Die Todesbucht

Die Todesbucht

Was passiert eigentlich wenn man ein Giallo mit einem erotischen Film kreuzt und wir schon am Ende der Gialliwelle sind? Dabei entsteht dann ein Film wie Die Todesbucht.

Das die Filmwelt voller Streifen ist die es in Deutschland nie ins Kino oder ins Heimkino geschafft hat, sollte Euch bekannt sein. So ist es immer wieder interessant wenn Filme dann jetzt dank Blu-ray und bestimmten Labels ihre erst Veröffentlichung erfahren. Hier ist es La Sorella di Ursula, welcher den passenden deutschen Titel Die Todesbucht bekommen hat. Ein Film voller Symbolik, Szenen wie in einen Traum, sehr viel nackte Haut und eine Story die wohl am Ende doch schnell zusammen geschustert wurde. Dabei entstand ein erotischer Giallo, der aber schon mehr Postgiallo ist und mit den Elementen des Genres spielt, zwar noch nicht wie Amer oder Der Tod weint rote Tränen. Dabei den Zuschauer einiges direkt aufs Auge drückt.

Die Handlung von Die Todesbucht dreht sich um die zwei Schwestern Ursula und Dagmar, sie suchen ihre Mutter, wollen sie doch die Erbschaft mit ihr teilen. Doch Ursula hat Vision das ihr Vater noch lebt. Dagmar hat ist dies aber egal, hat sie sich in Filippo verliebt. Dabei passieren im Hotel noch mehr merkwürdige dinge, so bringt ein Killer Pärchen und Frauen um, dabei nutzt er ein phallusartige Mordwaffe. Im Grunde spielt der Film mit der Handlung und dem Ort und den Erwartungen des Zuschauers. Denn bevor enthüllt wird wer der Killer ist, gibt es noch eine andere Wendung, die im Grunde total egal ist. Gehört sie doch zur Nebenhandlung. Doch bei Die Todesbucht ist man eh sehr über ambitioniert gewesen.

Da die Handlung ja immer den Charakteren dienlich sein muss merkt man bei dem Film sehr deutlich. So wirkt alles wie ein Traum, unwirklich. Das Fischerdorf und das Hotel sind fast wie eine andere Welt. Hier scheint alles möglich zu sein. Was es auch ist, denn am Ende ist man genauso ratlos wie vorher. Auch wenn man uns erklärt wer für die Morde zuständig ist und das sogar Sinn macht. So ist doch alles irgendwie, wie ein leicht fieberhafter Traum. Denn es wirkte alles so zufällig und man muss den Film sicher mehr als einmal schauen um alles zu verstehen. Vor allem nach der Wendung, so ergibt beim zweiten mal alles etwas mehr Sinn.

Symbolik in Die Todesbucht

Wenn es ein Film schafft voller Symbole und Farben zu sein, der nicht von Dario Argento gedreht wurde. Dann ist Die Todesbucht. Denn was man hier alles zu sehen bekommt, ist zwar einfache Filmpsychologie und darum können wir darauf auch näher ein gehen in den folgenden Absätzen. Dabei macht der Film das aber auch etwas geschickter oder man achtet beim ersten Mal nicht so darauf. Doch zeigt der Film uns immer wieder mehr als deutlich wer hier eigentlich opfer ist und was noch vor sich geht.

Da der Killer im Streifen mit einem Phallus tötet, wird uns am Ende erst erklärt, denn die Männer werden meist mit einem Messer erstochen, was natürlich auch ein Phallus ist. Doch das Mordwerkzeug sehen wir nur im Schatten und hier wirkt es wie ein Penis und es könnte auch eine Vergewaltigung sein, bevor die Damen getötet werden. Denn haben sie alle Sex bevor sie ins Jenseits befördert werden. So ist die Sexualität auch ein wichtiges Thema. Dabei ist es dem Killer aber egal ob die Person Hetero oder homosexuell ist. Warum aber gerade Menschen die Sex haben? Das wird uns im Finale auch erklärt.

Auch die Augen sind ein Thema im Film und das wird gleich sehr deutlich. Denn die Nachtclubsängerin, singt ein Lied über die Augen und bei den Morden sehen wir immer nur die Augen des Killers. Dabei ist das alles aber mehr ein Hinweis auf die Lösung des Rätsels, als bestimmte Symbolik. Dennoch sind Augen immer wieder ein Thema im Film, vor allem aber optisch. Denn ist das was Ursula sieht, wirklich oder nur eine Wahnvorstellung. Ist das was wir als Zuschauer im Hotel sehen wirklich so?

Rot, Blau und Weiß in Die Todesbucht, ist keine Liebeserklärung an den FC Bayern.

Wie schon angesprochen, so sind neben den Phallusymbolik und den Augen im Film auch die Farben immer wieder wichtig. Doch hier muss schon etwas genauer hinschauen und aufpassen, welche Farbe man sieht. Denn manche geben auch ein Hinweis wer hier Opfer ist. Dazu kommt das Ursula die meiste Zeit immer in Weiß gekleidet ist und manchmal auch in Schwarz. Ihre Schwester Dagmar aber eher in Rot oder Blau. Diese drei Farben dominieren den Film immer wieder.

Blau kommt meist im Hotel und bei ein paar Personen vor und ist wohl die Farbe, die uns von den anderen beiden und vor allem Rot ablenken soll. Auch wenn sie hier vielleicht eine Bedeutung hat und auf die Nebenhandlung hindeuten soll, die am Ende einfach da ist und paar dinge erklärt die sonst vielleicht nicht soviel Sinn gemacht hätten. Sollte man hier nicht so viel hineininterpretieren, als das sie wirklich zeigt, Achtung Nebenhandlung. Dafür kommt sie aber immer wieder im Hotel vor.

Rot ist die wichtigste Farbe, bedeutet sie doch Gefahr oder sexuelle Sinnlichkeit. Das wird in Die Todesbucht sehr deutlich. Denn ist sie immer zu sehen, wenn ein Opfer stirbt, trägt sie irgendwas in Rot oder eine Decke hat die Farbe. Dabei ist das auch immer während einer Sexszene und das Rot sticht auch immer hervor, wenn man drauf achtet. So zeigt es uns dem Zuschauer das es doch auch eine Gefahr gibt. Womit der Film uns auch vorwarnt. Das etwas passieren könnte.

Bevor gestorben wird, wird geliebt.

Da die Todesbucht auch immer wieder sehr viel nackte Haut zeigt und es sehr viele Sexszene gibt. Ist er wohl auch ein erotischer Film. Das geht schon los, das wir Dagmar kennenlernen, indem sie sich entkleidet, während Ursula sachen auspackt. Beide haben ihre erotische Wirkung. Dabei ist Dagmar, natürlich durch ihre nacktheit, sehr direkt und das hat auch einen Grund, wie wir im Finale lernen, auch warum Ursula eher so unschuldig wird, darum ist sie auch fast immer in Weiß zu sehen (Kurz noch nach geschoben).

Sex ist ein großer bestnadtiel des Films. Denn immer wieder gibt es Minute lange Liebessezenen. Dabei ist das alles schon gut gefilmt.Doch manchmal ist es nicht so erotisch wie geplant oder es liegt an der Grundstimmung des Films. Denn wie schon erwähnt hat Die Todesbucht eine ganz merkwürdige Atmosphäre und manchmal fühlt man sich als ob man Spuren auf dem Mond sieht, nur mit mehr Sex und Gewalt.

Dabei sind die Darstellerinen alle hübsch und ihre nacktheit ist erotisch eingefangen. Auch wenn Die Todesbucht in dem bereich wirklich in das Sexploitationsgenre springt und es sogar einen Blowjob gibt, der so gut gespielt ist,das er fast echt wirkt. Dabei ist der Sex aber typisch für die Zeit und manchmal fehlt die Leidenschaft, dafür ist der Busch immer gut in Szene gesetzt, auch durch ein paar Nahaufnahmen.

Kamera, Schnitte und Atmosphäre

Die Atmosphäre im Film wurde schon angesprochen, sie macht ihn auch so einzigartig. Denn alles wirkt einfach wie ein Traum, das unwirkliche, was passiert hier eigentlich. Dazu das Hotel und das kleine Fischerdorf. Alles strahlt etwas aus, etwas was man kaum beschreiben kann. Man fühlt einfach das man hier in einer anderen Wirklichkeit ist. Das liegt natürlich auch an den Kamerafahrten, die immer wieder die Orte so verlassen zeigt.

Die Kamera im Streifen ist wohl eine Mischung aus Kunstfilm, Giallo und Sexploitation. Das ist auch der Mix des Films und das ist manchmal auch sein Verhängnis. Denn immer wieder kommt der Schnitt dazu und so ist mancher Übergang sehr holprig und bei den Morden, wirkt es fast so, als ob man niemanden für die Effekte hatte. So schwingt das Messer durch die Luft, schnitt auf die Augen und zurück auf das Opfer mit blutiger Wunde am Hals. So verfehlt der Film hier immer die Spannung, die man vielleicht aufbauen will. Was auch dann nicht funktioniert,mit dem Schattenspiel und dem Phallus, auch wenn das hier natürlich einem immer Rätseln lässt, wer ist der Killer und was passiert hier eigentlich.

Ist Die Todesbucht gerade nicht im Giallo oder Sexploitations Modus, so bekommt man als Zuschauer, viele ruhige Bilder serviert. Diese sehen gut aus und geben den Film diese merkwürdige Atmosphäre. Denn alles wirkt immer so verlassen und ruhig. Es scheint so ein abgelegener Ort, das selbst die Suche nach der Mutter irgendwann in den Hintergrund rückt und schon vergessen zu seinen scheint.

FAZIT:

Die Todesbucht ist ein Film der einem beim ersten Mal schauen vielleicht etwas fragend zurück lässt und sich dabei auch etwas unter Wert verkauft. Dabei bietet er einen interessanten Mix, der zwar ab und zu nicht ganz ausbalanciert ist. Dafür aber noch gut unterhält. Man bekommt einen außergewöhnlichen Giallo Beitrag geboten. Der schon etwas mehr als Postgiallo zu betrachten ist. Denn nutzt er nur ein paar Genrelemente und erzeugt dadurch etwas anderes. Auch die Damen sind schön anzusehen, vor allem Barbara Magnolfi als Ursula.

 

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.0/10
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Handlung:

Die beiden Schwestern Ursula und Dagmar machen Urlaub in einem Fischerdorf. Nach dem Tod ihres vor allem von Ursula vergötterten Vaters sind die beiden auf der Suche nach ihrer Mutter, die sie verlassen hat, als sie noch Kinder waren. Die überaus sensible Ursula wird leider von Visionen verfolgt. Dagmars Interesse an dem gut aussehenden Filippo entsetzt Ursula, denn sie glaubt, dieser werde sie einst umbringen. Währenddessen treibt in ihrer Umgebung ein Mörder sein Unwesen. Seine Opfer sind junge Frauen, seine Mordwaffe ist ein großer Phallus. Auf Sex folgt Tod!

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