Lebendig gefressen

Umberto Lenzi der italenische Regisseur der in jedem Genrevertreten war, drehte aber ein paar Filme für das Kannibalenfilm Genre auch Lebendig gefressen gehört dazu.

Das italienische Kino und die Kannibalenfilme, ein Genre das sehr kurzlebig war und nur wenige Vertreter hervor ruf, was natürlich auch etwas an der Thematik lieg und wie viel kann man eigentlich zeigen, bevor es sich wiederholt. Dabei drehte Umberto Lenzi schon 1972 den Film Mondo Cannibale und auch später als Ripoff zu Cannibal Holocaust, den Film Cannibal Ferox. 1980 drehte er aber auch Lebendig gefressen, ein Genrevertreter der eigentlich mehr sein will als der übliche Kannibalenfilm. Dabei schafft es Lenzi auch etwas aus den Genrekonvention auszubrechen, dabei bleibt er aber dem Exploitation immer treu. Dabei mischt er aber auch einige andere Elemente in den Film.

Der Film beginnt mit drei Morde und diese führen zu Shelia, denn in der Tasche den Täters befinden sich 8mm Aufnahmen von Diana, die Schwester von Shelia. Die bei einem Ritual mit macht. Alles führt zu den Sektenanführer Jonas, der irgendwo in Guinea ist und dort sein Sektenlager betreibt. Shelia glaubt das Diana noch lebt und bittet im Dschungel Mark um hilfe sie zu finden. Bei der Handlung merkt man schon, dass Lebending gefressen einen anderen Weg geht. Denn kein Team wagt sich in den Dschungel um dort etwas zu erforschen oder zu Filmen, sondern hier wird jemand gesucht.

Die Handlung ist sehr Einfach und großteils laufen Mark und Shelia durch den Dschungel und suchen etwas. Es dauert auch sehr lange bis sie die Sekte finden und dort merkt man auch schnell, dass Lebendig gefressen wohl eigentlich gar kein Kannibalenfilm sein will, denn es stellt sich nie die Frage:Wer ist hier eigentlich der Wilde? Denn man greift hier Reale Ereignisse auf. Dazu kommt aber auch, dass die Kannibalen eigentlich nur Nebenhandlung sind und hier mehr dazu dienen Mark und Shelia in der Handlung voran zu bringen.

Jones Town als Vorbild und die Sekte ist hier das Böse in Lebendig gefressen.

1978 bewegte Sektenanführer Jim Jones 900 Menschen dazu Selbstmord zu begehen oder sie wurden getötet, bekannt wurde es auch als das Jones Town Massaker und Ti West nahm dies als Vorlage für seinen Horrorfilm The Sacrament. Doch auch Umberto Lenzi nahm dies als Vorbild für Lebendig gefressen, denn die Sekte und was mit ihr passiert am Ende, spiegelt das wieder was in Jones Town passiert ist. So steht die Sekte in dem Film im Vordergrund.

Schon beim Eintreffen von Shelia und Mark in dem Dorf der Sekt, werden wir als Zuschauer und auch die beiden Zeugen eines Rituals. Hier wurde der Ehemann einer Frau getötet, die von Me Me Lai gespielt wird. In ihrer Asche dürfen nun die Brüder des verstorben die Ehefrau besteigen. Dabei schaut das restliche Dorf zu. Dies zeigt deutlich, dass in dem Film hier die Sekte die eigentliche bedrohung ist. Denn die restliche Gefahr von den Wilden, welche im Dschungel lauern sind kaum eine Bedrohungen und werden nur für Shockmomenten genutzt.

Natürlich betrachtet Lebeding gefressen, die ganze Sekte nicht nüchtern und zeigt alles, sondern es wird sehr reißerisch in Szene gesetzt. So gibt es Rauschmittel zum trinken, damit alle gefügig sind. Frauen müssen oben ohne auftreten. Zwar sind das alles Sache, die Sekten wahrscheinlich wirklich tun, doch es wird in dem Film nie kritisch betrachtet.

Kannibalismus, Tiersnuff und wiederverwertung.

Die Kannibalenfilmen sind berühmt und berüchtigt, wegen ihrer Tiersnuffszenen und natürlich auch den Splattereinlagen. In diesem belangen ist Lebendig geferessen schon etwas harmloser. Zwar gibt es hier auch einige Tiersnuff Szenen, diese sind aber aus anderen Kannibalenfilmen entliehen. So betriebt Umberto Lenzi hier nur wieder verwertung. Das betrifft aber den ganzen Film und das merkt man stellenweise auch.

Auch bei den Kannibalenszenen im Film wurde auf anderen Filmen zurück gegriffen. So ist zum Beispiel der Tod von Me Me Lai aus Mondo Cannibalo 2 entommen, auch andere Szenen sind aus anderen Filmen des Genre entliehen und so ist der eigen Anteil an neuen Splatterszenen doch gering und diese wirken auch eher billig. So ist Lebendig gefressen in diesen Punkten, wohl eher für Fans des Genres nicht so befriedigend.

Dennoch schafft Umbero Lenzi in den Streifen etwas Spannung ein zu bauen. Immer wieder will man doch wissen wie es weiter geht. Wer wird überleben und wer stirbt? Dazu ist das Ende auch etwas offen. Doch wenn Shelia und Mark durch den Dschungel laufen, merkt man deutlich, das was sie sehen aus anderen Filmen stammt, was aber etwas das ganze Abenteuer etwas aufwertet.

FAZIT:

Lebending gefressen ist ein Kannibalenfilm der eigentlich keiner sein will. Denn hier steht der Kannibalimus im Hintergrund und wird nur für Shockmomente genutzt. Vielmehr geht es in dem Film um die Sekteund man schlachtet etwas das Jones Town Massaker aus und baute es hier in die Handlung mit ein. Dabei bietet der Film dennoch Spannung und ist handwerklich gut gemacht.

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 5/10
    Extrem - 5/10
6.0/10

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Handlung:

In New York kommt es zu mehreren mysteriösen Todesfällen. Der Täter, ein geheimnisvoller Indio, kann schließlich gefasst werden, stirbt aber, bevor man die Hintergründe der Taten aufklären kann. In seinem Gepäck findet man einen Film, der Szenen aus den Riten einer dunklen Sekte zeigt. Auf den Aufnahmen sieht man auch eine junge Frau, die als vermisst gilt. Der Abenteurer Mark soll im Auftrag des FBIs und mit der Schwester der vermissten jungen Frau eine Expedition in den dichten Dschungel Neu-Guineas leiten. Dort will man auf die Spur der geheimnisvollen Sekte kommen. Doch die Wildnis steckt voller Gefahren und die Sektenanhänger sind gefährlicher, als man zunächst geglaubt hatte. Außerdem jagen und durchstreifen menschenfressende Eingeborene den Dschungel. So überschlagen sich die Ereignisse und es stellt sich schnell die Frage, ob die Expeditionsmitglieder die grüne Hölle je wieder lebendig verlassen können.

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