Onibaba – Die Töterinnen

Es gibt Klassiker der Filmgeschichte die man gesehen haben sollte. So auch Onibaba – Die Töterinnen. Warum eigentlich?

Das japanische Kino war früher immer Hollywood etwas voraus. Natürlich gab es auch in der Traumfabrik Regisseure, welche die Filmwelt geprägt haben wie Orson Wells oder Alfred Hitchcock. Doch in Japan wurde der moderne Actionfilm begründet mit Akira Kurosawas Die Sieben Samurai. Auch in anderen Bereichen hat kaum ein anderes Land der Welt, Genrevertreter die Außergewöhnlich sind und auch noch über 50 Jahre später funktionieren. So auch Onibaba – Die Töterinnen. Ein Genremix aus Historien Drama und Horrorfilm, der aber nicht unbedingt die typischen Elemente des Horrorfilms benutzt.

Die Handlung des Films führt uns in ein Japan wo gerade Krieg herrscht. Irgendwo an einem See in einem Feld. Samurai fliehen vor ihren Gegnern. Werden aber von zwei Frauen getötet und in ein Loch geworden. Schwiegermutter und Schwiegertochter tun dies damit sie überleben können. Doch schon bald erfahren sie von ihren Nachbarn Hachi das der Ehemann der jungen Frau tot ist. Von da an beginnt das Drama in der Handlung. Von Liebe, Eifersucht und den drang zu überleben. In den 100 Minuten die Onibaba -Die Töterinnen läuft, passiert manchmal nicht viel und man nimmt sich Zeit für die Bilder und erzählen der Handlung. Dabei kommt aber nie Langeweile auf.

Der Film beruht auf einer alten buddhistischen Fabel, dies merkt man vor allem in der zweiten hälfte von Onibaba – Die Töterinnen. Doch auch schon vorher ist uns als Zuschauer nicht so wirklich klar, ob wir nicht vielleicht doch in einer Vorhölle sind. Denn es gibt kaum Menschen und alles wirkt so leer und einsam. Dazu gibt es die Geschichten aus Kyoto und was alles passiert und der Krieg ist nur von weiten zu sehen in ein paar Einstellungen.  Dazu aber auch das Loch im Boden. Wo die Leichen entsorgt werden. So ist Obibaba – Die Töterinnen voller Metaphern.

onibaba-1Nacktheit, Emotionen und das Unbekannte.

Wenn man bedenkt, dass Onibaba – Die Töterinnen 1964 entstand. Einer Zeit wo Nacktheit im Film sicherlich nicht wirklich angesagt war und immer noch ein Tabu. Dann ist das was im Film sieht schon gewagt. Beide Frauen kann man immer wieder oben ohne sehen. Die Schwiegertochter hat sogar Sex mit Hachi und läuft in einer Szene komplett nackt durch das Feld. Dabei wird dies aber nicht erregend. Denn dieses Feld ist eher wie ein Albtraum. Denn kann es doch auch tödlich sein. So zeigt der Film Leidenschaft und welche Probleme dadurch entstehen können.

Denn die Emotionen der Schwiegermutter drehen durch, was zu dem Finale führt. Hier trifft es einen hart, denn damit hat man nicht gerechnet. Vielleicht unterbewusst das etwas böses passiert. Doch hier kommt die Moralkeuele geschwungen. Doch das eher subtil und passend zum Film. So ist es eher wie ein böser Twist und nicht wie eine Moral von der Geschichte. So hat man bei Onibaba – Die Töterinnen irgendwann das Gefühl das etwas nicht stimmt und man nicht nur zwei Frauen beim Kampf ums überleben zu sieht.

Auch wenn der Film mit dem Thema des Horrors sehr subtilem geht und es erst am Ende mit dem Dämonen, so richtig angesprochen wird. Ist man doch nicht wirklich im klaren darüber was gerade passiert. Es ist das Unbekannte was im Film nie angesprochen wird. Denn vielleicht gibt es wirklich keine Dämonen und alles passiert nur durch Zufall. Vielleicht gibt es aber noch einen anderen Grund. Diese Dinge sind so subtil im Film. Das man immer ein leichtes Gefühl von Unwohl sein hat. Was aber auch die Spannung steigert. Denn man will wissen was passiert,  den Grund wissen warum man das alles sieht.

onibaba-3FAZIT:

Onibaba – Die Töterinnen ist ein Klassiker des japanischen Kinos. Eine Fabel über das Leben und das unbekannte. Ein Horrorfilm der kaum Elemente des Horrorfilms nutzt. Dabei den Zuschauer aber eine raue und harte Welt zeigt. Die geprägt ist vom Krieg. Man fühlt sich nicht wohl in dieser Welt. Nur die Liebe scheint alles etwas auf zuheitern. Dabei ist der Film für seine Zeit sehr gewagt.

  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Drama - 8/10
8.4/10
Sending
Your rating:
User Rating 0/10 (0 votes)

Bestellen bei Amazon.de:

Handlung:

Japan im 14. Jahrhundert: Seit Jahren wütet der Bürgerkrieg im Land. Eine junge Frau und ihre Schwiegermutter sind ganz auf sich allein gestellt. Um über die Runden zu kommen, bringen sie vorbeiziehende Samurai kaltblütig um und verkaufen deren Hab und Gut an einen zwielichtigen Händler. Die beiden Frauen lassen die Leichen in einem tiefen Loch verschwinden, das sich mitten in einem riesigen Schilffeld befindet, in dem sie selbst ihre Hütte haben. Überraschend kommt eines Tages ihr Nachbar Hachi aus dem Krieg zurück. Während sie ihm zu essen geben, erfahren sie, dass der Ehemann der jungen Frau und Sohn der Älteren nicht mehr lebt.

Hachi macht sich bald darauf an die junge Witwe heran, und beide lassen sich auf ein Verhältnis voller Leidenschaft ein, das der Schwiegermutter ein Dorn im Auge ist. Sie fürchtet um ihre nackte Existenz. Als die Schwiegertochter wieder einmal die Nacht bei Hachi verbringt, taucht ein maskierter Samurai auf. Die ältere Frau lässt ihn ins Loch stürzen und klettert hinab, um seine Habe an sich zu nehmen. Die Dämonsmaske des Toten bringt sie auf eine Idee: Um ihre Schwiegertochter daran zu hindern, nachts zu ihrem Geliebten zu laufen, stellt sie sich ihr maskiert in den Weg. Voller Entsetzen rennt die junge Frau jedes Mal zurück. Doch in einer schrecklichen Gewitternacht ändert sich plötzlich alles …

There are no comments yet

Why not be the first

Kommentar verfassen

More 313 posts in FIlmkritik category
Recommended for you
P.O. Box Tinto Brass
P.O. Box Tinto Brass

Ist P.O. Box Tinto Brass pure Selbstverliebtheit oder ein erotisches Meisterwerk? Tinto Brass gehört zu...