La La Land

La La Land bringt das klassische Hollywood  Musical zurück auf die Leinwand.

Hollywood, der magische Ort wo viele Filme entstehen, in den vergangenen Jahren ist der Ort aber etwas in Verruf geraten. Denn viele Filme die interessant sind blieben aus, auch bei den Oscars geht es nur noch darum, welcher Film aktuell angesagt ist. Viele Genres feiern aber ihr Comeback auf der Leinwand, selbst der Western ist wieder da. Doch ein Genre ist fast vergessen, das klassische Hollywood Musical. Etwas was vor Jahrzehnten die Lichtspielhäuser dominierte und heutzutage einfach vergessen wird. Doch ein Film will es zurück bringen, die rede ist von La La Land. Ein Beispiel dafür wie die Liebe zu Musik und Hollywood etwas wunderschönes erschaffen kann. Ein Film der grenzen sprengt und dabei so viel liebe ins Detail steckt, das es einen das Herz erwärmt sieht man den Film auf der großen Leinwand.

Die Handlung von La La Land erzählt eine typische Musical Romanze in seinen ganz eigenen Stil. Schon am Anfang werden beide Charaktere nach der ersten Gesangsnummer eingeführt, in einem Stau. Dabei nimmt man sich für den weiblichen Part mehr Zeit, denn sie ist auch die Figur die wir den ganzen Film überflogen. Alles beginnt in einem Winter in Los Angeles. Mia ist Schauspielerin und geht von Casting zu Casting und hat nie Erfolg. Sebastian ist Jazzmusiker und will einen Nachtclub auf machen. Beide Haben träume und beide kreuzen ihren Weg im Winter zufällig in einem Stau. Doch erst der Frühling soll für beide wie die Blumen auch die Gefühle aufblühen lassen. Dabei springt die Handlung immer wieder nach vorne und wir sehen Szenen aus ihrem Leben.

Handlung in vier Jahreszeiten und so typisch das es wieder Untypisch ist.

Das interessante an La La Land ist wie der Film mit seiner Handlung umgeht. Denn man hat eigentlich eine typische Hollywood Romanze vor sich, wie sie seit Jahrzehnten erzählt wird. Dabei nimmt man jedes Klischee mit was man nur finden kann. Dennoch ist die Handlung genau deswegen auch anders, weil sie halt auch eine Liebeserklärung an das klassische Hollywood Kino ist. Das geht schon los, das beide Hauptfiguren sich am Anfang nicht mögen können oder so tun, bis es bei beiden Funkt dauert es etwas. Davor erlebt man beide in ihrem Leben, vor allem aber Mia. Die immer wieder Castings hat und irgendwie auf Sebastian trifft. Es ist der Zufall der hier immer wieder ins Spiel kommt.

Die Anfangsszene macht auch deutlich, das beide sehr unterschiedlich sind. Denn wir sehen erst Mia in ihrem Leben, sie hat träume und wünsche und arbeitet an diesen, doch der Erfolg will ausbleiben. Sebastian hat nur einen Wunsch und von diesem ist er besessen, doch er erreicht ihn nie. Auch als Auftragspianist in einem Restaurant wo er eine Playlist spielen soll, schafft er dies nicht, er will Jazzmusik machen. An diesem Punkt trifft er auch wieder Mia, doch ignoriert sie und rennt sie um. Erst im Frühling treffen sich beide wieder auf einer Party. Mia ist Gast und Sebastian spielt in einer 80er Jahre Cover Band.

Im Film steht der Frühling für das Aufblühnen der Liebe und das passiert dann auch, in einem Kino bei Denn sie wissen nicht was sie tun. Das ist so eine interessant Szene, die wird hier noch öfters Thema. Der Sommer ist dann die heiße Liebe der Beiden und sie träumen vor sich in der Stadt der Sterne. Im Herbst fällt dann aber alles ab und wie die Blumen verblühnen, sie ist die Liebe der beiden vielleicht nicht ewig. So kommt auch wieder ein Winter, welcher der Höhepunkt von La La Land ist und hier fährt der Film noch mal auf und spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und zerstört auch die Hoffnung etwas.

Frühling: die Szene im Kino.

Der Film hat viele Hommagen an das Hollywood Kino, doch nie deutlicher wird er als die Szene im Kino, wo Mia und Sebastian sich treffen um den Klassiker Denn sie wissen nicht was sie tun zu schauen. Einer der drei Filme mit James Dean. Ein Stück Filmgeschichte, doch viel von dem Film sollen sie nicht sehen. Denn sie kommen sich näher und bei der Eröffnungszsene, der Kamerafahrt auf das Planetarium, reißt die Filmrolle, gerade als sich beide Küssen wollen. Hier gibt der Film auch einen Hinweis drauf wie er vielleicht aus gehen könnte. Doch noch mehr ist der Szene prägnant. Nicht nur das es sie in einem Kino spielt und sie einen Film schauen. Sondern was danach passiert.

Die nächste Szene ist Eins zu Eins wie in Denn sie wissen nicht was sie tun, es ist das Selbe Gebäude und dieselbe Kamerafahrt. Hier zeigt uns La La Land, das er mehr ist als nur ein typisches Musical, obwohl das schon eher klar wird und manche andere Kameraeinstellung auch Liebeserklärung an den jeweiligen Film sind. So ist diese Szene doch ausschlaggebend, denn im Planetarium kommt es so eine wunderschönen Tanzeinlage, welche sogar die Schwerkraft aussetzt und Mia und Sebastian am Ende auch in den Sternen tanzen.

Doch bevor das alles passiert müssen beide erstmal zusammenkommen und das dauert. Während Sebastian auf Mia vor dem Kino wartet, so ist sie noch mit ihrem Freund beim Essen und dann hört sie das Lied was Sebastian gespielt hat. So macht sie sich auf dem Weg und beide treffen sich im Kino. Sie steht vor der Leinwand im Projektorlicht und sie sucht ihn. Es ist dieser Moment der Hoffnung, der Film läuft und beide treffen sich, der kurze Zeit später wieder zunichte gemacht wird, als der Film reißt und der Kuss nicht passiert.

Vier Farben

In La La Land gibt es vier Hauptfarben die in fast jeder Szene vorkommen. Schon bei der ersten Szene fällt auf, das Blau, Rot, Gelb und Grün immer sehr stark vertreten sind. Vor allem bei den Outfits von Mia fällt es aus, sie trägt immer eine der Farben, sei es als Kleidung oder als Handtasche oder Accessoire. Das geht soweit, das in manchen Szenen nur ein Gegenstand die Farbe hat, es kann sogar nur ein Stück Zitrone sein. Doch immer wieder gibt es diese Farben und sie strahlen. Im Verlauf des Films verändern sie sich aber immer wieder etwas. So kommen auch verschiedene Farbtöne dazu, welche die Farbe wiederspiegeln.

Es gibt kaum Szenen wo es diese vier Farben nicht gibt und in diesem vermisst man sie oder schaut genau auf die Leinwand um zusehen ob man sie doch nicht entdeckt. Es zeigt aber auch was gerade passiert in La La Land, denn es ist auffällig, das Sebastian kaum in diesen Farben zu sehen ist. Bei ihm sind es meist die Lichter oder seine Umgebung die diese Farbe wiederspiegeln. Sie können natürlich auch für Mia stehen und je mehr sie in seinem Leben eine Rolle spielt, desto mehr davon sieht man bei ihm auch.

So strahlt der Film nicht nur in Technicolor, sondern auch der Zuschauer, denn die Farben gehören zu dem Film und selbst nach Ende des Films, wirken diese Farben noch nach und man sieht sie auf einmal überall. Es hat schon fast etwas von Alfred Hitchock und Vertigo, nur das die Farben hier natürlich einen anderen Sinn haben. Dennoch sind es nicht nur Farben die man sieht, sondern sie sind immer vorhanden.

Licht, Kamera und Action

Es ist die Liebeserklärung an das Kino und nicht nur eines Genres. So kann man La La Land in einem Satz beschreiben. Denn machen Regisseure wie Quentin Tarantino auch nichts anders, doch meist nur auf ein bestimmtes Genre beschränkt. Zwar ist es bei La La Land das Musical, doch im Verlauf des Films wird klar, es geht auch um das Kino an sich. Denn nicht umsonst arbeitet, Mia in einem Coffeeshop auf dem Warner Bros. Gelände. Hier gibt es eine Szene wo sie Sebastian einiges erklärt, wie das Fenster aus Cassablanca oder warum sie Schauspielerin werden wollte. Sondern laufen sie auch an Sets vorbei, wo eine Szene gedreht wird. Es ist schon fast Meta, das beide in einem Film an Sets von anderen Filmen vorbei laufen.

Jede Musical Nummer ist auch eine andere Hommage an ein anderes Musical und wie es gemacht wurde. Dazu gibt es eine Tanzeinlage, die Fred Astaire und Ginger Rogers Filme erinnert, vor allem an Ich tanz mich in dein Herz. Nicht nur das Mia auch ein gelbes Kleid in der Szene trägt, sondern beide können sich am Anfang der Szene nicht leiden und fangen dann aber an zu Steppen und Sebastian merkt, das er doch Gefühle für Mia hat.

Diese Szene ist wie viele im Film etwas besonderes. Denn keine Musical Einlage gleicht der anderen und dabei erzählt man die Handlung immer wieder weiter. Es kann auch sehr persönlich werden. So wird der Hintergrund schwarz und das Scheinwerferlicht leuchtet nur noch auf einem Charakter. Der Film spielt mit dem was möglich ist. Dabei wirkt er modern und frisch, dennoch versprüht er das Gefühl der alten Hollywoodfilme,etwas was man schmerzlich vermisst nach La La Land.

Cinematographie

Ein Film wie La La Land ist selten geworden, denn vielen modernen Hollywoodfilmen fehlt etwas. Es gibt natürlich ausnahmen, dennoch fehlt es vor allem beim Einsatz von Kamera und Schnitt an Mut. Alles ist immer sehr gleich und man versucht gar nichts neues zu zeigen. Andere Filmemacher sind natürlich kreativer doch bei den großen Produktionen ist das nur noch selten der Fall. Doch bei La La Land ist alles etwas anders. Dadurch das man eigentlich ein klassisches Musical ist. So nutzt man auch etwas alte Kameraeinstellungen und auch einen anderen Schnitt. Es gibt längere Kameraeinstellungen und fahrten. So können Emma Stone und Ryan Gosling ihr Schauspiel entfallten und glänzen.

Die Eröffnungsszene von La Lana Land sticht hier noch etwas mehr heraus. Nicht nur durch das erste Auftreten der Farben, sondern auch dadurch das es ein One Take sein soll. Man sieht natürlich an ein paar Stellen, das man etwas getrickst hat. Dennoch funktioniert es. Die Kamerafahrt über den Stau und alle fangen an zu singen und zu tanzen. DIe Kamera fährt immer weiter an den Personen vorbei oder verfolgt sie. Erzählt uns die erste Geschichte von Hollywood und die Liebe zum Film. Das die Macher von la Land den klassischen Hollywood Film lieben ist ab dieser Szene klar.

Auch die Szene im Planetarium ist besonders, denn wenn die Schwerkraft ausetzt, fliegen wir mit den Figuren durch die Luft und auch durch das Weltall. Dabei ist das gefilmt als würden sie immer weiter nach Links tanzen. Was natürlich auch wieder ein Hinweis auf das Ende sein könnte. Denn normalerweise sollten sie das nachts tun, denn dort ist die Hoffnung und das Happy Ende im Film oder auch das Gute. Es gibt aber noch mehr Szenen, welche mit Licht und Schattenspielen und der Film wie ein Schattentheaterstück wirkt. Alleine das Finale liefert soviel das man es einfach gesehen haben muss.

Musik

Da La La Land ein Musical ist, ist natürlich auch die Musik wichtig. Wir hatten es ja schon ganz kurz, dass jedes Stück im Film anders ist. Es gibt aber auch ein paar Gemeinsamkeit, so spielt Jazz in ein paar Lieder eine wichtige Rolle, gehören sie doch zu Sebastian.Auch seine Solonummer City of Stars wird ein Stück was immer wieder im Film auftaucht, drückt es doch seine Liebe und Einsamkeit in der Stadt aus. Andere Lieder regen zum tanzen an und erinnern an Musicals wie West Side Story.

Über die Musik zeigt La Land auch den Wandel im Film, denn während heute gern auch Pop Musik Nummern genommen werden, die so Austauschbar sind das man sie schnell wieder vergessen hat. So wird Sebastian teil einer Band, welche Jazz spielt aber das in die modernen bringt. Hier kommen elektronische Klänge dazu, also etwas EDM. Am Ende hat man dann die Pop Musik Nummer, welche man auch schnell wieder vergisst, sie ist nicht schlecht aber hängen bleibt sie nicht.

Andere Lieder aus La La Land wird man danach noch pfeifen oder Summen, weil sie auch öfters abgewandelt im Film vorkommen,wie City of Stars oder das Eröffnungslied Another Day of Sun. La Land zeigt deutlich, wie gut Musicals funktionieren können, ohne dabei auf Pop Musik zurück zugreifen. Sondern mit eigenen Liedern, welche auch die Handlung weiter erzählen und dabei nicht im ganzen Film gesungen wird.

FAZIT:

La La Land ist ein fast perfekter Film, es ist ein wunderschönes Musical, welches perfekt gefilmt ist und auch das Schauspiel ist hervorragend. Man wird zwei Stunden super unterhlaten. Es ist eine Liebeserklärung an das klassische Hollywood Kino, welches man nach La La Land vermisst und sich ein paar alte Filme anschauen will und es vielleicht auch macht.

  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 10/10
    Regie - 10/10
  • 10/10
    Soundtrack - 10/10
  • 9/10
    Unterhaltung - 9/10
9.4/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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