Frankreich Privat – Die sexuellen Obsessionen einer Schauspielerin

Wie bereit sich ein Schauspieler auf seine Rolle vor, vor allem wenn es ein Stück wie Psychose 4.48von Sarah Kane ist. Diese Frage Jacky Katu in seinem Film 4:48 oder in deutsch Frankreich Privat – Die sexuellen Obsessionen einer Schauspielerin. So führt der Deutsche Titel sein Publikum vielleicht etwas in die irre. Doch wieso genau, dem gehen wir jetzt mal auf den Kern.

 

Anaïs ist eine eigenwillig junge Frau, vielleicht geplagt von Depressionen. Denn im Film hat sie Stimmungsschwankungen und benimmt sich immer merkwürdiger. Vielleich ist dies aber auch nur ihre Art mit dem Stück umzugehen, welches sie probt mit dem Regisseur. So eindeutig ist es im Film nicht immer. Auch spielt der Regisseur mit uns, wir sehen immer nur bestimmte Szenen, die manchmal wie eine lange Montage wirken. So gibt es zwar die Grundhandlung, doch was genau passiert und wie es weiter geht ist nicht immer deutlich. Es wirkt viel mehr wie ein Nouvelle Vague Film. Denn Frankreich Privat – Die sexuellen Obsessionen einer Schauspielerin beinhaltet Szenen, die entweder mit versteckter Kamera gedreht wurden oder nur die Schauspielerin ist in ihrer Rolle, der Rest sind echte Menschen, die darauf reagieren. So verleiht das dem Film eine weitere Ebene.

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Da der Film sich auf verschieden Ebene bewegt, ist es für den Zuschauer manchmal etwas schwerer sich zurechtzufinden. Der Wechsel zwischen Anaïs Proben, ihrem Privatleben und dem Verfall ihre Obsession mit Sarah Kane ist fließend und manchmal sehr sprunghaft.  Für uns als Zuschauer ist dies immer etwas Komplex bzw. unverständlich, weil der Film ein nie etwas genau erklärt, was mit der Figur nun los ist. Wird sind viel mehr nur der Zuschauer und müssen immer selber Rätseln und versuchen sich alles Selbst zu erklären. Ist es vielleicht Absicht, orientiert man sich an dem Werk von Sarah Kane?

 

Doch kommen wir mal zu Erotik von Frankreich Privat – Die Sexuellen Obsessionen einer Schauspielerin, denn wie der deutsche Titel verrät, gibt es durchaus Sex in dem Film. So gibt es immer wieder Szenen von Anaïs, wie sie nackt ist, Sex mit ihrem Freund oder später mit Frauen hat.  Explizit ist das nicht, dennoch sind viele der Szenen erotisch. Freunde von rasierten Frauen werden hier kaum freude haben, scheinbar ist das Schamhaar in französischen Filmen noch nicht ausgestorben.

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Frankreich Privat – Die sexuellen Obsessionen einer Schauspielerin ist weitaus Komplexer, als man denken könnte. Einfache erotische Unterhaltung findet man nicht, viel mehr sieht man eine Schauspielerin die ihren Obsessionen verfällt und das alles für eine Rolle. So hat der Film mehr Anspruch und man Arthaus Filme mögen, sonst hat man es hier schwer.

 

 

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Charakterentwicklung - 7/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 7/10
    Anspruch - 7/10
7/10

 

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Handlung:

Anaïs, eine junge Schauspielerin, ist für die Hauptrolle in „Psychose 4.48“ der britischen Dramatikerin Sarah Kane bereit bis zum Äußersten zu gehen. Als sie schließlich die Rolle bekommt, verliert sich die hübsche Frau schnell in einem Rausch aus Sex und Gewalt und ihr Leben gerät zusehends aus den Bahnen.

Immer stärker identifiziert sich Anaïs mit der Autorin und deren exzessive Lebensweise. Häufige One-Stand-Nights, öffentliche Pöbeleien und Selbstverletzungen, die junge Schauspielerin wird immer mehr zum Abbild der Autorin. Doch die Opferung der eigenen Identität droht ein tödliches Ende zu nehmen.

 

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