Black Christmas

Black Christmas

Bevor Halloween und Freitag der 13. die Slasherwelle auslösten. Entstand schon 1974 mit Black Christmas der schon erste Ansätze des sehr beliebten Subgenres bot.

1974 der Giallo war in Italien auf seinen Höhepunkt und Mario Bava hatte schon ein paar Jahre vorher mit Im Blutrausch des Satans, die ersten Elemente des Slasher im Horrorgenre etabliert. Doch auf der anderen Seite des großen Teiches in Kanada drehte man in diesem Jahr auch Black Christmas, der heute ein Kultfilm ist. Dabei zeigt dieser Film deutlich Elemente aus dem Giallo aber auch schon erste Ansätze des Slashers und auch die Vorliebe des Regisseurs für Hitchcock. Doch wie gut ist der Film der immer noch zitiert wird?

Weihnachten, in einer Schwesternschaft, alles ist wie immer. Man feiert ausgelassen,viele der Mädchen verlassen über die Feiertage das Wohnheim, ein paar bleiben zurück. Doch dann ruft ein Irrer an und belästigt die Mädels, doch es scheint nicht das erste Mal zu sein. In der selben Zeit dringt ein Unbekannter auf den Dachboden des Hauses ein und es passiert der erste Mord. Nach und nach verschwinden immer mehr Mädchen und die Polizei ist Ratlos wer der Täter sein könnten. In der Zwischenzeit hat Jess noch ein anderes Problem. Sie ist schwanger von ihrem Freund und will eine Abtreibung.

Zugegeben die Mischung der Handlung von Black Christmas ist etwas merkwürdig, doch man muss bedenken wir befinden uns im Jahr 1974 und somit ist alles möglich. Bestimmte Genrekonventionen gibt es noch nicht und der Film selbst versucht es mehr auf der psychologischen Ebene uns alles zu erzählen. Warum der Killer so mordet und durch dreht bleibt aber doch eher im Dunkeln. Es gibt zwar ein paar Anhaltspunkte. Auch kann man schon sehr schnell erkennen wer der Täter ist. Dennoch baut man etwas Spannung auf.

Slasher oder nicht Slasher das ist hier die Frage?

Die Handlung von Black Christmas lässt immer wieder in bestimmten Momenten durch blitzen was später einmal in Slasherfilmen sehr typisch ist. Auch der Telefonterror des Killers, was vor allem Wes Craven in Scream aufgriff. Dabei ist der Killer aber bis zum Finale Gesichts- und Geschlechtslos. Auch das ist typisch für einen Slasher. Wir wissen nicht wer hier der Täter ist. Dabei gibt es auch immer wieder falsche Hinweise drauf wer es sein könnte. Dennoch macht es Black Christmas irgendwann sehr deutlich wer wohl hier die Mädels tötet.

Interessant ist es aber, dass man hier schon sehr Früh die Polizei dazu ruft und diese aber erst mal typisch unfähig dargestellt wird. Man will keine Vermisstenanzeige aufgeben. Im Verlauf ändert es sich aber und man legt sogar eine Fangschaltung, was 1974 ein doch größer Aufwand war. Dazu versucht man auch den Anruf zurück zu verfolgen. Hier gibt es dann wieder etwas was sehr typisch für das Genre ist und wohl zu der Zeit von Black Christmas sehr innovativ war.

Einzig bei der Charakterentwicklung da ist der Film genauso eindimensional wie auch die Slasher später.Zwar wird Jess als Hauptfigur eingeführt und man versucht auch ihr auch etwas mehr Tiefe zu verleihen aber sympathischer wird sie ein als Zuschauer dadurch nicht. Viel mehr ist es befremdlich in den Moment wo der Film zu einem Drama wird und ihrem Streit. Denn die Abtreibung ist ein Motiv was der Killer später auch aufgreift und in seinen Telefonterror erwähnt.

Hitchcock und Wells wären stolz, vielleicht auch Bava und Argento.

Auch bei der Kameraführung, zeigt Black Christmas das er seiner Zeit voraus war. Zwar gab es im Giallo schon POV Aufnahmen. Doch die subversive Kamera bei diesem Film zeigt uns wie der Killer in die Schwesternschaft einsteigt. Das ist eine wirklich gelungen Aufnahme. Dies wiederholt sich im Film dann auch ein paar Mal. Dies erzeugt Spannung und man fiebert mit, da man als Zuschauer nicht weiß was als nächstes passieren wird.

Auch bei weiteren Einstellungen im Film merkt man deutlich, das Regisseur Bob Clark ein Fan von Hitchock ist. Nicht nur bei der Handlung kommt immer wieder Psycho durch, nein auch bei der Kamera. Denn es gibt eine Szene, welche stark an die berühmte Duschszene erinnert. Auch hier wird ein Mädel getötet, aber im Bett,dabei ist jeder Messerstich eine andere Kameraeinstellung und auch die Aufnahmen des Killers erinnern an den Hitchcock Klassiker.

Doch man kann auch den Einfluss von anderen Filmemachern bei Black Christmas erkennen. So gibt es bestimmte Einstellungen die an Wells erinnern. Auch wenn Argento und Bava in Italien mit dem Giallo und ihren unverkennbaren Stil später auch den Slasher geprägt haben, so findet man von beiden in Black Christmas eher wenig. Dennoch schwingt etwas der Hauch des italienischen Kinos mit.

FAZIT:

Black Christmas ist nach 40 Jahren immer noch ein interessanter Film. Auch wenn er einige längen hat. So ist er doch der Anfang eines Subgenres und wird heute noch zitiert. Dabei hat er gute Ideen und setzt diese auch um. Dennoch hat man als Zuschauer nun doch einige Probleme. Denn manchmal ist das Erzähltempo zu langsam und es passiert zu wenig. Dennoch lohnt sich Black Christmas.

 

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
6.5/10
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Eine studentische Schwesternschaft feiert Weihnachten, als bereits ein Psychopath auf ihrem Dachboden umherschleicht. Sie bekommen merkwürdige, obszöne Anrufe mit Morddrohungen und kurz darauf verschwindet eine Kommilitonin. Als der Freund der schönen Jessy ins Visier der Polizei rückt, scheint der Täter gefunden. Doch die blutige Mordserie nimmt weiter ihren Lauf …

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