Playboys

Playboys

Skandalregisseur Tinto Brass zeigt mit Playboys uns einen Film der sich um den Po und betrügen dreht.

Tinto Brass ist einer der italienischen Regisseure, die schon mit seinen ersten Werken für Skandal sorgte. Denn nach dem er in Salon Kitty die Ästhetik der Nazis mit Sex zeigt, war sein zweite Film Caligula einer der Skandaltächtigsten Filme aller Zeiten. Doch auch im Jahr 2000 drehte er einen Film, vielleicht nicht mehr so Skandalös, dafür aber immer noch sehr Provokant. Das ist Playboys, der im Original Trasgredire heißt und im englischen Cheeky. Was ein passenderer Titel für den Film ist, als der deutsche. Denn im Film geht es um den Po aber auch ums Fremdgehen.

Die Handlung dreht sich um Carla, welche gerade in London angekommen ist und eine Wohnung sucht. Dabei trifft sie auf die Maklerin Moira, welche sofort der schönen Italienerin verfallen ist. Doch Carla steht eher auf Männer auch wenn sie in Italien einen Freund hat, der vor Sehnsucht und Eifersucht glüht, treibt sie es doch auch in London wild. Man merkt, der Film hat eine Handlung die nicht viel her gibt auf den ersten Blick. Dabei dreht sich alles um das Thema betrügen und Fremdgehen. Dabei ist alles aber sehr oberflächlich behandelt und manches wirkt halt sehr konstruiert, dass man eine nächste Szene zeigen kann, wo es Sex oder Nacktheit gibt.

Auch bei der Charakterzeichnung bleibt man sehr oberflächlich. So bekommt man als Zuschauer natürlich schnell mit, wie welche Figur gestrickt ist und daran wird auch nichts geändert. Auch sind die Geschlechterrollen sehr deutlich. Selbst wenn man versucht Carla als unabhängige starke Frau zu zeigen. So betrügt und lügt sie doch ständig und lässt sich dabei auch von Männer nehmen, fast schon vergewaltigen und geniesst es dennoch.

Carla und die Männer und die Frauen.

Carla ist die Hauptfigur von Playboys und das macht uns der Film schon im Vorspann klar, wie sie in ihrem hellblauen Top durch den Park läuft. Am Ende trifft sie auf einen Mann, der ihr sein eregiertes Glied zeigt. Dabei reagiert sie etwas erschrocken, hebt dann aber ihren Rock und zeigt das sie nichts drunter hat und präsentiert so dem Typ und dem Zuschauer ihren Busch. So ist klar, in Playboys geht es um Sex und das webliche Geschlecht und Carla ist kein Kind von Traurigkeit.

Im Verlauf des Films erfahren wir immer mehr über Carla und ihr treiben. Dabei fällt auf,  sie ist nicht wirklich Treu und ihr Freund hat eine rege Fantasie. Dazu betont sie zwar immer wieder, dass sie Männer mag, doch wenn Moira Hand an sie elgt,  lässt Carla es immer kurz zu, dann stößt sie weg. Es ist fast schon ein Spiel um Eroberung. Alles gipfelt in einer Szene bei einer Orgie. Carla bricht zusammen, nach dem sie ein Mann Anal genommen hat. Doch das ist nicht das Problem. Sondern ihr Freund der Eifersüchtig ist. Hier nutzt Moira die Chance. Das führt zum Finale des Films.

Carla ist der Mittelpunkt der Handlung und alles dreht sich um sie. Dabei muss man aber sagen, dass sie zwar ein interessanter Charakter ist. Dennoch ist manches schon sehr fragwürdig. Denn ihre Figur handelt so absurd manchmal, das man sich fragt ob die Handlung wirklich ihren Charakter dienlich ist oder doch nur da ist, damit man wieder Nacktheit ins Spiel bringen kann.

Die Handlung von Playboys hat einige Probleme.

Wie schon angemerkt ist die Handlung des Films nicht die beste und das merkt man ständig. Dabei könnte man natürlich darüber hinweg sehen. Denn Playboys ist ein Erotikfilm. Doch es ist kein Porno und so sollte alles doch etwas mehr Sinn ergeben. Zwar dreht sich hier auch einiges um eine Art Cuckold Beziehung. Denn am Ende will Matteo von Carla sogar angelogen werden und gibt ihr somit einen Freifahrtsschein fürs Fremdgehen. Dennoch macht das wenig Sinn. Denn vorher war er angepisst. So wird er wohl nur von seinen trieben geleitet und will Carla nicht verlieren. Liebe sieht anders aus.

Im ganzen Film gibt es immer wieder Probleme mit der Handlung und wie einige Charaktere Handeln. Alleine Moira die immer wieder zurück gestoßen wird und dann doch ein auf Freundin macht, nur damit sie vielleicht doch zum Stich kommt. Alles wirkt merkwürdig und stört einen auf die Dauer doch. Denn so unentschlossen wie Carla in dem Bezug ist, ist es auch Playboys. Als Zuschauer der die Handlung verfolgt wird auch schnell klar, dass es nicht mal einen Grund gibt war Carla eigentlich in London ist. Sie ist einfach da.

Einfach da sind aber auch andere Charaktere, wie der Ex-Ehemann von Moira, obwohl der nur in einer Szene zu sehen ist und auch nur Carla will, Ja in Playboys sind alle immer Notgeil und wollen gleich Sex. Reden tut man zwar aber meist über sehr Banale dinge. Manchmal auch mit sexuellen Anspielungen. Einzig interessante an dem ganzen. In einer Rückblende, war Carla und Freunde im Kino und schauten The Key, einen Tinto Brass Film. Eine kleine selbstreferenz, das war ein kleines nettes Detail.

Der Hintern steht im Mittelpunkt.

Da die Handlung von Playboys nicht viel her gibt, so muss es das optische manchen, wir sind ja schließlich bei einem Film. Eins ist deutlich in Italien ticken die Uhren doch etwas anders. Denn was der Film uns als Softerotik verkauft, geht in anderen Ländern nicht mehr durch. Denn immer wieder grenzt man der Schwelle der Pornografie. Auch wenn die Penisse aus Gummi sind, so gibt es viele Aufnahmen von gespreizten Beinen und das auch in Nahaufnahme.

In Nahaufnahme sieht man auch immer wieder den Hintern. Sehr deutlich also, dass das Objekt der Begierde hier der Po von Carla ist. Denn so gibt es eine längere Szene die am Strand spielt und ihr Liebhaber, sie nicht nur zärtlich am Po streichelt. Sondern auch an seinen Fingern riecht, dann zum Rimmjob ansetzt und sie am Ende auch noch Anal nimmt. Das ist nicht das einzige Mal in Playboys, wo es um Anal verkehr geht. Doch auch in vielen anderen Szenen,zoomt die Kamera auf den Po und auch das Arschloch ist zu sehen. Selbst wenn Moira Hand an Carla legt, so fässt sie immer wieder ihren Hintern an.

Im Verlauf des Films stellt man aber auch schnell fest, das sich einiges wiederholt. So gibt es bestimmten Aufnahmen die immer gleich sind. Das kann natürlich zum Stil des Regisseurs gehören oder es man sagt, es ist einfallslos. Jedenfalls gibt es bestimmt Aufnahmen in Playboys immer wieder. Meist dreht sich dabei um Zooms und Nahaufnahmen, die immer wieder im selben Stil gehalten sind. Man soll wirklich verstehen das hier der Hintern das Objekt ist, was man in Szene setzen will.Vor allem dem von Carla.

Erotik!?

Ein Film wie Playboys ist erotisch, auch wenn die Handlung und das treiben der Charaktere natürlich einiges etwas herabsetzen. So bekommt man doch viele erotische Szenen. Das liegt vor allem an Yuliya Mayarchuk, welche Carla verkörpert. Sie macht das sehr Sinnlich und verspielt. Wie der Film, denn neben all den Negativen. Tinto Brass weiß wie man einen Film erotisch in Szene setzt. Das zeigt er auch mit Playboys.

Der Film ist ein Grenzgänger, denn bei der Orgienszene merkt man, das man hier zwar mehr zeigt als andere Filme. Dennoch ist alles nur gestellt und manches sieht man deutlich. Dabei wird versucht das alles erotisch zu zeigen. Doch die Szene mit Carla und den Mann im Bad, ist dann eher wie eine Vergewaltigung inszeniert. Denn er nimmt sie einfach von hinten und es wirkt nicht so als ob sie das wirklich will. Dazu passt dann auch die nächste Szene, bis man feststellt, es ging nie darum.

FAZIT:

Playboys ist ein erotischer Film mit einer schwachen Handlung. Man merkt immer wieder das vieles nur dafür da ist, um Sex zu zeigen. Das stört auf die Dauer des etwas. Dazu kommt das manches sehr fragwürdig ist und vielleicht Provozieren soll. Am Ende wird man aber unterhalten und kann eine wunderschöne Frau und ihren Hintern betrachten.

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
6.3/10

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Handlung:

Die 20-jährige Carla, eine üppige und ausgesprochen freizügige Italienerin, läßt Ihren heißgeliebten Freund Matteo in Venedig zurück, um ‘tiefer’ in die Feinheiten der englischen Sprache ‘einzudringen’. Als Matteo jedoch von Carlas zahlreichen Affären Wind bekommt, reist er ihr vor Wut schäumend nach…

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