Pieces – Stunden des Wahnsinns

Pieces ist die spanische Version eines Giallo, mit viel Exploitation.

Anfang der 80er war es schon vorbei mit der Giallowelle und der Slasher übernahm die Kinoleinwände. Dabei war das nur die US Version des Giallo. Doch dieses europäische Genre aus Italien hatte die US Version natürlich stark geprägt. Doch in Europa drehte man auch andere Film, denn die VHS kam auf und man konnte Filme billige für den Heimkinomarkt drehen. Dabei gab es natürlich vor allem aus Italien eine menge Explotations potenzial. Doch auch in Spanien drehte man Film und Pieces – Stunden des Wahnsinns ist ein Beweis dafür. Doch dieser Film ist noch viel mehr und doch sowenig. Er zeigt aber perfekt, welche Art von Film angesagt waren und warum so viele so beliebt sind.

Der Film beginnt mit einem Jungen, der ein Puzzle einer nackten Frau zusammensetzt und von seiner Mutter erwischt wird. Das löst bei ihm ein Trauma aus und so bringt er die Mutter um. 40 Jahre später und es beginnen wieder Morde. Der Junge von damals ist erwachsen geworden und löst das Puzzle erneut und bringt Frauen um nimmt dabei Leichenteile mit. Doch wer ist der Mörder und warum tut er dies? Der Auslöser für dieses Trauma sieht man gleich zu beginn, eine Studentin fährt gegen einen großen Spiegel der gerade ausgeladen wird. S wird sie auch das erste Opfer.

Die Handlung zeigt uns viele Figuren am Anfang, dabei sind die beiden Polizisten die ermitteln, zwei der Hauptcharaktere. Dazu kommt noch Candy ein Student, der immer wieder an einem Tatort landet und ein Psychologe ist auch noch dabei. Fertig ist die Gruppe an Personen, welche versucht den Mörder zu finden. Dabei merkt man als Zuschauer aber auch deutlich, bei welchem Filmen und Genre man Anleihen genommen hat.

Der Gialloanteil in Pieces

Bei Pieces – Stunden des Wahnsinns handelt es sich um einen Giallo und das ist auch immer wieder sehr deutlich. Auch wenn man meinen könnte, es wär ein Slasher. Doch einiges ist einfach unverkennbar. Zwar sind die grenzen zwischen Giallo und Slasher fließend in dem Film. Doch einiges erinnert an das italienische Genre. Der Killer der erst am Ende enthüllt wird und warum er dies tut, das hat hier einen psychologischen Hintergrund und 1982 war die Slasherwelt noch eine andere. So war es bei Freitag der 13. Rache und bei Halloween war es ein Psychopath der einfach Mordet und dabei seine Schwester sucht.

Doch bei Pieces dreht es sich um ein Kindheitstrauma, ähnlich wie bei Dario Argentos Profondo Rosso, ist es auch ein Kind am Anfang das etwas schreckliches erlebt, nur ist es bei Pieces das Kind selbst was tötet und dann so tut als wär es ein Fremder gewesen. 40 Jahre später wird das Trauma wieder ausgelöst. Anstatt das ein Charakter etwas gesehen hat und sich nicht genauen erinnern kann was es war. So ist es hier das Puzzle das zusammengesetzt wird. Auch ist es nicht die Polizei die den Fall löst, obwohl es hier der Psychologe ist und kein Außenstehender. Dazu spielt der Film auch in den USA. So ist es kein US Bürger wie bei Argento meist. Sondern ein Student.

Auch wenn der Film stylisch nicht ganz einem Giallo entspricht, so findet man doch viele Anteile wieder. Obwohl das Aussehen des Killers wohl eine Anlehnung an die Comic Figur Shadow ist. Kennt Ihr vielleicht aus dem Film Shadow und der Fluch des Kahn.  So kann man sagen Pieces ist ein Exploitations Giallo.

Der Slasheranteil in Pieces

Da haben wir es, Pieces ist aber auch ein Slasher und auch dies sieht man immer wieder deutlich. Angefangen dabei das hier nur Frauen getötet werden. Obwohl das auch noch zum Giallo passt und dem psychologischen Aspekt des Films. Doch die Damen haben Sex und das gern. Drogen nehmen sie auch noch. Was natürlich im Slasher immer die Holzhammer Botschaft war, wer Sex hat und Drogen nimmt der stirbt in diesem Genre, weil das ist Böse, jedenfalls in den USA. Dazu kommt das der Killer entweder mit einer Kettensäge mordet oder mit einem langen Messer. Das erinnert an Texas Chainsaw Massacre und Halloween.

Die letzte Szene ergibt auch nur Sinn betrachtet man Pieces als einen Slasher. Es ist der letzte Schrecken, die letzte große Wendung im Film. Ähnlich wie bei Freitag der 13., denn dort gibt es auch so eine Szene und dann endet der Film. Es gibt dazu keine Erklärung. Nur bei Pieces ist es wohl sehr eindeutig, denn wenn andere Phallussymbole im Film immer funktionieren. Wird hier jemand entmannt, für den Sex mit den verschieden Mädchen den er hatte.

Auch jagt der Killer bei Pieces Minuten lang eins seiner Opfer bevor er es umbringt. Auch dies kann beim Giallo vor kommen, doch dort ist es subtiler und mit mehr Spannung versehen. Hier ist es wohl eher der Exploitationsanteil und das Opfer ist auch oben ohne. So kann man es nicht leugnen. Pieces ist eine Mischung aus Giallo und Slasher und wohl deswegen so beliebt, weil er beiden verwandten Genre miteinander verbindet.

Wie die Handlung ein Giallo Slasher Mix ist, so ist es auch die Kameraführung und der Schnitt.

Ja Pieces bietet einen bunten Mix an Einstellungen. Dabei zeigt Regisseur Juan Piquer Simón sogar durchaus Talent. Denn ein paar Einstellungen vor allem am Anfang des Films, wenn der Killer in der Bibiolothek sein Opfer beobachtet, sind aus der POV Perspektive gedreht und so ist die subtile Kamera unser Auge. Das baut Spannung auf, welche aber schon bald zerstört wird. Dabei merkt man dann auch immer wieder, dass der Slasher einschlägt. Denn nach der subtilen Kamera, folgt etwas anderes. Wir sehen wie ein Mädchen sich langsam entkleidet um imn Pool schwimmen zu gehen. Warum sie ihr Oberteil dabei auszieht bleibt ein Rätselt. Vielleicht erwartet sie ja Candy.

Auch fehlt die Symbolhaftigkeit vieler Giallo. So gibt es zwar mit Blau eine Farbe die immer wieder zu sehen ist und manche Dame die stirbt trägt Rot. Doch sonst fehlt vieles und alles ist darauf ausgelegt einen Schauwert zu bieten. Sei es nackte Haut oder Gewalt. So zieht sich der Film gegen Ende auch immer wieder etwas und man hofft das bald die Auflösung kommt. Denn viel erwartet man optisch nicht mehr.

Andere Kuriositäten in Pieces

Der Film bietet eine Menge Szenen wo es Blut und Gedärme zu sehen gibt. Da die Produktionkosten gering waren. Entschied man sich für echte Tiergedärme und Schweineblut. In einer Szene wird sogar eine Schweinehälfte mit einer Kettensäge zerteilt. Darum wirken die Effekte trotz der  billigen Produktion so gelungen.

Es gibt eine Szene in Pieces die passt nicht in den Film. Wenn eine Frau durch eine Gase läuft und vor ihr taucht ein Typ auf und sie schlägt ihn nieder. Unser Held taucht auf und fragt ob alles Ok ist, dabei erzählt er noch. Das der niedergeschlagene Typ sein Kung Fu Trainer ist. Das ist kein geringer als Bruce Le, der Bruce Lee Klon. Der in unzähligen Brucepolotationsfilmen die Hauptrolle übernahm. Der Grund dafür, ist einer der Produzenten des Films. Dieser drehte mit Bruce Le in Rom gerade Filme und sah das als Chance für Gratis Werbung.

FAZIT:

Pieces – Stunden des Wahnsinns ist ein durchaus unterhaltsamer Mix aus Giallo und Slasher. Der deutlich auf der Slasherwelle mit schwimmt aber dennoch etwas eigenes sein will. Dabei setzt man auf einen hohen Exploitationsanteil. Sieht man den Film wird klar warum er so beliebt ist.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Effekte - 6/10
6.0/10
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Wegen eines Puzzles, das eine nackte Frau zeigt, hackt ein Junge aus lauter Wut seine Mutter, die ihm das Spiel verbieten will, in Stücke. Die Polizei glaubt seinen Worten, dass ein wahnsinniger Killer der Täter war.

Vierzig Jahre später geschehen an einem College in Boston fürchterliche Morde. Ein grausamer Killer zerstückelt mit einer Kettensäge junge Studentinnen und fügt sie wieder zu einem menschlichen „Puzzlespiel“ zusammen. Die nackte Angst geht um. Wer wird der nächste sein? Eine junge Polizistin wird als Lockvogel eingeschleust. Schnell stellt sich heraus, dass der Killer unter den Lehrern zu suchen ist. Doch wer ist es? Die Morde gehen weiter, und es bleibt wenig Zeit, den Täter zu entlarven und um sein schreckliches Geheimnis zu enthüllen.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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