Vampire Girl vs. Frankenstein Girl

Vor ein paar Jahren gab es eine neue Welle an japanischen Filmen, die alle etwas gemeinsam hatten, Regisseure und Produzenten und übertriebene Splattereffekte. Die Blutfontäne war zurück im japanischen Kino, wie man es aus den Filmen der 60er und 70er Jahre kannte. Einer dieser Filme ist die Live Action Umsetzung des Mangas Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken von Shungiku Uchida. Übersetzt man den Titel,so heißt der Streifen Vampir Mädchen (Kyûketsu Shôjo) gegen (tai) Mädchen Franken (Shôjo Furanken) oder wie der Film dann auch international heißt Vampire Girl vs. Frankenstein Girl.

Die Handlung des Films spielt an der Tokyo High School, doch beginnt mit etwas, was eigentlich erst Später in der Story vorkommt und so wird der Film als Rückblende erzählt, wieso wir an diesem Punkt sind. Das ist fast schon typisch für diese Art von japanischen Filmen aus der Zeit, Machine Girl nutzt diese Erzählweise auch. So lernen wir den männlichen Hauptcharakter Jyugon kennen, der bekommt an Valentines Tag Schokolade von Monami. In Japan ist das eine Tradition und ein Liebesbeweis des Mädchens an den Jungen, ein Monat später am 14. März den sogenannten White Day, schenkt der Junge dem Mädchen Schokolade als Antwort. Doch bei Vampire Girl vs. Frankenstein Girl ist es der Beginn der Story. Denn hier gibt es den ersten Twist, Monami ist ein Vampir und will Jyugon als neuen Partner haben. Hier gibt es in der Handlung am Ende sogar parallelen zu einem anderen modernen Vampirfilm und nein die Rede ist nicht von Twilight, sondern von Let me In (So Finster die Nacht), es gibt eine ähnliche böse Wendung.

Bis das Frankenstein Mädchen auftaucht, vergehen gut 56 Minuten. Dabei gibt es aber vorher schon eine menge zu Entdecken im Film. So ist das Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren das Finale des Films. Was nicht weiter stört, denn man bekommt den Wahnsinn eines Mangas aus den 90ern zu sehen, anders kann man es nicht einordnen. Denn man findet nur wenige Informationen zur gezeichneten Vorlage für den Film. Doch ein paar Hinweise gibt es, wie die Mädchen des Ganguro, welche in den 90ern sehr beliebt waren in Japan. Das sind Mädchen mit falscher Bräunung, man könnte auch Black Face sagen und dazu blonde Haare und übertrieben viel Augen Make-up. Sie werden auch sehr überspitzt dargestellt in Vampire Girl vs. Frankenstein Girl. Dazu verzichtet man auf Handys, was eigentlich 2009 schon undenkbar war. Der Lolita Look des Frankenstein Mädchens Keiko und ihre Freundinnen, gibt es heute auch immer noch.

vampir girl 2

Wie ihr merkt, gibt es viel in der Handlung des Films zu entdecken, auch wenn sie sonst doch recht einfach gehalten ist. So packt man doch viele Popkulturelle anspielungen in Vampire Girl vs. Frankenstein Girl. So hat Takashi Shimizu eine kleine Rolle als chinesisch Lehrer. Shimizu ist der Regisseur von The Grudge und er spielt auch auf den Film an. Auch der Nachname von Monami ist eine Anspielung an den bekanntesten Vampire. Sie heißt mit Nachnamen Arukado, was japanisch für Alucard ist, welches erst mal die Hauptfigur von Hellsing ist, ein sehr bekanntesten Manga/Anime über Vampire oder einfach rückwärst für Dracula, den wohl bekanntesten Blutsauger der Geschichte.

Die Effekte im Film sind zum größtenteils gelungen, man merkt aber immer wieder das es eher ein kleine Produktion ist. So sind die Splattereffekte im Film zwar vorhanden, doch meist sieht man nur das Blutspritzen und das sehr übertrieben. Das führt sogar zu sehr surrealen Szenen, wenn Monami zum Beispiel jemanden beißt und es anfängt durch die Bisswunde seinen roten Lebenssaft meterhoch zu spritzen und sie im Blutregen tanzt, dann sieht man deutlich, dass das auch aus dem Off ins Bild rein regnet, was eigentlich nicht möglich ist. Es passt aber in die Szene. Doch sonst sieht man viele andere Effekte, denn die Vampire können das Blut kontrollieren. Das führt zu ein paar sehr interessanten Aufnahmen und Effekten. Erinnert auch etwas an den Später entstanden Anime Beyond the Boundary.

Die Schauspieler machen ihren Job gut, obwohl manches sehr übertrieben ist und Eri Otoguro als Keiko manchmal nicht so glaubhaft ihre Eifersucht darstellen kann. Dennoch spielt sie überzeugend die Gegenspielerin. Yuki Kawamura macht ihre Aufgabe als Monami auch sehr gut, gibt sie das etwas unterkühlte schüchterne Vampir Mädchen. Auch der restliche Cast ist gut gewählt und schafft es immer wieder den Wahnsinn der Figuren und der Handlung wieder zugeben. Bei der Regie gibt es auch nichts zu meckern, es gibt wie gesagt ein paar interessante Einstellungen und Szenen.

vampir girl 3

Vampire Girl vs. Frankenstein Girl ist ein sehr unterhaltsamer Film, den man nicht nur auf seine Splattereffekte reduzieren sollte.Denn hier gibt es viel mehr zu entdecken, von Filmanspielungen bis hin zur Parodie von japanischer Popkultur ist alles vorhanden und manchen das zu einem gelungenen Erlebnis.

Vampire Girl vs. Frankenstein Girl
  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
  • 7/10
    Effekte - 7/10
7.2/10
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