Miss Lovely

Denkt man an Indien in der Filmwelt, denkt man an bunte, lange  Film. Die epische Liebesgeschichten erzählen oder übertrieben Action haben. Es gibt zwar immer mal wieder Filme, die etwas anders sind. Doch das Klischee von Bollywood hält sich geduldig. Doch das es dort viel mehr gibt, das erfährt man meist nur sehr selten. Ein Film der uns die düstere Seite zeigt, von illegalen Pornos und billigen Amateurstreifen ist Miss Lovely. Hier wird man als Zuschauer in eine Welt eingeführt, von der man vielleicht noch nie etwas gehört hat.

 

Bombai Anfang der 80er Jahre. Das die Stadt nicht nur schöne Seiten hat, sollte jedem klar sein. Doch Miss Lovely zeigt schon zum Anfang eine düstere Seite. Ein billiger Horrorfilm wird im Kino gezeigt, während Sonu eine Filmrolle an den Vorführer verkauft. Die wird eingelegt und es kommt ein Porno. Hier wird uns als Zuschauer deutlich was uns im Film erwartet. Ein Film, der in ruhigen Bildern die Geschichte zweier Brüder erzählt, die billige Streifen drehen und dabei auch Nacktheit und Sex einbauen. Was in Indien ein absolutes Tabu ist.

 

Miss Lovely (10)

Dadurch, dass Nacktheit im Film ein Tabu ist, hat es Miss Lovely natürlich auch schwer uns zu zeigen, was eigentlich gedreht wird. Doch man lässt dem Zuschauer sehr viel Platz für die eigene Fantasie. Zwar gibt es ein paar kurz Szenen, wo es Brüste zu sehen gibt, was auch gewagt ist. Man lässt es sonst aber immer offen. So geht es bei Miss Lovely viel mehr um die beiden Brüder und wie sie mit den Filmen erfolg haben. Alles ist natürlich höchst gradig Illegale in Indien und dennoch läuft alles ab. Man macht sogar Geschäfte mit Verbechern, welche die Filme finanzieren und für den Verkauf sorgen. Doch es gibt noch andere Probleme, denn Pinky taucht auf und verdreht Sonu den Kopf.

 

Durch das Auftauchen von Pinky ändern sich auch der Film etwas, denn wir erleben, wie Sonu träume hat. Doch sein Bruder andere Pläne hat. Was zu einem großen Konflikt führt, der im Finale explodiert. Bis dahin erlebt man als Zuschauer ein Film der manchmal zu ruhig und zu langsam ist. Denn manche Aufnahmen wirken zwar sehr ansprechend aussehen und verstiefen den Dokumentaieschen Look auf das ganze aber es zieht sich leider immer wieder etwas. Dabei ist Miss Lovely aber sehr interessant, vor allem in den Momenten, wo sie einen billigen Film drehen und uns eine Welt des indischen Film zeigen, der sehr unbekannt ist. Das sind die stärken des Films.

Miss Lovely (9)

Miss Lovely ist einer der Filme, die uns etwas zeigen, was sehr unbekannt ist. Dabei lernt man sogar etwas. Die düstere Welt des Undergroundfilms in Indien in den 80ern. Was als Dokumentation geplant war aber als Spielfilm endetet, wegen der Angst der Mafia die immer noch Verbindungen zu dem Undergroundfilm hat. Dabei ist Miss Lovely manchmal zu ruhig, doch es gibt auch Momente, die uns eine andere Seite von Bollywood zeigen, die düster, dreckig und nicht schön ist.

 

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Anspruch - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7/10
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Handlung:

In schäbigen Hotels und leerstehenden Lagerhallen, tief im Schatten der indischen Filmindustrie, produzieren die Brüder Sonu (Nawazuddin SIDDIQUI) und Vicky (Anil GEORGE) trashige C-Movies für Bombais boomenden Untergrundmarkt. Vicky ist der ehrgeizige und herrische Kopf des Betriebes. Er zieht den einfältigen Sonu immer tiefer in eine Welt aus alkoholkranken Diven, Schmiergeld und filmverrückten Gangstern. Dabei träumt Sonu davon, einen anständigen Liebesfilm zu drehen. Pinky (Niharika SINGH), eine junge Zufallsbekanntschaft mit undurchsichtiger Vergangenheit, soll die Hauptrolle spielen. Aber Vicky hat ganz andere Pläne.

 

Videothekenkind bedankt sich bei Rapid Eye Movies für die freundliche zur Verfügung Stellung der Blu-ray.

 

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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