Kritik: Four Rooms

Vor 20 Jahren war das Kino noch etwas anders, mutiger, unabhängiger, als es heute manchmal ist. In den 90ern war noch alles möglich. Auch so etwas wie Four Rooms, ein Episodenfilm, mit vier verschiedenen Regisseuren. Darunter auch Quentin Tarantino, der ein Jahr vorher mit Pulp Fiction riesigen Erfolg hatte. Doch auch Robert Rodriguez ist mit dabei. Die anderen beiden Regisseure Allison Anders und Alexandre Rockwell, sind nicht so wirklich bekannt. Doch das schmälert die Unterhaltung nicht wirklich.

Anthologies haben immer eins Gemeinsam, auch im Jahr 1995 eine Figur oer etwas was alle Episoden verbindet, bei Four Rooms ist es Tim Roth als der Page und die letzten Stunden der Jahres an Silvester. Was einen hier erwartet ist ein wirklich abgefahrener Film, der uns hier serviert wird. Die 4 Episoden sind so unterschliedlich wie so nur sein könnnen, hier ist alles dabei von hexen bis anspielungen an Hichcock.

four rooms 2

Jeder der vier Regisseure liefert seine Idee sehr gut ab, doch vor allem die Episode von Tarantino sticht am meisten heraus, weil sie in vielen langen Takes gedreht wurde, dazu die Anspielungen an Hitchock und das klassische Hollywood. Hier merkt schon deutlich das der Film im Tarantino Universum spielt, nicht nur das er selbst eine Rolle hat oder Bruce Willis, auch Kleinigkeiten wie die Zigaretten, die Tim Roth raucht, es geht schon beim Produktionslogo los, was die Reservoir Dogs zeigt und aus Mr. Orange schlüpft der gezeichnete Page, welcher von Tim Roth gespielt wird. Roth spielte bei Reservoir Dogs Mr. Orange. Doch auch Robert Rodriguez zeigt deutlich sein Talent, mit den Kindern, die hier viel Chaos im Zimmer anrichten, dazu Antonio Banderas und Salma Hayek tanzt hier in einem Outfit in einer TV-Show im Fernseher, was an From Dusk till Dawn erinner, doch der Film entstand erst später, doch es könnte hier schon eine Anspielung an From Dusk till Dawn sein.

In der ersten Episode hat sogar Madonna einen Auftritt, man merkt also der Film geizt nicht mit Stars. Doch man muss auch sagen, vor allem die ersten zwei Episoden sind nicht so stark wie die letzten zwei. Zwar sind die auch abgedreht und unterhaltsam, doch das Chaos bricht erst ab Episode 3 so richtig aus. So ist dies natürlich eine erkennbare Steigerung, was auch den Spannungs- und Handlungsbogen besser abschließt. Doch etwas langsam ist es schon. Auch wenn die Idee mit den Hexen in dem ersten Zimmer toll ist, auch die Verbindungen von der zweiten Episode zu der Letzten mit einer Figur.

four rooms 3

Four Rooms funktioniert auch nach 20 Jahren immer noch perfekt. Selten sah man so einen abgefahren Episodenfilm, der nichts mit Horror zutun hat. Tim Roth als Page ist einfach so unterhaltsam und von Episode zu Episode steigert sich der Film, die im Finale von Tarantino gipfelt, der wieder einmal zeigt, was für ein riesiger Filmnerd er ist.

 

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Handlung:

Eine Sylvesternacht in L.A. Im alten, ehemals noblen Hotel Mon Signor tritt ein neuer Bellboy seine erste Nachtschicht an. „Laß‘ Dein Ding in Deiner Hose“, so lautet ein weiser Ratschlag seines Vorgängers im Dienst. Ob er ihn befolgen kann? Ehe es sich der arme Ted versieht, wird er in einem unglaublichen Labyrinth von Action und Aufregung gefangen: zuerst gerät er an einen Bund von Hexen, denen die richtigen Zutaten für ihre Rituale fehlen, dann an ein Ehepaar, das sich für Psychosex interessiert und Feuerwaffen gleich parat hat. Als nächstes an einen Gangstervater, der einen Trottel als Babysitter für seine ungezogenen Kinder sucht. Schließlich landet er bei der grausamsten Wette seines Lebens, zu der ein Beil, ein Hackbrett und ein Kübel benötigt werden.

 

four rooms poster

 

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