Frankensteins Höllenbrut

Wieder wird eine Lücke gefüllt mit der Veröffentlichung eines Godzilla Films. Anolis bringt mit Nr. 12 ihrer Kaiju Classics endlich eine Veröffentlichung von Frankensteins Höllenbrut auf den Markt, die jeder Fan haben sollte. Sammler der Reihe kennen die Qualität der DVDs schon, doch dieses Mal hat man gleich 3 Audiokommentare dabei, zwei für die japanische Original Fassung und einen für die deutsche Fassung. So wird man als Fan von Gojira sehr gut informiert und erlebt einen Film, der eigentlich eine Wendung sein sollte.

 

War sein Vorgänger Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster ,Toho zu fortschrittlich und anders, sollte Frankensteins Höllenbrut wieder zurück zu den Filmen der 50er und 60er gehen. Dabei hatte man aber nicht mehr so viel Geld für den Film übrig, wie man es noch ein paar Jahre vorher hatte. So ist Frankensteins Höllenbrut zum Teil ein Flickwerk aus anderen Filmen, selbst der Soundtrack wurde nicht für den Film geschrieben.  Doch fangen wir mit der Handlung an.

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Der Mangaka Gengo möchte sein Werk an den Mann bringen, was nicht so einfach ist. Also sucht er sich eine Stelle in einem Vergnügungspark, welcher neu aufmachen will und mit den einheimischen Monstern als Attraktion aufwarten will. Doch irgendwas stimmt nicht, als ihm eine junge Frau entgegen kommt und ein Tonband verliert, und als sie ein Gebäude betreten will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Man merkt schnell, dass die Handlung an die klassischen SciFi Storys orientiert ist, wie bei Befehl aus dem Dunkel. Doch dieses Mal sind die Wesen etwas anders. Als Manga Fan kommt man im Finale vielleicht sogar auf die Idee, Parallelen zu Terraformars zu ziehen. Doch vorher taucht natürlich Godzilla auf, dieser lebt auf der Monsterinsel mit allen anderen Monstern friedlich zusammen und schickt nur mal ein anderes Monster los, um nach zusehen, was gerade passiert. Hier gibt es dann auch den Bezug zum Manga, Gojira unterhält sich mit Angira und wir sehen das jedenfalls in der japanischen Fassung, in der deutschen Fassung fehlt dies als Sprechblasen. Hier kommt der Mangaaspekt zur Geltung. Im ganzen Film, vor allem im Hintergrund, gibt es immer wieder Zeichnungen. Diese Sprechblasenunterhaltungen zeigen aber eins deutlich; Godzilla ist der Boss und befiehlt im strengen Ton Angira. Was natürlich total absurd wirkt und dennoch für ein paar ungewollte Lacher sorgen kann.

 

Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass man sehr oft aus alten Godzilla Filmen Szenen übernommen hat, zwar versucht man es zu vertuschen, doch die Lichtverhältnisse sind immer andere oder die Bildqualität unterscheidet sich. Doch dies macht auch den Charme des Films aus. Dazu kommt die deutsche Synchronisation. Genko wird von Thomas Dannenberg gesprochen und manches ist etwas freier übersetzt. Er nennt seine Freundin auch Karatemäuschen. Sie ist schon was Besonderes, eine starke Frau, die im Verlauf des Films die sogar Bösen verprügeln kann. Für  einen so alten Godzilla-Film ist das schon etwas Besonderes. Doch das ist nicht das Einzige, was neu im Film ist. Godzilla darf sogar bluten im Kampf gegen Gigan. Das war das erste Mal in einem Gojira Film. Dieselbe Szene gibt es dann als Wiederverwertung im Nachfolger King Kong –  Dämonen aus dem Weltall.

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Kommen wir mal zu dem, was uns als Kindern immer am Wichtigsten war, die Zerstörung. Auch hier darf sich ausgetobt werden und es gibt minutenlange Szenen von den Monstern, wie sie Tokyo zerstören, wobei alte Szenen ebenfalls verwendet werden. Das stört jedoch selten, macht dies doch Frankensteins Höllenbrut so unterhaltsam.  Ebenso die Kämpfe gegen die Monster sind genau so, wie man es erwartet. Es ist einfach immer wieder unterhaltsam. Dazu kommt, dass Godzilla der Gute ist und die Menschen beschützt, was wohl auch mehr auf ein Kinderpublikum abzielt, oder das Kind in uns allen.

 

Bei Frankensteins Höllenbrut gibt es auch ein paar interessant gefilmte Szenen; Weitwinkel, welche die „Fischaugenoptik“ verleihen. Sonst ist der Film halt sehr typisch für seine Zeit und für die kostengünstige Produktion. Man versucht, wie erwähnt, zwar konstant zu vertuschen, dass Szenen neu verwertet werden, doch es fällt immer wieder auf. Dennoch sind die Action und die Kämpfe gut in Szene gesetzt.

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Frankensteins Höllebrut ist vielleicht nicht der Beste der Godzilla Filme, doch dank der deutschen Synchronisation ist er sehr unterhaltsam. Auch wenn man sich fragt, warum gerade die Handlung entfernt wurde, vielleicht, um den Film etwas zu straffen. So sollte man die japanische Fassung der deutschen vorziehen. Doch dank der Veröffentlichung von Anolis kann man sich beide Versionen anschauen und bekommt 3 unterhaltsame und informative Audiokommentare geboten.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
  • 7/10
    Effekte - 7/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 8/10
    Bild - 8/10
  • 7/10
    Extras - 7/10
7/10
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Godzilla vs. Gigan (1972) on IMDb

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Handlung:

Der Cartoonist Gengo tritt eine Stelle im Vergnügungspark „Welt-Kinder-Land“ an. Dort lernt er die junge Machiko kennen, deren Bruder spurlos aus dem Spielzeugland verschwunden ist. Es stellt sich heraus, daß der Park in die Hände von Außerirdischen gefallen ist. Sie wollen die Menschheit vernichten, weil ihr eigener Planet an Umweltzerstörung zugrunde gegangen ist. Der Präsident des Parks, ein siebzehnjähriges mathematisches Genie, und seine Sekretärin Kubota sind in Wirklichkeit Aliens, die sich in Menschenkörper eingenistet haben. Sie schicken die Monsterechsen GIGAN und GIDORRA auf die Erde, die Tokio in Schutt und Asche legen. Die Waffen der Menschen sind wirkungslos gegen die Monster aus dem All. In höchster Not aktiviert man die menschenfreundlichen Monster GODZILLA und ANGNIRA…

 

Das Videothekenkind bedankt sich bei Anolis für die Bereitstellung der DVD.

 

Booklet 02FrankensteinsHoellenbrut_Metalpack_3D Layout 1

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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