Der Todesengel

Für viele von Euch gab es sicherlich mal ein Berühungspunkt mit der deutschen Amateurfilmszene, in den 90ern gab es ein paar VHS-Tapes die in der Videotheke rumstanden. Darunter auch Der Todesengel.

Wir gehen weit zurück, in das Jahr 1998, Andreas Bethmann war wahrscheinlich noch nicht so bekannt und auch seine Filme, waren sicherlich eher für Kenner und Fans der deutschen Amateurfilmszene bestimmt. Doch mit Der Todesengel gelang ihm ein kleiner durchbruch. Denn der Film war der erste Schritte weg von dem üblichen Splatterfilm. Dabei zeigt der Streifen aber auch sehr deutlich, was seine Filme ausmacht. Neben den Mix der Genres auch Sex und Gewalt.

Die Handlung von Der Todesengel dreht sich um das Fotomodell Maniala aber auch um zwei Gangster/Zuhälter die neue Nutten suchen. Dabei treffen sie auf Maniala und vergewaltigen und lassen sie zurück, weil beide denken sie wär tot. Doch Maniala hat dies überlebt und hat nun ein Problem, sie will Rache aber auch das Trauma überwinden. Man merkt deutlich, wann der Film entstand. Denn die Handlung wirkt wie ein Mix aus einem Rape n Revenge Film der auf einem Gangsterfilm von Tarantino trifft. Dabei zeigt sich aber sehr deutlich die Handlung hat so einige Probleme.

Zwar versucht die Handlung des Films spannung aufzubauen, doch gelingt das kaum. Man merkt einfach immer wieder, dass es sich um eine Amateurproduktion handelt. Denn neben vielen Logiklöchern in der Handlung, wovon auch ein paar Fehler sind, die später im Text noch Thema werden, wirkt manches doch unausgereift. Denn man wirft dem Zuschauer einfach Charaktere an den Kopf, die zwar eine kleine Einführung bekommen aber dann einfach nur noch da sind. Wie die eine Domina aus dem Bordell, die scheinbar nur am Anfang und am Ende auftaucht. Scheint aber eigentlich wichtig zu sein.

Tarantino Dialoge treffen auf Sexploitation oder so ähnlich.

Wie schon angesprochen, entstand Der Todesengel 1998 und da gab es ein paar Filme die alle prägten und man versuchte sie zu Kopieren. So auch Pulp Fiction, dass merkt man auch bei dem Werk von Andreas Bethmann. Denn Timo Rose und Marc Fehse als Gangster unterhalten sich über alles mögliche während sie Autofahren. Das erinnert stark an den Kultfilm von Tarantino. Zwar sind beide im Film die mit dem meisten Schauspieltalent, dennoch wirkt alles doch etwas zu aufgesetzt und auf Cool getrimmt.

Auch sonst merkt man dem Film an, welche Vorbilder Andreas Bethmann hat bzw. das seine Vorliebe für das Kino der 70er sehr deutlich ist. Denn wie einst in Sexploitationsfilmen aus Italien, so hat auch Der Todesengel immer wieder Sexszenen zu bieten. Zwar sind diese hier noch gestellt und für das was Bethmann später drehte noch relativ Harmlos. Dennoch sind sie vor allem am Anfang des Films vorhanden. Auch gibt es wieder eine Szene wo Nekrophilie eine Rolle spielt.

Auch das Rape n Revenge Genre wird im Film mit eingebaut. Obwohl Maniala wohl eher ein Trauma hat und dies immer wieder ihre Gewalttaten auslöst. So wirkt es doch auch eine Rache an den zwei Gangstern. Was natürlich im Finale gipfelt. Wo dann auch noch ein paar andere Dinge passieren.

Sex, Gewalt und irgendwie sind alle Nebendarstellerinnen hübscher.

In einer alternativen Welt wird wohl Katharina Herm die Hauptrolle in Der Todesengel haben. In unsere hat sie nur eine Nebenrolle. Sie spielt die Freundin von Maniala, welche hier Herren Besuch bekommt und dann entführt wird. Hey Sexploitation,alle Kerle sind in dem Film Notgeil, Gangster oder unfähige Polizisten. Jedenfalls verkörpert sie etwas das unschuldige Mädchen (Nope das war keine Anspielung an Schulmädchen Report 2000 wo sie auch mitwirkt), auch kommt ihre Handlung etwas zu kurz und wird schnell Abgefrühstückt.

Auch bekommt ihr Charakter am Ende sogar eine Hommage an einen Kannibalenfilm, denn wird sie auch an der Brust aufgehangen. Man merkt also wirklich immer wieder die Vorliebe von Andreas Bethmann. Dieser Effekt ist auch gelungen, im Abspann wird das ganze noch als Spezielle Effekte betitelt, die Andreras Bethmann und Timo Rose gemacht haben. In den 90ern warn halt alles noch etwas deutscher in der Sprache.

Sonst sind viele der speziellen Effekte im Film eher billig und man sieht deutlich an, dass der Streifen nicht der teuerste war. Das merkt man auch bei der Bildqualität, was damals auf einen Röhrenfernseher sicherlich besser aus sah. Ist heute vielleicht irgendwo Retro. Jedenfalls merkt man hier aber schon, dass Andreas Bethmann Talent hat und viele Aufnahmen besitzen auch Bewegung und auch der Schnitt ist besser. Obwohl es da immer noch ein paar Fehler gibt. Warum zur Hölle hat Maniala am Ende ein Tattoo auf ihrem Venushügel. Achtet da bitte mal drauf, vor dem Finale ist da keiner und im Finale ist es einfach da.

FAZIT:

Der Todesengel ist sicherlich ein Film der zeigt das die deutsche Amateurszene mehr kann als nur Wald und Wiesen Splatterfilme. Dabei merkt man aber auch sehr deutlich das man kaum Geld hatte und am Ende kann er kaum überzeugen oder unterhalten. Dennoch ist er ein interessantes Produkt seiner Zeit.

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 3/10
    Schauspiel - 3/10
  • 5/10
    Regie - 5/10
  • 3/10
    Erotik - 3/10
  • 3/10
    Spannung - 3/10
3.6/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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