zu verzichten, sondern sich nur auf das Optische konzentriert. Mit Der Tod weint rote Tränen, versucht das Regieduo nun einen etwas zugänglicheren Film zu drehen, der auf weite Strecken, mehr Handlung und Dialoge hat als sein Vorgänger. Doch macht das ihm besser?

 

Man erlebt hier schon eine fast typische Giallo Handlung und auch der verlauf erinnerte wieder an Argento Werke, so sieht Der Tod weint Rote Tränen, immer wieder gut aus und versucht hier auch ein Handlungspuzzel zu erzählen, doch am Ende zählt hier auch wieder nur das rein Visuelle. Doch das man hier mehr Handlung hat, bleiben viele Fragen offen und so wirkt der Film unrunder, als es Amer tat. Denn wird man hier immer wieder im dunklen gelassen und man bekommt ein paar Informationen zu geworfen, so wird man nie befriedigt am Ende, denn eine richtige Auflösung gibt es einfach nicht.

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Enttäuscht die vorhandene Handlung, so überzeugt das Visuelle hier wieder. So gibt es wieder viele Szenen und Schnitte, die den Film faszinierend machen und man in seinen Bann gezogen wird. Hier spürt man das Giallofeeling noch viel mehr als bei Amer, viele Szenen, könnten auch aus den 70ern aus einem Dario Argento Film sein, dazu der Soundtrack. Doch dieses mal ist der Film nicht so unterschwellig erotisch, er haut es dieses mal direkt in unser Gesicht. Es gibt Nacktheit und Sex und wunden die wie Vaginas aussehen, dazu gibt es viele Löcher die Entstehen. So schaffen Hélène Cattet und Bruno Forzani  es Bilder zu kreieren die einem in Erinnerung bleiben.

 

Die Schauspieler, passen halt zu der Handlung und sind manchmal einfach Mittel zum zweck, für die Bilder und durch die verwirrende Handlung ist es manchmal schwer zu wissen, welche Figur es jetzt ist und wie es zu der Handlung passt, denn es wird immer alles Linear erzählt, alles beugt sich der Cinematographie. Was hier dieses mal der Schwachpunkt ist. War bei Amer die Handlung schon nach paar Minuten egal und wurde auch nicht wirklich weiter verfolgt, ist bei Der Tod weint rote Tränen, die Handlung wichtiger geworden, wird aber nie wirklich richtig erzählt.

 

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Der Tod weint rote Tränen ist vielleicht zugänglicher als sein Vorgänger Amer, doch es macht ihn nicht besser. Rein optisch ist der Film der Hammer, doch da man versucht eine typische Giallo Handlung zu erzählen, geht vieles einfach unter, für eine Aufnahme, für ein optisches Experiment. So ist der Film schwächer und man bleibt am Ende enttäuscht zurück, weil keine Fragen beantwortet werden, regt aber zum nochmal anschauen an, ob man dann ein paar der Rätsel selber lösen kann. Der Tod weint rote Tränen ist immer noch weiter über den Durchschnitt moderner Horrorfilme die auf der NeoGiallowelle schwimmen.

 

 

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Handlung:

Als Dan von einem Businesstrip in sein stylisches Brüsseler Jugendstilheim zurückkehrt, ist seine Frau Edwige plötzlich verschwunden – und das, obwohl ihre Wohnung von innen verriegelt ist. Die Suche nach ihr konfrontiert ihn mit einem Labyrinth an Gängen, kryptischen Hinweisen und sexuellen Obsessionen und entwickelt sich zu einem veritablen Albtraum, der zum Angriff auf sämtliche Sinne ansetzt.

 

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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