Aquarius – Theater des Todes

Aquarius – Theater des Todes ist das Regidebüt von Michele Soavi.

Das italenische Kino war in den 80ern im Wandel, die Erfolge bleiben aus, obwohl Lamberto Bava mit Dämonen einen sehr erfoglreichen Horrorfilm drehte. Doch die Hits der 70er blieben aus, der Giallo wurde vom Slasher abgelöst und auch sonst war die Filmwelt im Wandel. So verschwanden viele Genre Produktionen ende der 80er aus Italien komplett. Ein paar Regisseure machten dennoch weiter, wie Dario Argento. Neben ihn auch einer seiner Weggefährten, Michele Soavi, heutzutage bekannt, als Reigsseur von Dellamorte Dellamore, drehte mit Aquarius – Theater des Todes seinen ersten eigenen Film. Hier zeige er auch was er bei Argento so gelernt hat.

Die Handlung von Aquarius spielt zu einer Theaterprobe, ein neues Stück soll geprobt werden. Doch eine Darstellerin hat einen verletzten Knöchel, eine Angestellte und Freundin bringt sie zu einem Arzt, das Problem er ist Psychologe. So kann ein Irrer aus seiner Anstalt fliehen und verfolgt die beiden Mädels zurück zu der Probe. So fängt er das Morden an. Schnell wird klar, der Film ist ein Slasher oder ein sehr später Giallo, der sich aber viel mehr bei den Elementen des Slasherfilms bedient als beim Giallo. Das interessanteste am Drehbuch ist, es stammt von George Eastmann, einen der Schauspieler Italiens, wenn es um Genreproduktionen geht.

Das Setting und der Raum von Aquarius.

Auqarius nutzt also das Setting des Theaters und die Proben um uns alles zu zeigen. So ist der Raum limitiert auf das Gebäude und man verlässt es nach dem Ausflug am Anfang auch nicht mehr, auch der Zeitraum ist begrenzt an dem die Handlung spielt. Alles geht also sehr schnell von statten. Das baut Spannung und Atmosphäre auf. Dazu werden auch die Charaktere am Anfang nach und nach ein geführt. Natürlich wird schnell klar, wer am Ende das Final Girl darstellen wird. Dennoch ist es sehr interessant wie der Film damit umgeht.

Denn das Set wird auch immer wieder genutzt, vor allem dann wenn der Killer sich auf dem Weg macht und man versucht zu Entkommen, denn der einzigste Ausgang ist abgeschlossen. So müssen sich die Überlebenden etwas überlegen, damit sie länger am Leben bleiben um den Killer zu Entkommen. Hier werden verschiedene Räume genutzt, auch eine Art Keller oder Kanalisation wird Zentrum, dennoch bleibt manches ohne Erfolg und man landet immer wieder auf der Bühne.

Am Anfang ist noch nicht mal klar, das es nur ein Set ist, denn die erste lange Kamerafahrt und die Geräusche die wir hören, deuten auf etwas anderes hin. Erst als die Kamera raus zoomt gibt sie Preis, das wird hier auf einer Bühne sind und es geprobt wird. So entzaubert der Film sich selbst. Denn er zeigt uns das hier alles nicht echt ist. So ist das Theaterstück auch die Metaebene des Films, denn dort gibt es auch einen Killer, der Menschen umbringt. Schon bald holt die Wirklichkeit aber alle Charaktere ein und die Fiktion wird ernst. Denn nimmt der Mörder auch die Eulenmaske des Killer aus dem Stück.

Slasher oder Giallo

Da Aquarius eine italienische Produktion ist, könnte man davon ausgehen dass der Film ein Giallo ist. Doch irgendwie will er nicht wirklich in dieses Genre passen. Denn viel mehr ist er ein Slasher. Zwar nicht unbedingt ein typischer US Slasher, so zeigt Auarius schon Ansätze von der zweiten Slasherwelle, welche in den 90ern los gehen sollte. Dabei bleibt er aber klassisch, denn es gibt keinen Killer zu entlarven, so wissen alle in der Gruppe wer hinter ihnen her ist. So fehlt das Rätseln wer ist der Killer, wir wissen es und somit zeigt der Film eins der typischen Elemente der Slasherfilme der 80er.

Dabei erfahren wir nichts über den Mörder, nur das er verrückt ist und eigentlich in einer Anstalt war. Doch warum er mordet, bleibt unklar, dafür gibt es keine Begründung. Das macht die Figur unheimlicher und lässt das Böse im Dunkeln und spielt mit dem Unbekannten. Dies funktioniert bei dem Film sogar, so das man sich nicht fragt, warum tut der Killer das. Das liegt vor allem daran, dass die Figuren gut gezeichnet sind und wir mit ihn fühlen. So ist ihr Ableben nicht egal. Zwar hofft man nicht immer das sie überleben, doch einige haben Gründe warum sie überleben sollten.

Hitchcock, Argento und Neonfarben.

Bei der Kameraführung und dem Schnitt merkt man an, dass Michele Soavi viel mit Dario Argento zusammen gearbeitet hat. Denn immer wieder gibt es Szenen in Aquarius die an Argento erinnern. Vor allem dann, wenn Figuren durch die Gänge laufen und aus Türen, Neonfarben leuchten. Das erinnert stark an Supseria. Doch auch der Soundtrack erinnert an die Werke des Kultregisseur, ist ein eindringlicher Snythierock Soundtrack, mit einer Thema die oft wiederholt wird. Vor allem dann wenn man Spannung aufbaut. Das sequestriert dem Zuschauer immer wieder, Achtung gleich könnte etwas passieren.

Doch auch bei der Kameraführung merkt man an, das der Regisseur hier mehr wollte als nur einen typischen Horrorfilm zu drehen. So ist der Anfang ein One Take, die lange Kamerafahrt über die Bühne, welche die Figur verfolgt, bis der erste Schnitt folgt und uns Aquarius zeigt, dass ist nur eine Probe für ein Stück. Im Verlauf des Films, gibt es auch die Subjektive Kamera, aus der Sicht des Killers mit Point of View aufnahmen. Bei den Morden, hat sich Regisseur Michele Soavi aber auch bei Hitchcock orientiert. So gibt es einen Mord, der stark an Psycho erinnert. Jeder Messer Stich ist eine andere Einstellung und alles darum, jeder Schnitt zeigt eine andere Einstellung in der Szene.

Doch auch später im Film, wir befinden uns in den Duschen, hier erinnert alles an Alfred Hitchcocks Meisterwerk. Auch hier baut man wieder Spannung auf und zeigt den Killer kaum, wir wissen nur er ist da und das Finale Girl kann nur taten los zuschauen. Das ist extrem spannend und erinnert etwas an John Carpenters Halloween, denn die Welt im Film ist auf einmal sehr klein. Auf diese kleine Dusche reduziert und der Killer ist mit einem anderen Opfer beschäftigt. Durch die Aufnahmen, spüren wir der Zuschauer die Hilflosigkeit.

FAZIT:

Aquarius – Theater des Todes ist ein gelungener und spannender Slasher. Michele Soavi liefert mit seinem Regiedebüt einen guten Film ab, der überzeugt und genug Spannung liefert. Dabei gibt es einige blutige Effekte zu bestaunen. Doch der Film bietet viel mehr und legt mehr wert auf die Atmosphäre und Spannung.

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.6/10
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Mehr Informationen zum Film:

Handlung:

Ein aus der Anstalt entflohener Massenmörder schleicht sich in ein Theater, in dem gerade Proben zu einem Musical laufen. Nach der Ermordung eines Darstellers wollen die anderen Schauspieler aus dem Theater flüchten, doch es ist bereits zu spät: Alle Zugänge sind versperrt, die Telefonleitungen gekappt. Dem Killer fallen weitere Mitglieder der Truppe zum Opfer. Es gibt für die Überlebenden kein Entkommen. Ein gnadenloses Schauspiel um Leben oder Tod beginnt.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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