Die Rückkehr der lebenden Toten

Mit Die Rückkehr der lebenden Toten lieferte Frankreich ein Beitrag zum erotischen Zombiefilm ab.

Frankreich ist zwar bekannt für viele Filme und Regisseure die einiges vollbracht haben. Heutzutage denken viele dabei an Komödien, davor gab es eine Horrorwelle und davor Actionfilme und natürlich immer viele Genrebeiträge. In den 80ern gab es auch viele erotische Filme, auch Jean Rollin drehte den ein oder anderen Beitrag, doch was schon in den 70ern. 1987 drehte der Porno und Softcore Regisseur Pierre B. Reinhard einen Zombiefilm. Doch dabei sollte Die Rückkehr der lebenden Toten nicht wie die üblichen Zombiefilme werden. Vielleicht auch versucht in die Fußstapfen von Jean Rollin zu treten. Doch am Ende kam ein Film dabei raus, der nicht wirklich ein Zombiefilm war.

Die Handlung von Die Rückkehr der lebenden Toten aka Rache der Zombies ist auch sehr untypisch für einen Zombiefilm. Obwohl alles so beginnt als man gleich bei Jean Rollins Zombiefilm Beitrag landet. Doch schnell wird klar, auch hier verzichtet der Regisseur nicht auf Sex und nackte Haut. So entwickelt sich die Handlung und irgendwie vergisst man auch schnell, dass es hier um einen Zombiefilm geht. Denn die eigentliche Handlung erinnert an einen Thriller. Denn hier kocht jeder sein eigenes Süppchen und die Sekretärin scheint einen Plan zu haben. Doch von Zombies ist nicht die Spur. Das dauert bis zur 27. Minute, selbst hier tauchen sie kurz auf und sind wieder verschwunden.

Es wird sehr schnell deutlich, so richtig will der Film auch kein Zombiefilm sein, was vielleicht auch am Ende liegt. Was hier für eine Wendung aufgefahren wird, die hat man nicht kommen sehen. Obwohl doch, schaut man den Film und denkt etwas mit. Denn irgendwie ist klar was hier abgeht und am Ende man halt doch einen Thriller und keinen Zombiefilm.

Thema verfehlt

Man sollte ja bei einem Film wie Die Rückkehr der lebenden Toten erwarten das man hier auch Zombies zu Gesicht bekommt oder eine Handlung die mit dem Thema spielt. Doch man macht sehr deutlich, die Untoten sind nur Nebencharaktere und tauchen immer nur dann auf, wenn gerade eine Person sterben muss. So baut man hier eher die Handlung eines erotischen Thriller auf. Denn es geht um Geld und eine Chemiefabrik und etwas Sozialkritik gibt es auch in der Handlung. Die Fabrik ist Böse. Die Chemie die hergestellt wird ist böse.

Doch der Film verfehlt sein Thema komplett. Obwohl die Idee und Auflösung am Ende eine nette Idee sind. So ist es doch irgendwie nicht das was man erwartet. Mit der ganzen nackten Haut und dem Sex findet man sich ab. Es ist nicht der erste Zombiefilm der dies tat. Man denke nur an In der Gewalt der Zombies. Doch Spannung kommt nur selten auf. Denn man springt von Szene zu Szene und versucht die dürftige Handlung zusammen zu halten.

Es gibt zwar noch ein paar Filme die mit Zombies beworben werden und es gibt keine Zombies. Doch Die Rückkehr der lebenden Toten ist sicherlich der Einzige von diesen Filmen, wo es Zombies gibt aber diese wie Auftragskiller agieren. Denn sie bringen nur bestimmte Menschen um. Was vielleicht wie Rache wirkt der Untoten oder in der deutschen Synchronisation auch von Geistern gesprochen. Als Zombie wird hier keiner bezeichnet. Das ist noch ein Hinweis darauf das  der geneigte Zombie Fan hier leer ausgeht.

Merkwürdige Nebenhandlung

Im Verlauf des Films gibt es so einige Nebenhandlungen die manchmal auch im Sand verlaufen. Ein paar sind aber sehr merkwürdig. Denn man fragt sich ja, warum gerade das passiert was man sieht. Für ein paar bekommt man eine Erklärung. Es gehört zu dem großen Plan der Sekretärin. Doch dann gibt es da noch den einem Mitarbeiter aus der Chemiefabrik. Denn der bekommtimmer mehr bedeutung in der Handlung. Dabei hat man aber keine Ahnung wieso. Ok, die Sekretärin ist scharf auf ihn. Doch das war es eigentlich schon. Wär da nicht ein Unfall und seine Hand. Die Hand wird im Verlauf der Handlung noch wichtig.

Dieser Charakter ist es also der das Potenzial hätte zu einem Zombie zu werden. Doch was macht man bei Die Rückkehr der lebenden Toten? Man nutzt es kaum. Denn hier gibt es wirklich gute Ansätze, vor allem wird er auch immer Wahnsinniger und seine schwangere Frau auch. Das alles gipfelt in einer schockierenden Szene, jedenfalls soll sie das. Doch danach hört man nichts mehr von der Figur. Es ist so als ob man sie vergessen hat. Dabei war das noch das interessanteste an der Handlung.

Erotik und Horror, das funktioniert. Nur nicht bei Die Rückkehr der lebenden Toten.

Man merkt deutlich das Regisseur Pierre B. Reinhard vom Porno und Softcore Film kommt. Denn er versucht immer wieder die Szenen mit Nacktheit erotisch darzustellen. Selbst die drei Zombiedamen dürfen sich entkleiden und mit einem Opfer rum machen. Was eine der merkwürdigsten Szenen im ganzen Film sind. Dabei merkt man aber auch, vor allem am Anfang. Das er versucht Spannung auf zu bauen. Obwohl das Verfolg des Milchtrucks, zwar etwas Spannung liefert und auch gut gefilmt ist. Schwingt es schnell zu einer pornorösen Szene um.

Immer wieder unterbricht der Film seine Handlung um uns etwas Sex oder ein paar nackte Frauen zu zeigen. Was durchaus funktionieren kann. Tut es bei Die Rückkehr der lebenden Toten aber selten. Die Mädels sind hübsch, keine Frage. Nur funktioniert es im Kontext überhaupt nicht. Auch hier gibt es das Problem wie bei In der Gewalt der Zombies, das der Film sich nicht entscheiden kann, was er sein will. Doch bei Rache der Zombies noch schlimmer.Denn zu den Zombies und der Erotik, kommt auch noch das Thrillerelement hinzu. So bekommt man zwar einen wilden Genremix zu sehen, der aber nur selten funktioniert.

Kamera, Atmosphäre und guten Soundtrack, alles vorhanden aber irgendwie…

Es fehlt einfach was bei Die Rückkehr der lebenden Toten. Der Film ist nicht ohne Grund bei Trashfans beliebt. Dabei ist die Kamerarbeit gut und auch der Schnitt funktioniert, mit einem paar netten Ideen für Sezenenwechsel. Man sieht deutlich das alles ihr Handwertk verstehen. Die Effekte sind Ok. Man sieht aber deutlich das es Masken sind bei den Zombiedamen, könnte aber auch Absicht sein. Die Splattereinlagen sind kurz und etwas blutig. Es gibt zwar eine härtere Szene. Die ist aber schlecht gefilmt. Man versuchte wohl den Effekt zu vertuschen.

Der Soundtrack ist wirklich gelungen und das beste am ganzen Film. Denn dieser erzeugt auch immer wieder Atmosphäre und etwas Spannung. Vor allem am Anfang, wenn die Zombies sich das erste Mal aus ihren Gräbern erheben. Hier merkt man auch, das Die Rückkehr der lebenden Toten wohl wirklich einmal ein Zombiefilm hätte werden können. Doch die Handlung stellt sich immer wieder selber ein Bein.

FAZIT:

Die Rückkehr der lebenden Toten ist Trash und das von der Sorte, der zwar unterhaltsam sein kann, muss er aber nicht. Die Zutaten des Filmes sind viele und nichts will so richtig funktionieren. So gibt es immer wieder nette Ideen oder ein paar Interessante Wendungen. Doch am Ende hat man das Gefühl man sah einen Thriller mit etwas Erotik. So ist es ein Film ohne wirkliche Zombies, dafür aber mit nackter Haut.

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 5/10
    Atmosphäre - 5/10
  • 4/10
    Effekte - 4/10
5.2/10
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Handlung:

Die Chemiefabrik eines kleinen, verschlafenen Ortes wird von Unbekannten erpresst. Die Erpresser drohen damit, etwas Schreckliches zu unternehmen, wenn auf die Geldforderungen nicht eingegangen werden sollte. Doch die Firmenleitung ignoriert die Drohungen und bleibt hart. Diese Entscheidung müssen drei junge, hübsche Frauen, die in der Chemiefabrik arbeiten, nach dem Genuss von vergifteter Milch mit dem Leben bezahlen. Doch das Gift scheint die jungen Frauen nicht nur getötet zu haben, es lässt sie des Nachts auch wieder aus ihren Gräbern steigen. Sie sind zu blutrünstigen Zombies mutiert, die nur eines im Sinn haben: Menschenfleisch.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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