Eugenie de Sade

Eugenie de Sade

Jess Franco der Vielfilmer hatte auch ein paar Themen die er immer wieder aufgriff, wie De Sade. Auch bei Eugenie de Sade tat er es. Wie ist dieser doch eher recht unbekannte Streifen von ihn?

1970 drehte Jess Franco den Film Eugenie de Sade, welcher auf dem Buch Eugénie de Franval von Maquies de Sade basiert. Also etwas typisches für Franco, der immer wieder im laufe seiner Karriere auf De Sade Stoffe zurück griff und manche sogar öfter verfilmte. Dabei ist Eugenie de Sade auch einer der wenigen Filme von ihm, die Soledad Miranda in der Hauptrolle hat. Die viel zu früh verstorbene Schauspielerin, konnte nicht mal mehr die Premiere des Films erblicken, denn veröffentlicht wurde der Film erst 1973 und in Deutschland erst im Jahr 2003 auf DVD von X-Rated.

Die Handlung von Eugenie de Sade dreht sich um die junge Eugenie, die mit ihrem Stiefvater zusammenlebt. Dabei wird das alles in einer Rückblende erzählt. Denn Eugenie liegt halb tot im Krankenhaus und wird verhört, was passiert ist. Dabei ist ihre Geschichte sehr typisch für de Sade. Denn verfällt sie doch ihrem Stiefvater und bricht hi ein Tabu. Dazu kommt das beide Anfang zu morden, das auch sehr sadistisch, wie sie mit ihren Opfern spielen. Dazu kommt dann aber noch die Liebe. So bietet die Handlung einiges, doch wir sind hier bei Jess Franco und so kann einiges doch schief gehen.

Was wirklich interessant klingt ist es am Ende nicht immer. Denn manchmal fehlt dem Film dann doch etwas an Tiefe. Denn wir befinden uns hier in der Phase wo Franco seinen Film auch manchmal treiben lässt von einer Szene und so sind manche dann zu lang und manche welche die Handlung voran treiben zu kurz. So bekommt man als Zuschauer zwar einen Einblick von dem was passiert, doch vieles wird uns nur aus dem Off von Eugenie erzählt.

Zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse oder gibt es gar keine Moral?

Interessant wird die Handlung, wenn der Stiefvater mit der Figur von Jess Franco disuktiert über das Leben und dem glauben. So ist er wohl Satanist und findet das Necronicom etwas belustigen. Dabei merkt man hier dann die bezüge zu de Sade deutlich. Die Provokation, welche an die Kirche gerichtet ist. So ist die Frage ob das treiben der beiden wirklich so böse ist und Moralisch fragwürdig. Dabei lässt Eugenie de Sade die Frage sogar offen und wir der Zuschauer müssen diese selber beantworten.

Auch erlebt man als Zuschauer die Entwicklung von Eugenie, die durch das erotische Buch ihres Stiefvaters angetan ist und ihre Lust entdeckt und dann auch bald mit ihm schläft. So entwickelt sich eine Dom/Sub Beziehung zwischen beiden. Denn der Stiefvater ist der Dominante und Eugenie unterwirft sich ihm und würde alles für ihn tun. Das ändert sich abe rin den letzten 20 Minuten des Films etwas. Das ist auch der Punkt der viel zu kurz kommt. Denn Eugenie verliebt sich in einen anderen Jungen und ist hin und her gerissen. Hier versagt Jess Franco bei der Darstellung und der Charakterentwicklung. Da alles viel zu gehetzt wirkt.

Denn auch wenn er bei den Bildern versucht es etwas zu vertiefen.So reicht es nicht aus Eugenie einfach an einem einsamen verschneiten See spazieren zu lassen. Während sie uns aus dem Off erzählt was ihre Gefühle sind. So ist allea am Ende sehr schnell erzählt und man hat das Gefühl das noch mehr passiert ist, von dem man aber nichts gesehen hat. So wirkt der Kommissar der beide Verfolgt und immer wieder auftaucht, nur ein Nebencharakter obwohl er wichtiger für die Handlung ist.

Erotik, Kameraführung und typisch Jess Franco.

Wir hatten ja schon kurz das Thema angeschnitten das Jess Frano in Eugenie de Sade sich öfters treiben lässt und viele Szenen wie ein Rausch wirken. Zwar noch nicht so extrem wie bei Vampros Lesbos. Dennoch gibt es immer wieder Sequenzen im Film die doch eher ein Gefühl vermitteln sollen. Was auch mit dem psychedelischen Soundtrack aus Jazz funktioniert aber nicht immer gut für die Handlung ist. Auch gibt es typische Szenen, mit Zooms und auch ein paar ausgefallenere Kameraeinstellungen, wie gegen das Licht gefilmt so das die Schauspieler wie Schatten wirken.

Auch versucht Franco hier die Gefühle von Eugenie mit den Bildern zu verdeutlichen. Was mit dem See auch etwas funktioniert. Kann natürlich auch Berlin liegen, denn viele Szenen wurden in West Berlin gedreht. Das verleiht den Film einen ganzen besonderen Charm. Denn man sieht etwas was so nicht mehr existiert oder erkennt Ort wieder wo man vielleicht schon mal war. Jedenfalls wirkt der Winter und das Thema des Films gut zusammen.

Die Erotik in Eugenie de Sade kommt auf jeden fall von Soledad Miranda, sieht sie wieder verführerisch aus im Film. Spielt sie aber auch die unschuldige Eugenie die langsam abdriftet überzeugend. Sie ist der Mittelpunkt des Films. Denn vielleicht verfällt ihr Stiefvater auch ihr und sie ist der Grund für das Morden. Dafür gibt es auch immer wieder Anhaltspunkte im Film. Auch dies bleibt etwas offen.

FAZIT:

Eugenie de Sade ist einer der unbekannteren Jess Franco Filme, dabei kann der Film aber mit seinen Drehorten dem verschneiten Berlin überzeugen. Auch die Handlung ist in Ordnung, man merkt dem Film an das de Sade die Vorlage war. Soledad Miranda kann als Eugenie überzeugen. Dennoch hat der Film einige schwächen,wirkt er am Ende doch zu gehetzt und man wünscht sich das etwas mehr von der Handlung.

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
6.8/10
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