Final Cut – Die letzte Vorstellung

Kinos sind ein magischer Ort, wo alle Wünsche wahr werden können. Der Zauber der Leinwand ist zwar durch digitale Technik verstorben. Doch im Horrorfilm wird das Lichtspielhaus selten genutzt. Legendär ist natürlich Dämonen 2 (eigentlich teil 1 im Original Dèmoni) oder Im Augenblick der Angst. Zu selten nutzt man den Ort, bietet er doch reichlich Möglichkeiten. Da kommt ein Film wie Final Cut – Die letzte Vorstellung ganz recht. Denn nutzt man nicht nur das Kino, sondern redet auch über Filme und erzeug dabei einen Streifen, der anders ist und mit bekannten Mustern spielt und sie nutzt.

 

Die Handlung baut sich langsam um Stuart auf, der ein Überbleibsel aus vergangen Tagen des Kinos ist, war er einst Vorführer, so wartet er nun nur darauf, dass er in Rente gehen kann und verkauft Menschen Popcorn. Doch heimlich plant er einen Film zu drehen. Die Hauptrollen sollen Martin und Allie übernehmen, die zu einem Date in die Spätvorstellung gehen, um sich The Hills have Eyes 2 anzuschauen. Doch schon bald beginnt Stuart mit seinem sadistischen Spiel.

 

Das interessant an Final Cut ist, dass hier Martin total unsympathisch wirkt, das geht dabei los, dass er Allie unbedingt flachlegen will und sich nicht für Filme interessiert, wobei sie großer Filmfan ist. So ist Stuart, der eigentlich der Böse ist und alles leitet, doch der nettere von den beiden. Das ändert sich auch kaum im Verlauf des Spiels. So ist man als Zuschauer immer mehr daran interessiert, wie Stuart das alles geplant hat. Denn sein Drehbuch scheint jede Wendung und twist genau eingeplant zu haben.

final cut 2

Das Kino in Final Cut ist auch der Ort, wo der Film immer wieder etwas Meta wird. Wenn die Figuren eine Szene erklären oder sich über den Film unterhalten, und wie Multiplexe und die junge Generation den Film für immer verändert haben. Stuart wird so zum Symbol der alten Generation, welcher der jungen, hier vertreten durch Martin zeigt, was ein gutes Drehbuch alles machen kann, ohne viele Effekte. Der Film baut so auch die Spannung auf und man fragt sich immer wieder, was Stuart noch aus dem Ärmel zaubern wird. So wirkt es am Ende vielleicht etwas wie bei SAW, wo immer noch ein Twist mehr kommt. Dennoch funktioniert es perfekt.

 

Robert Englund spielt Stuart wirklich überzeugend, dem älteren Mann, die wie der freundliche Opa daher kommt aber eigentlich ein irrer Sadist ist, der für seinen Film mit den Menschen spielt. Das wird bei Final Cut auch immer wieder sehr deutlich. Doch auch Finn Jones als Martin überzeugt.  Gibt er doch alles, um dem Plan zu entkommen, merkt aber manchmal nicht, wie er es schaffen könnte.

 

Auch bei der Kamera und schnitt, nutzt man die Idee des Films. So gibt es ein paar interessante Kamerafahrten. Doch auch wie Stuart die Überwachungskameras steuert und so seinen Film entwirft. Er ist der Regisseur und leitet alles. Das zeigt der Film auch immer wieder durch seine Bilder.

final cut 3

Final Cut – Die letzte Vorstellung ist ein interessanter Horrorthriller, der durch seinen Schauplatz das Kino, eine ganz besondere Atmosphäre hat. Dazu kommt, dass der Film uns als Zuschauer eher auf die Seite des Bösen stellt, anstatt auf die des Guten. So kann man Stuart dabei zu schauen, wie er seinen Plan durchzieht und fragt sich ob Martin Allie retten kann.

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Schnitt - 7/10
7.4/10
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Handlung:

 

Martin und Allie wollen einen gemütlichen Abend bei Popcorn und Nachos im Kino verbringen. Doch der Kinosaal wird zu einer Falle und die beiden werden zu den unfreiwilligen Protagonisten ihres ganz persönlichen Horrorfilms. Ihr Peiniger ist Stuart, der alte Filmvorführer des Kinos, dessen Job durch die technische Entwicklung überflüssig geworden ist. Nun nutzt er das System von Überwachungskameras, um eine Vorstellung ganz nach seinen eigenen Wünschen zu inszenieren. Wer das Ende überleben wird, ist allerdings noch ungewiss…

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