Foltergarten der Sinnlichkeit

Es gibt Exploitationsfilme die versuchen immer noch etwas mehr zu sein und etwas Anspruch vorzutäuschen. Das versucht auch Foltergarten der Sinnlichkeit von Joe D’Amato.

Joe D’Amato gehört zu den italenischen Regisseuren die auch eher umstritten sind. Denn auf der einen Seite haben seine Filme Fans auf der anderen Seite ist er schon am Anfang des billig Schunds. Dabei hat er im Laufe seiner Karriere fast 200 Filme gedreht, was aber wohl auch an den unzähligen Pornos lag. Doch bevor er sich komplett dem filmischen Geschlechtsakt hingab, drehte er auch eine Exploitationsfilme. Zwar immer bemüht auch etwas eigenes einzubringen. Dennoch immer versuchen auf einer bestimmten Welle mit zu schwimmen. Das merkt man auch bei Foltergarten der Sinnlichkeit. Denn so viele Genres wie der Film einen an den Kopf wirft beim schauen, so schwimmt man im Wechselbad der Gefühle als Zuschauer.

Dabei hat man der Handlung eigentlich ein paar sehr interessante Ansätze. Auch wenn das Drehbuch von Bruno Mattei stammt, was wohl auch die Genresprünge erklärt und so einiges anderes. So bekommt man Anfang des Films doch ein Drama serviert. Denn wir sehen Francoise, wie sie vergnügt vom Fotoshooting nachhause fährt. Für ihren Freund noch Zigarren kauft und auch Blumen. Doch zu Hause angekommen, findet sie Carlo mit einer anderen im Bett. Das schockiert sie aber mehr als ihm und so packt Carlo einen Koffer und schickt Francoise davon. Das treibt sie in den Selbstmord und ruft ihre Schwester Emanuelle auf dem Plan. Die aus Briefen ihrer Schwester erfährt was Carlo für ein Typ war. Sie sinnt auf Rache.

Die Handlung von Foltergarten der Sinnlichkeit lässt sich am Anfang viel Zeit und zeigt uns wie Schlimm Carlo doch ist. Dabei erfahren wir aber nie etwas über den Racheplan von Emanuelle, sondern sehen sie immer nur machen und wie langsam Carlo in die Falle lockt. Hier kann der Film sogar etwas Spannung aufbauen. Doch scheitert daran aber bald. Denn was folgt ist eine Rachegeschichte die aus Folter besteht, indem Carlo zuschauen muss wie Emanuelle Sex mit anderen Männern und Frauen hat.

Rache und Folter mal anders

Wie eben schon angesprochen ist die Rache in Foltergarten der Sinnlichkeit sehr untypisch. Denn das opfer wie eher psychologisch gequält, könnte sich aber jeder Zeit einen von der Palme wedeln. Falls die sexuelle Anspannung zu groß ist. Es ist ein Versuch ihn in den Wahnsinn zutreiben. Dabei ist die Idee mit dem Raum und wie er unfähig zuschauen muss nicht die Schlechteste. Dabei gibt es aber keine Erklärung woher Emanuelle den Raum hat. Dieser Teil der Geschichte wird auch zu Spät eingebaut in der Handlung.

Denn bevor Foltergarten der Sinnlichkeit zu dem Exploitationsfilm wird, den man erwartet oder vielleicht auch nicht. Müssen Wir George Eastman beim schauspielern erleben und das ist manchmal unfreiwillig komisch. Denn ist er dieser Rolle und dem Drama nicht gewachsen. So ist alles was er macht, irgendwie passend für die Art von Film, dennoch aber auch unpassend. Dabei wird die Handlung im verlauf immer Exploitationshafter aber man merkt auch, das D’Amato wohl ein paar Grenzen noch nicht überschreiten wollte.

Genau diese Grenzen die nicht überschritten werden, sind es aber auch, was Foltergarten der Sinnlichkeit sehr lahm machen. Denn immer wieder tanzt der Film drum her rum und nur es dann doch zu zeigen. Vor allem im Finale. Gibt es ein paar Halluzinationen von Carlo, die dann doch extremer sind und hier kommt dann auch die Sektflasche zum Einsatz, in ähnlicher Form wie bei In der Gewalt der Zombies.

Sex, Gewalt und etwas Hitchock

Wir haben es bei Foltergarten der Sinnlichkeit mit einem Film zu tun, der sicherlich auf dem Papier anders klingt als wenn man ihn schaut. Das muss auch der deutsche Verleih damals gedacht haben und hat manche Szene durch mehr Sex und explizitere Aufnahmen ergänzt. Dazu hat man auch die Handlung gestrafft. Wenn man sich die Originalversion anschaut und im Bonusmaterial die Szenen der deutschen Kinofassung fällt auf. Dass diese Erweiterungen den Film wirklich gut tun. Denn passen sie perfekt rein und ergänzen das was man andeutet doch etwas zum besseren.

Im Finale dreht der Film dann aber doch etwas auf und manche Szenen wirken schon fast über ambitioniert. Denn eine Montage aus verschieden Szenen,inklusive Schwarz Weiß Stummfilm mit schmutzigen Filmmaterial, sind eine Coole Idee aber wirken irgendwie fehl am Platz. Dazu dann auch die Szene am Tisch. Hier sieht Carlo unter Drogeneinfluss bestimmte Dinge. Das geht von rohen Fleisch essen bis hin zu Kannibalismus und natürlich Sex.

Auch seine Rachefantasie ist sehr übertrieben und schon etwas Lachhaft. Der Climax versucht dann noch etwas Spannung rein zu bringen und weil Hitchock immer geht, gibt es eine Szene die dann etwas an Psycho erinnert. Jedenfalls sollte niemand hier gute Splattereffekte erwarten oder gar irgendwelche guten Effekte.

Foltergarten der SinnlichkeitFAZIT:

Foltergarten der Sinnlichkeit ist ein langweiliger Film, der zwar ein paar gute Ansätze hat. Doch der Regisseur scheitert am Drehbuch und der Umsetzung. Da helfen zwar ein paar kurze Szenen am Filmset, die schon etwas Meta sind etwas. Dennoch wirkt es so als ob man hier versucht ein anspruchsvolles Drama zu erzählen. Dabei aber scheitert und dann doch lieber Sexploitation machen wollte.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
5.2/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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