Die blinde schwertschwingende Frau

Das Chanbara Genre gehört sicherlich zu den ältesten des japanischen Kinos. Vielleicht kennt ihr es auch als Samurai Film. Doch Filme wie Die blinde schwertschwingende Frau haben nicht viel mit Samurais zu tun.

Vor Jahrzehnten als es noch keine VHS gab und Leute ins Kino gegangen sind um Film zu sehen. Gab es immer wieder Filme die später nie auf VHS veröffentlicht wurden. Es gab auch Filme die liefen nur in der DDR. Zu diesen Filmen gehört Die blinde schwertschwingende Frau. Ein Chanbara Film aus dem Jahr 1969. Der 1975 in die Lichtspielhäuser der deutschen Demokratischen Republik kam und danach von der Bildfläche verschwand. Bis ihn das deutsche Label Filmjuwelen ihn eine Auswertung auf Blu-ray und DVD spendierte. Inklusive DDR Synchronisation und natürlich ungeschnitten.

Die Handlung dreht sich um Oichi eine blinde junge Frau. Die durch Japan wandert und ausgebildet wurde in der Schwertkunst um sich an den Mörder ihres Großvaters zu rächen. Denn als sie sieben Jahre alt war, setzte sie ihre Mutter aus und durch einen Blitzeinschlag in einem Baum nah Oichi erblindete sie. Auf ihre reise trifft sie auf einen Bettler, den rettet sie. Doch das ruft Denzô und seine Männer auf den Plan. Die Story von Die blinde schwertschwingende Frau ist sehr typisch für die Zeit wo der Film entstand. Denn wie ein herrloser Samurai zieht sie durchs Land und erlebt Abenteuer.

Wenn man sich etwas im japanischen Film auskennt, wird einem schnell klar, dass es sich bei die blinde schwertschwingende Frau um die weibliche Version von Zatoichi handelt. Man baute sogar eine kleine Hommage an die männliche Version ein und es gibt auch eine Szene in einer Spielhalle. Hier deckt Oichi die betrügerischen Machenschaften der Betreiber auf. Sowas kommt ja öfters vor bei den blinden Samurai, auch in dem Remake von Takashi Kitano. Doch noch etwas fällt auf. Die Rache ist zwar das Grundthema, doch zu bestimmten Punkten im Film ist sie kein Thema mehr und es geht um die Geschichte von Oichi und des Bettlers. So nimmt man sich viel Zeit um die Geschichten zu Erzählen und als Zuschauer bekommt man so eine Bindung zu den Figuren. Die uns dann die Rache und das Finale noch intensiver erleben lässt.

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Moderne trifft auf Tradition

Ende der 60er war das Kino auf der ganzen Welt im Wandel. So natürlich auch in Japan. Denn TV wurde immer beliebter und so muss man seinen Zuschauern natürlich etwas bieten was sie zu Hause vor dem Fernseher nicht sehen konnten. So wurden die Chanbara Filme immer blutiger und brutaler. Bei Die blinde schwertschwingende Frau bekommt man davon auch schon etwas mit. Denn Oichi ihre Gegner erledigt, spritzt immer wieder Kunstvoll das Blut. Was manchmal gar nicht zur Szene passt, wenn sie in einem Feld Männer tötet und auf eine weiße Leinwand das Blut spritzt. Das zeigt aber auch den Kunstcharakter des Films.

Auch sonst merkt man, dass der Film zwischen dem traditionellen und dem modernen Kino steht. Denn sieht man ihn an das viele Szenen im Studio gedreht wurden. Verleiht das dem Streifen etwas besonderes. So gibt es Szenen, vor allem bei der Ausbildung von Oichi. Die sehr kunstvoll sind. Hier schneit es und der Hintergrund ist schwarz. Nur sie und ihr Lehrmeister, der Oichi ausbildet. Auch das Finale, auf einem leeren Feld, zeigt es doch wie einsam Rache machen kann. Dazu baut man hier auch Spannung auf, scheint das Duell endlos lang zu dauern bis beide aufeinander treffen.

Das Alter des Films sieht man ihn  nicht unbedingt an. Denn alles wirkt immer noch sehr frisch. Auch das Schauspiel ist schon modern. Auch der schnitt und erzähl Stil von Die blinde schwertschwingende Frau funktionieren immer noch. Dazu kommt wie schon erwähnt, ist der Film sehr kunstvoll. Noch nicht wie spätere Werke Sasori oder Lady Snowblood. Doch zeigt er deutlich die Marschrichtung welche gegangen wird.

die-blinde-schwertschwingende-frau-3FAZIT:

Die blinde schwertschwingende Frau ist ein überzeugender vertreter des Chanbara Genre. Dazu gibt es eine interessante Handlung, auch wenn es die genre typische Rachegeschichte ist. Dafür wird man 90 Minuten gut unterhalten mit Spannung, Dramatik und auch Action. Denn der Totentanz ist gut choreografiert und über zeugt. Auch Blut spritzt, zwar noch nicht in Fontänen wie in anderen Chanbara FIlmen ein paar Jahre später. Dennoch sind die tote sehr kunstvoll in Szene gesetzt.

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Drama - 7/10
7.5/10
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Handlung:

Als Kind wurde die durch einen Blitzschlag erblindete Oichi von ihrer Mutter im Stich gelassen. Yasuke, den Oichi liebevoll Großvater nennt, hat sich ihrer angenommen und sie großgezogen. Da taucht eines Tages Denzô, genannt der Teufel, mit einigen Männern auf und tötet Yasuke. Oichi entkommt dem Tod nur durch die Hilfe eines ruhelos umherziehenden Samurais, der gleichzeitig ihr Talent zum Schwertkampf erkennt und sie ausbildet. Obwohl Oichi nicht sehen kann, beherrscht sie die Kampfkunst bald perfekt. Nachdem ihr geliebter Lehrer sie verlassen hat, wandert sie mit dem Ziel, sich an Denzô zu rächen, allein umher und steht einem Bettler bei, als mehrere Verfolger seiner habhaft werden wollen.

Der alte Gauner ist auf der Suche nach seiner Tochter, die er einst ausgesetzt hat und die er in einem Bordell wiederfindet, dessen Wirtin Oichis Mutter ist. Beim Versuch, seine Tochter zu befreien, wird er von Denzô ermordet, weil der mit ihm genauso wie mit Yasuke eine dunkle Vergangenheit teilt und die Mitwisser aus dem Weg räumt. Aber der letzte, alles entscheidende Zweikampf mit Oichi steht dem Mörder noch bevor …

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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