Wild Beasts

Das Tierhorror Genre gehört sicher zu dem bekannteren. Dennoch gibt es hier auch Filme die eher unbekannt sind, zu diesem gehört auch Wild Beasts. Ein Streifen der alleine durch seine Handlung ein Blick wert ist.

Der Regisseur Franco Prosperi ist durch die Mondo Filme bekannt geworden, Dokumentationen die schreckliche Rituale, Morde und tote aus der ganzen Welt zeigen. Ein Genre was es so heutzutage nicht mehr existiert. Doch auch er wand sich von dem Thema ab und dreht 1984 mit Wild Beasts seinen letzten Film. Einen Tierhorrorfilm, welcher auch noch in Frankfurt am Main spielt. Ein exotischer Schauplatz mit einer exotischen Handlung Idee, denn hier geht es um Zootiere und nein es sind keine Pinguine dabei.

Die Handlung führt uns in eine europäische Großstadt, doch es wird schnell klar, das es sich dabei um eine Deutsche handelt. So befinden wir uns als in Frankfurt am Main. Hier kommt irgendwie PCP (Angel Dust) ins Trinkwasser und von diesem trinken auch die Tiere aus dem Zoo. Die fangen an durch zu drehen und fliehen. So beginnt der Horror. Obwohl noch mehr passiert und eine Nebenhandlung um eine Tochter am Ende doch noch relevanter wird und Prosperi hier wieder die Frage aufwirft, wer ist eigentlich schlimmer der Mensch oder das Tier.

Dabei drückt die Handlung von Wild Beasts aufs Tempo und wir lernen alle wichtigen Charaktere kennen bei ihrem Alltag im Zoo. Doch schnell wandelt sich alles natürlich und die Tiere die nun High sind drehen durch. Hier kommen dann auch schnell die Genre typischen Elemente zu Vorschein. Inklusive jugendliches Paar im Auto was versucht eine Nummer zu schieben aber Bekanntschaft mit Ratten macht. Dabei ist die Idee mit den Zootieren, welche eigentlich friedlicher sind und durch Drehen. Doch schon interessanter und etwas neu. Dabei wirkt das alles auch immer wieder recht spannend. Dennoch fühlt es sich auch immer wieder wie ein typischer Tierhorrorfilm an.

Doch nicht ganz weg vom Mondo, Tiersnuff und andere Kontroversen in Wild Beasts!

Franco Prosperi schuf mit seinem Partner Gualiero Jacopetti die Dokumentation Mondo Cane, welche auch das Mondo Genre begründete. Ein sehr umstrittenes Genre, welches immer wieder echte Morde und tote zeigt. Sprich es ist wohl nah an dem was man Snufffilm nennen könnte. Dazu befinden wir uns bei dem Film mitten in den 80er Jahren und die Kannibalenfilme hatten mit den Tiersnuffszenen für einige Kontroversen gesorgt. In Wild Beasts gibt es auch ein paar Szenen, die wohl Tiersnuff zeigen, vor allem mit den Ratten und den Katzen.

Diese Kontroverse ist es wohl auch, warum der Film nicht zu den bekanntesten gehört und eher Genrefans oder Fans vom europäischen Film bekannt ist. Diese Szene muss man aber bei der Bewertung auch außen vorlasen, denn sie sind im Film, ändern kann man es nicht mehr. Natürlich kann dies das Filmvergnügen trüben und als Zuschauer sollte man diese Szenen auch besprechen nach dem Film. Denn OK ist es natürlich nicht. Auch der Umgang und die Frage, wie man wohl so manches Tier für Wild Beasts behandelt und benutzt hat. Denn wie sie an manche Orte gebracht sind und wie sie sich verhalten, sprechen manchmal auch Bände.

Auch bei den Angriffen, ist neben wohl dem ein oder anderen nicht gelungen Spezial Effekte, deutlich dass das Tier wohl gezwungen wurde um hier böse zu sein. Aus heutiger Sicht ist das alles sehr verwerflich und man fragt sich echt, wie man wohl die ein oder andere Szene drehen durfte. Dennoch ist es auch ein Zeugnis der Zeit und prangert auch die Behandlung von Tieren an und es gibt auch etwas Sozialkritik. Dazu ist die Frage, muss man die Tochter so Filmen am Anfang, was nicht erotisch ist, dennoch auch hier merkt man das man in den 80ern wohl eher anders an manche Themen ging.

Gewalt, Morde und Blut!

Bei einem Film wie Wild Beasts der doch einiges an Schauwert bietet, setzt man dennoch auch immer wieder auf Spannung. Dennoch schwingt der Exploitationsfilm immer wieder durch. Vor allem dann wenn es um Morde geht. Denn so einige im Film verlassen die Leinwand blutig. Hier gibt es einige Splatterszenen zu bestaunen und auch ein paar Parallelen zu anderen italienischen Werken. Denn wie bei Suspiria und Die Geisterstadt der Zombies, stirbt hier auch ein Blinder durch einen Angriff seines Blindenhundes. Irgendwie schien man im italienischen Film Blinde und ihre Helfer nicht sonderlich zu mögen.

Bei anderen Szenen im Film wird deutlich, das man wohl mit rohen Fleisch und Gedärm gedreht hat, damit die Tiere die Menschen fressen. Das verleiht dem Film natürlich etwas Authentizität aber auch wieder kommt der Mondo durch. Als Zuschauer ist man also im Wechselbad der Gefühle. Denn Wild Beasts macht es einem nicht einfach und auch bei den Splatterszenen, nimmt man ihn doch etwas den Schauwert, in dem man hier bewusst mit echten Innereien arbeitet.

So lassen einige Menschen ihr  Leben im Film. Ein Highlight ist sicherlich der Angriff der Elefanten. Denn hier zeigt man auch etwas Humor oder es ist unfreiwillig komisch. Denn wie hier der Schädel einer Person zerdrückt wird, klingt es doch so als ob eine Nuss geknackt wird. Dazu spritzt das Blut nur so.

Soundtrack, Szenen und Spannung

Der Soundtrack von Wild Beasts ist passend und klingt wie der typische 80er Jahre Soundtrack, als genau der Zeit wo der Film entstanden ist. Die düsteren Synthiebeats verleihen den Szenen immer wieder Spannung und unterstützen das gezeigt sehr gut. Dabei baut die Musik im Film manchmal mehr Spannung auf als die eigentliche Handlung. Denn wie schon erwähnt, kann es vor kommen, dass man zu schnell von einer Szene zur nächsten hetzt und man den roten Faden verliert.

Wie schnell der Film zu Ende sein will, zeigt das Finale, noch ist man mitten drin in der Szene, die wirklich Spannung aufgebaut hat und noch mal einen für eine Wendung sorgt und peng kommt ein Standbild und ein Text der uns über den Ausgang informiert. Diese merkwürdige Happy Ende, verstärkt den dokumentarischen Touch den der Film hat. Denn wie der Film gefilmt ist, sehr kühl und größtenteils distanziert von den Charakteren, das ändern sich nur in ein paar Szenen. Wo die Kamera sehr nah am Geschehen ist.

Diese Nahaufnahmen gibt es bei den Morden. Hier ist die Kamera immer sehr nah dran, wenn die Tiere einen Menschen töten. Vor allem bei der Szene mit den Ratten und auch bei dem Blindenhund. Hier sind auch die Augen das Ziel, Lucio Fulci lässt grüßen. Dazu gibt es auch immer wieder Zeitlupenszenen,die wohl die Spannung steigern sollen aber an manchen stellen doch etwas unpassend sind.

FAZIT:

Wild Beasts ist vielleicht einer der exotischen Tierhorrorfilme, was auch an der absurden Handlung liegt. Dabei funktioniert das alles gut. Dennoch ist der Film sicherlich durch viele Szenen sehr kontrovers und manchmal schießt man auch übers Ziel hinaus. Es wird auch sehr deutlich das Franco Prosperi vom Dokumentarfilm kommt und das Mondogenre mit begründet hat. Denn das kommt immer wieder in Wild Beasts zum Vorschein.

 

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 8/10
    Soundtrack - 8/10
7.0/10
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