The Witch

Der Horror kann in vielen Formen kommen und manchmal ist das, was man nicht sieht, das  Beste, denn das regt unsere Fantasie an und unser Gehirn spielt uns Streiche. Viele moderne Horrorfilme setzen aber auf sehr viel grafische Details und man will uns alles zeigen und erklären. Doch manchmal reichen schon kleine Dinge, die wir nicht wissen und der Film wird besser. So ein Fall ist The Witch, denn hier weiß man als Zuschauer nicht, was nun stimmt und was nicht. Ist die Hexe überhaupt Real in dem Film?

 

Die Handlung von The Witch spielt in Neuengland ungefähr 60 Jahre, bevor in Salem die berühmten Hexenprozesse stattfanden. Im Mittelpunkt steht eine Familie, die aus England in die neue Welt kam, um ihren Glauben zu leben. Doch Probleme mit der Kirche des Ortes führte dazu das sie vertrieben werden und nun alleine im Wald leben. Doch schon bald kommt eine neue Bedrohung, das Baby verschwindet und immer mehr merkwürdige Dinge passieren. Ist es eine Hexe, die im Wald lebt? Oder ist es die Tochter, die langsam zur Frau wird und vielleicht einen Pakt mit dem Teufel eingegangen hat, oder ist die Familie nur wahnsinnig geworden?

 

Auf verschiedenen Ebenen spielt die Handlung von The Witch, denn im Kern geht es um die Familie die Probleme hat, wegen ihres Glaubens und wo sie jetzt leben. Das interessant dabei ist, das wir meist alles aus der Sicht der ältesten Tochter sehen und sie ist es auch welche wir als Erstes im Bild sehen als Großaufnahme. Danach dreht sich fast der ganze Film um sie und die Familie. Dann kommt die Hexe dazu, die im Film eigentlich nur eine kleine Nebenrolle spielt, sie ist es aber welche für den Horror sorgt. Dann die dritte ebene, wo wir als Zuschauer nicht genau wissen, was ist nun Real, was ist Wirklichkeit und was nicht. Wer ist der wirklich Böse. Damit spielt der Film die ganze Zeit bis zum Finale und der Wendung, welche sehr überraschend daher kommt und bitter Böse wirkt.

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Regisseur Robert Eggers setzt bei The Witch auf Authentizität. So ist der Film mit natürlichen Licht gefilmt. Was tolle Bilder erzeugt und es ist gut für die Atmosphäre des Films. Denn The Witch hast diese unheimliche  Atmosphäre, wo man nie genau weiß was als Nächstes passiert. Dazu arbeitet er auch mit bestimmten Einstellungen und wie schon erwähnt sieht man die Tochter, welche von Anya Taylor-Joy sehr überzeugend gespielt wird, als erstes in einer Großaufnahme. Dort betet sie, was der Film aber immer wieder infrage stellt, wie gläubig sie wirklich ist. Wie die ganze Familie. Dazu gibt es viele symbolhafte Szene, sei es mit dem schwarzen Bock, der auch noch Peter heißt oder einen Hasen.

 

Was The Witch auch noch aussehen lässt als stammt er aus einer anderen Zeit, ist das Bildformat, denn er ist in 1:66 und nicht wie es heutzutage üblich ist in 1:85. So entsteht ein besonderer Effekt bei dem Film. Denn durch das Fehlen links und rechts von Bildinformationen, entsteht das Gefühl der Beklemmtheit und man denkt immer irgendwas fehlt. Das versucht natürlich noch etwas mehr Spannung und Atmosphäre.

 

Die schauspielerische Leistung bei dem Film ist wirklich gut. Vor allem Anya Taylor-Joy überzeugt am meisten. Denn um sie dreht sich der Film und ihre Figur ist der Dreh und Angelpunkt. Von dem Hass der Mutter auf sie bis hin zur Andeutung inzestuösen Verhaltens ihres Bruders, der immer wieder in ihren Ausschnitt schaut und nicht weiß was er mit diesen Gefühlen anfangen soll. Ist es doch gegen den Glauben und gegen die moralischen Werte. Dazu kommen die Andeutungen, das jemand in der Familie, vielleicht schon einen packt mit dem Teufel geschlossen hat. All das spielen die Darsteller überzeugend.

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The Witch ist ein atmosphärisch dichter Horrorfilm, der mit den Erwartungen des Publikums spielt. Dabei sieht der Film auch noch wunderschön aus und erzählt ein sehr düsteres Märchen mit einem bitterbösen Ende. So ist The Witch vielleicht einer der besten Filme des Jahres und ein Highlight im modernen Horrorfilm.

 

The Witch
  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 9/10
    Atmosphäre - 9/10
8.6/10
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Handlung:

Neuengland, 1630. Farmer William findet, gemeinsam mit Frau Katherine und den fünf Kindern, ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes.
Bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt …

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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