Außer Atem

Jean-Luc Godard dreht 1960 seinen ersten Spielfilm, vielleicht noch mehr er drehte einen Film, der alle Regeln bricht und dabei etwas neues erschaffen hat. Denn Außer Atem ist mehr nur als nur ein Film über einen Verbrecher der sich verliebt, es ist ein Film und Hommage an das amerikanische Kino. Doch auch hier ist der Film mehr, etwas neues, anders. Als alles was es zu der Zeit gab.

 

Die Handlung ist ein grobes Gerüst für den Film,viel mehr wird alles in Szenen erzählt und nicht immer hängen sie zusammen. Sie zeigen viel mehr den Augenblick der Charaktere, auch wenn Außer Atem noch ganz normal beginnt, Michael klaut ein Auto und fährt nach Paris. Hier redet er mit dem Zuschauer und meckert über den Verkehr, doch dann erschießt er einen Polizisten und flieht. In Paris selbst trifft er auf Patricia wieder. Sie hatten etwas miteinander und er möchte noch mal mit ihr. Vielleicht ist er auch wirklich verliebt. So erleben wir die beiden nun im Alltag, beim Reden über das Leben und die Liebe.

 

Diese Dialoge sind es auch, was den Film so anders macht. Es wird über Alltägliches geredet und philosophiert. So treiben kaum Szenen die Handlung voran, doch das ist in diesem Fall egal. Es geht eh mehr um die beiden Figuren, die sich verlieben und die Frage was ist Liebe, wer meint es ehrlich, wer ist der Gute und wer der Böse. Denn Michael will Patricia und tut dafür alles. Doch er muss auch fliehen und will das mit ihr tun. Das gipfelt im Finale, wo er in die Kamera sagt “Ich find dich zum Kotzen”, hier kann er den Film meinen oder auch Patricia.

 © Rialto Pictures/StudioCanal
© Rialto Pictures/StudioCanal

 

Als der Film 1960 entstand, war einiges noch anders in der Filmwelt. Denn was im Außer Atem heute normal wirkt, war damals noch ein Wagnis und gab es so noch nie. Denn Jean-Luc Godard musste den Film etwas straffen aber man wollte auf keine Szene verzichten. So schnitt er immer wieder kurze Stücke aus dem Film. So entstand der Jumpcut, welcher sich durch den Film zieht und heut zutage fast jeder Youtuber nutzt. Doch in Außer Atem wurde es zum ersten mal gewollt genutzt.

 

Doch nicht nur das macht Außer Atem zu einem der besten Filme aller Zeiten. Sondern auch der Rest. Denn der Film ist eine Mischung aus langen One Takes, vor allem kommen die vor wenn Michael und Patricia sich unterhalten. Hier zeigt sich das Können von Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg, die hier alles Geben als Paar was sich liebt und unterhält. Dabei fühlt sich das real an, fast schon wie eine Dokumentation, was natürlich auch der Kamera liegt.

 

Gefilmt in Schwarz Weiß und in 4:3 zeigt der Film eine ganz besondere Schönheit, denn an original Schauplätzen in Paris gedreht, mit echten Passanten. Zeigt der Film auch hier das er sich realer anfühlt als andere. Da Jean-Luc Godard kein Geld für eine Dollykamera hatte, setzt man den Kameramann in einen Rollstuhl, um so Bewegung in das Bild zu bekommen.

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© Rialto Pictures/StudioCanal

Außer Atem ist ein Meisterwerk. Ein Film um des Films willen. Dabei nutzt Jean-Luc Godard Techniken zum ersten Mal wie den Jumpcut, die heut zutage immer noch genutzt werden. Doch der ganze Film und wie er gefilmt ist und das Schauspiel machen ihn zu etwas Besonderen. Ein Film der auch nach dem zehnten Mal nicht langweilig wird, weil man immer noch etwas neues entdeckt.

 

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 10/10
    Regie - 10/10
  • 10/10
    Schnitt - 10/10
9.3/10
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Handlung:

Michel, Abenteurer und Autodieb aus Leidenschaft, ist mit einem gestohlenem Luxuswagen auf dem Weg nach Paris, als er eher zufällig in eine Polizeikontrolle gerät und bei der anschließenden Verfolgungsjagt einen Polizisten erschießt.
In Paris trifft er Patricia, eine amerikanische Studentin und Michels große Liebe, die ihm hilft unterzutauchen. Nach der gemeinsam verbrachten Nacht verrät sie ihn jedoch an die Polizei.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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