Hard Target

Hard Target 2

Hard Target 2 ist die Fortsetzung zu dem John Woo Klassiker Harte Ziele.

1993 drehte John Woo mit Harte Ziele seinen ersten Hollywood Film und war damit sehr umstritten. Denn seine Action und der Film ansich kam bei den Kritikern weniger an, dafür aber bei den Fans. Auch wenn das Heroic Bloodsheed Kino damit auch vorbei war. 2016 B-Film Regisseur Roel Reiné dreht mit Hard Target 2 die Fortsetzung. In der Hauptrolle Scott Adkins. Die Frage die hier natürlich im Raum steht: Ist ein Sequel wirklich notwendig?

Die Handlung von Hard Target 2 nimmt sehr viele Elemente aus dem Original und baut sie in seine Handlung ein. Dieses Mal geht es aber nicht darum heraus zu finden, was mit einer Person passiert ist. Sondern der Hauptcharakter Wes Baylor landet direkt in dem Spiel. Wir befinden uns in Myanmar und Baylor will seine Vergangenheit vergessen, denn er hat aus Versehen in einem MMA Kampf seinem besten Freund getötet. Doch er bekommt ein Angebot für einen Kampf. Schnell stellt er fest, das war eine Falle und die Hetzjagd auf ihn hat begonnen.

Man merkt schnell, das man hier bei der Handlung versucht dem Original Respekt zu zollen. Dazu will man aber auch eine neue Handlung erzählen. Denn die Menschenjagd ist eine andere. Doch die Idee ist die Selbe. Dabei wird schnell klar, vielleicht ist der Film dann doch 10 Minuten zu lang und die Handlung reicht doch nicht so ganz aus, für das was man erzählt.

Der gebrochene Held

Wes Baylor ist der perfekte gebrochene Held, er hat nichts mehr zu verlieren, selbst als er merkt das er in eine Falle gelockt wird, spielt er das Spiel mit. Denn durch den Unfall im Ring, hat sich sein Leben verändert. Er hat kein Lebenswille mehr. Dennoch wird er im Verlauf des Films um sein überleben kämpfen. Er ist der typische Actionheld für die Situation. Ein Charakter, der durch das was passiert eine Katharsis erleben kann. Doch am Ende ist er natürlich geläuert und hat einen Grund gefunden weiter zu leben. Doch vorher muss er zeigen was er kann. Denn er ist der Held von Hard Target 2.

Dieser gebrochene Held wird von Scott Adkins verkörpert und das macht er wirklich gut. Er zeigt hier auch wieder das er neben Martial Art auch das Schauspiel beherrscht. Selbst wenn es wie bei Hard Target 2 auch nur eine Nebensache ist. Doch mit dem Hauptcharakter fällt oder steht der ganze Film. Durch Adkins wirkt Baylor sympathisch, selbst wenn er an sich zweifelt und manchmal ein paar Dumme Entscheidungen trifft. Doch das tun sie alle in Actionfilmen.

Unser Held soll natürlich auch glänzen, doch die Zeiten von dem strahlenden Held ist natürlich lange vorbei und so hat auch der Hauptcharakter von Hard Target 2 ein paar Probleme. Die last die er trägt, das er seinen besten Freund getötet hat. Das wird immer wieder Thema im Film und ist auch einer der Motivationsgründe, warum Wes Baylor das tut. Es ist aber auch das Trauma was er überwinden muss, im Fall des Films bedeutet das, er muss ums Überleben kämpfen.

Die nicht so hilflose Heldin

Jeder Actionheld braucht eine Frau die er retten kann. Doch bei Hard Target 2 ist die Heldin nicht so Hilflos. Dafür ist aber auch nicht so gut, wie man am Anfang denken könnte. Auch wenn die Figur der Heldin in Hard Target 2 spät eingeführt wird. Denn davor hat man nur den Charakter von Rona Mitra, doch dieser ist auf der Seite der Bösen. So braucht die Geschichte natürlich auch eine Heldin, die gerettet werden kann. In einem Männer dominierten müssen die Frauen natürlich schwach sein. Doch Hard Trarget 2 geht andere Wege.

Denn mit einer Bösen und einer Frau die auch kämpfen kann und nicht so hilflos ist wie sie wirkt, hat man einen Charakter der perfekt in die modernen Actionfilme passt. Denn die Zeiten der schwachen Frau ist vorbei. Auch werden beide Damen hier nicht als Sexobjekt genutzt, obwohl natürlich das Lederoutfit von Rona Mitra schon etwas sexy ist. So werden beide doch nie wirklich so gefilmt.

Frauen in Hard Target 2 dürfen Austeilen und auch einstecken. Sie sind wichtig, denn am Ende ist es die Heldin die wichtig wird. Zwar trifft sie wie der Held ein paar dumme Entscheidungen. Doch die Handlung gibt nicht mehr her.

Action, Action, Action

Auch wenn Scott Adkins die Hauptrolle in Hard Target 2 hat, der Film ist mehr Action als Martial Arts Film. So fokussiert man die Actionszenen mehr auf Waffen und nicht auf Nahkampf Aktionen. Dabei darf natürlich Adkins dennoch etwas glänzen, vor allem am Anfang. Denn hier gibt es ein paar Martial Arts einlagen. Natürlich gibt es im Verlauf des Films auch ein paar. In einer kann er auch sein Signatur Movie zeigen. Doch Großteils der Action ist angelehnt an das Original.

Denn Hard Target 2 ist voller Hommagen an John Woo, neben den weißen Tauben und auch anderen Tauben die man im Film immer wieder sieht, ist die Action auch an seinem Stil angelehnt. So gibt es viele Zeitlupen aufnahmen und groß Aufnahmen von Waffen die abgefeuert werden. Selbst der fliegende Pfeil, ist so gefilmt wie im ersten Teil. Ja man gab sie viel mühe und steckt viel Liebe ins Detail um zu zeigen, das es klar ist, welche Bedeutung Harte Ziele hat und was John Woo für den Actionfilm getan hat.

Es gibt sogar eine Szene in Hard Target 2, welche eigentlich mal angedacht war für Harte Ziele. Eine Verfolgungsjagd mit dem Boot sollte schon im Woos Original gezeigt werden, wurde aber nie gedreht und wurde abgeändert. So baut Roel Reiné aus Respekt vor John Woo diese Szene nun in der Fortsetzung mit ein.

FAZIT:

Hard Target 2 ist eine Fortsetzung, die vielleicht nicht nötig war. Doch dank Scott Adkins und auch dem Talent von Roel Reiné bekommt man ein Sequel das Respekt zeigt und viele Hommagen an das Original liefert. Zwar ist der Film 10 Minuten zu lang, dennoch wird man gut unterhalten und die Action ist auch gut in Szene gesetzt.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
6.6/10
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Handlung:

MMA-Champion Wes „The Jailor“ Baylor (Scott Adkins) hatte einen tragischen Schicksalsschlag zu verkraften und möchte die Welt der Schaukämpfe endgültig hinter sich lassen. Doch er bekommt ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann: Für einen letzten Kampf soll er nach Myanmar reisen, es winkt eine Prämie von einer Million Dollar! Doch Wes erlebt eine böse Überraschung, die ihn sein Leben kosten könnte. Es gibt keinen Ringkampf, sondern ein sadistisches Spiel, eine gnadenlose Menschenjagd. Und Wes ist die Beute, jedoch keine leichte…

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