Rigor Mortis

Die deutsche Amateurszene war früher Aktiver oder belebter. Man versuchte auch neues, wie Timo Rose mit Rigor Mortis.

2003  entstand der Film Rigor Mortis, wahrscheinlich einer der Versuche weg zu kommen von dem typischen Wald und Wiesen Splatterfilm. Denn Timo Rose versuchte mit dem Streifen ein paar andere Weg zu gehen. Hier kommt der Gangsterfilm, dazu versammelt er neben den bekannten Namen der deutschen Amateurszene wie Andreas Pape oder Anja Gebel. Auch bekanntere Namen wie Dan van Husen und Uschi Glass Sohn Ben Tewaag der 2003 auch bei MTV vertreten war. Dazu kommt ein Soundtrack der von Ferris MC dominiert wird. Willkommen zu Anfang der 2000er.

Die Handlung von Rigor Mortis dreht sich um einem Computervirus, der verkauft werden soll. Wir haben schließlich 2003 und das Internet ist noch Neuland. Doch irgendwas läuft schief und der Virus landet bei Norman der behindert ist und im Rollstuhl sitzt, als ihm Nadja die Freundin seines Bruders Ritchie gerade spazieren fährt. Das wird aber von einem der Gangster beobachtet und so entführt man erst Nadja und dann auch noch Norman. Während Ritchie hilflos zu Hause ist und die Polizei einschaltet. Als Kenner der deutschen Amateuerszene merkt man, dass die Handlung wirklich versucht etwas anderes zu erzählen. Dabei scheitert sie aber auch immer wieder. Obwohl einige Ideen und Einfälle interessant sind. So wirkt das alles doch in den gerade mal 60 Minuten sehr zusammen geschustert.

Denn viele Charaktere sind im Film einfach da und man erfährt nicht viel über sie. Selbst über Ritchie und Norman erfährt man nur das nötigste. Charakterentwicklung und Bindung an den Zuschauer schien 2003 wohl beim Drehbuch schreiben nicht die wichtigsten Punkte gewesen zu sein. Auch was man eigentlich mit dem Virus vorhat. So verkommt der schon zu einem unfreiwilligen Mcguffin.

Gangster- und deutsche Amateurfilme sind eine Männerwelt.

Was beim Schauen des Films auffällt, Anja Gebel ist die einzige Frau im Film und kommt dabei auch nicht besonders gut weg. Bereitet ihrer Figur nicht nur Ritchie Kopfzerbrechen in Beziehungsfragen. Sondern wird sie auch gefoltert und getötet. Die restlichen Figuren im Film sind Männer. Also sieht man einen haufen Gangstern dabei zu, wie sie ein Problem versuche zu lösen und dabei scheitern. Das wirkt zum Teil schon recht lächerlich, denn auch wenn es natürlich Teil der Handlung ist und die Verwechslung für Probleme sorgt. So fragt man sich doch, ob ohne Folter und einfach mal Fragen, das Problem nicht gelöst hätte.

Im Verlauf von Rigor Mortis kommt dann doch immer wieder der Wald und Wiesen Splatterfilm durch. Neben den krassen Typen die dafür da sind um heraus zu bekommen wo nun die CD ist. Gibt es auch immer wieder Splattereinlagen. Dabei wirkt das einbringen der neuen Charaktere aber auch wieder dazu, dass es deutlich wird, dass einfach keine Charakterentwicklung da ist. Der Film setzt dem Zuschauer bestimmte Figuren vor und sagt sie sind Krass und Böse. Das war es dann schon, viel mehr gibt es nicht. Natürlich gibt es ein paar Dialoge, in denen erfährt man aber auch nicht viel.

Dabei setzt der Film immer wieder auf Wendungen. Das alles wirkt aber schon fast wahllos und eher so, als ob man nicht mehr Drehtage für die Person hatte. Auch wenn es im Gangsterfilm vor kommen kann, das auch Hauptfiguren sterben, für die Dramatik und den unerwarteten Shockmoment für den Zuschauer. So ist es bei Rigor Mortis doch eher unausgereift.

Schauspiel, Schnitte, Splatter und Kamera in Rigor Mortis.

Machen wir uns nichts vor, das Schauspiel in Rigor Mortis ist durchwachsen und man merkt an, wer hier Talent hat und wer nicht. Andreas Pape hat durch aus Talent, nur im Drama Bereich, wirkt seine Trauer, doch eher nicht so gut. Anja Gebel kann nicht wirklich zeigen was sie kann. Als einzige Frau ist sie einfach da und das dann meist auch eher bewusstlos. Dan van Husen als Chef zeigt natürlich das er Jahrelange Schauspielerfahrung hat. Auch Ben Teewag kann durchaus überzeugen. Natürlich sieht das bei vielen 13 Jahre später sicher anders aus. Doch bei Rigor Mortis merkt man auch hier deutlich das es eine Amateurproduktion war.

Der Schnitt und die Kamera des Films sind eine Sache, wo man deutlich merkt das hier Tarantino und Guy Ritchie hier die Vorbilder waren. Es gibt schnellen Schnitt und auch die Kamera bewegt sich mehr als in anderen Produktionen der deutschen Amateurszene aus der Zeit. Dabei wirkt das aber fast schon zu lächerlich. Alles ist auf Cool getrimmt und manche Effekte wirken einfach nur noch billig und veraltet. Vor allem wenn man kurze Szenen wiederholt um einen Charakter cooler wirken zu lassen.

Dagen sehr interessant ist die Folter und tötungsszene von Anja Gebel. Denn hier ist der Einfall gelungen. Man sieht wie der verrückte Arzt sie Folter und wie er sich das Vorstellt, das er ein Bild auf ihren Körper malt. Das ist ein gelungener Einfall und verstärkt den psychopathischen Charakter der Figur. Die Effekte kommen hier wohl von Olaf Ittenbach aber auch Timo Rose war für ein paar zuständig und Ramin Shafiai. So kann man natürlich nicht genau sagen, wer für was zuständig war.Jedenfalls sind die Effekte gelungen und blutig.

FAZIT:

Rigor Morits ist der Versuch etwas anderes zu machen, als den üblichen Wald und Wiesen Splatterfilm. Dabei trifft harter Splatter auf Gangsterfilm mit etwas Drama. Dabei ist der Film aber zu kurz um seine Charaktere zu entwickeln. So bekommt einen Streifen serviert, der zwar gute Ansätze hat aber am Ende daran auch scheitert.

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 4/10
    Schauspiel - 4/10
  • 5/10
    Regie - 5/10
  • 3/10
    Spannung - 3/10
  • 7/10
    Effekte - 7/10
4.6/10
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