Das Grauen von Schloss Montserrat

Jess Franco drehte mit Das Grauen von Schloss Montserrat seine Version eines Gothic Horrorfilms.

Jess Franco war ein Regisseur der soviele Filme gedreht hat, dass es immer schwer ist zu sagen in welchem Genre er zu Hause war. Mit über 200 Filmen in seiner Filmographie sind natürlich auch sehr viele schlechte Filme dabei und es gibt auch Filme, wo er vielleicht gar nicht wirklich dabei oder wie in dem Fall von Das Grauen von Schloss Montserrat, wurde der Film umgeschnitten und Jean Rollin drehte Szenen nach, bzw. nutze man Szenen aus Zombie Lake und so entstand Eine Jungfrau in Krallen von Zombies, dazu aber an einer anderen Stelle mehr. Die Version die Jess Franco im Kopf hatte war sicherlich eine andere und in derUrsprungsversion wird dies auch sehr deutlich. Denn hier zeigt sich das sein Mix aus Sexploitations und Gothic Horror sehr gut funktioniert und der Film muss sich nicht vor anderen Vertretern des Genre verstecken.

Die Handlung von Das Grauen von Schloss Montserrat dreht sich um Christina, welche zur Testamenteröffnung auf das Schloss Montserrat kommt. Denn ihr Vater ist verstroben, doch im Dorf sagt man ihr das dort niemand mehr lebt. Christina glaubt da nicht dran, bekommt sie doch immer Post von ihrem Onkel Howard. So begibt sie sich zu dem Schloss und trifft dort ihre Verwandschaft. Nachts bekommt sie schreckliche Alpträume und auch ihre Angehörigen benehmen sich merkwürdig. Was ist los im Schloss Montserrat?

Die Handlung ist typisch für einen Gothic Horrorfilm, doch Jess Franco macht einiges anders, ähnlich wie Mario Bava bei Lisa und der Teufel (HIER), nutzt Franco das Setting und die Handlung für seine eigene Version einer schauer Geschichte.  Dabei nutzt er typische Elemente die ihn berühmt machten aber nutzt auch das Genre für sich, denn die Handlung funktioniert, auch wenn sie natürlich wie bei vielen Genre vertretern nicht die beste.

Christina was ist nur Los?

Christina, die Hauptfigur der Geschichte es ist ihre Reise in diese Welt, dabei wirkt sie aber auch immer etwas Fremd, selbst wenn ihr viele dinge widerfahren. Doch glaubt sie fest daran das alles in Ordnung ist. Selbst die Erscheinung ihres toten Vaters, erschreckt sie nur kurz. Doch immer mehr verfällt sie dem Wahnsinn und das zeichnet Jess Franco in seinem Film wirklich gut. Natürlich weicht er auch immer wieder ab, dabei zeigt Das Grauen von Schloss Montserrat aber sehr gut, das der Spanier sehr viel Talent hatte und auch ein Sinn für Kameraeinstellungen. Denn immer wieder fängt er Christina in tollen Bildern ein, auf ihrem Trip. Doch manches wirkt dann doch zu typisch für Franco.

Die Ankunft von Christina im Dorf erinnert stark an Vampyros Lesbos oder andere Filme von Franco. Man bekommt zwar wunder schöne Aufnahmen, doch alles wirkt bekannt. Auch die Autofahrt zum Schloss, hier hören wir Christina aus dem Off erzählen und was sie empfindet. Dies nutzte Franco später auch bei Enfesselte Begierde (HIER). Danach gibt es aber keine Offkommentare mehr von Christina. Es war wahrscheinlich nur passend für diese Szene. Doch die Geschichte rund um Christina und die Verwandschaft die sie vorher nie gesehen hatte, nur durch Briefe mit ihrem Onkel Kontakt hatte. All das ist sehr typisch für das Gothic Horror Genre. Irgendwie hat man auch immer wieder das Gefühl, das man wisse wie der Film ausgehen würde. Doch dann kommt noch eine Wendung und noch eine Andeutung und so bleibt Das Grauen von Schloss Montserrat spannend.

Christina wird von Christina von Blanc gespielt, man merkt wieder einmal die Kreativität bei der Namensgebung. Onkel Howard wird von Howard Vernon gespielt, nur als Randnotiz. Sie spielte auch bei Jess Francos Jungfrauen-Report mit, doch weitere Höhepunkt von ihr gab es kaum. Dabei war sie eine wunderschöne Frau und das fängt Franco wirklich gut ein und ihre erotische unschuldige Ausstrahlung kommt sehr gut zu Tage. Dabei wirkt dann ihr Ende sehr typisch für das Genre und auch typisch für Franco, er benutzt ihn bekannte Themen und setzt diese aber sehr geschickt ein.

Sexploitation trifft auf Gothic Horror.

Jess Franco hat natürlich auch den Ruf des Schmuddelfilmers und der kommt nicht von irgendwoher, war er in den 60ern auch für Thriller und andere Film verantwortlich. So änderte sich das in den 70ern. So drehte er viele Sexploitationsfilme und war dabei sehr Experimentel, wie Vampryos Lesbos eindrucksvoll beweist. Dabei versuchte er aber immer wieder die Schönheit der Frau zu zeigen. Was er natürlich auch bei Das Grauen von Schloss Montserrat tut. Denn Christina ist immer wieder Nackt zu sehen, sei es im Bett oder beim nackt Baden. Hier wird sie auch von zwei alten notgeilen Männern beobachtet und von einem jungen gerettet. Hier baut er auch wieder das Mysterium ein, welches das Schloss umgibt. Denn angeblich sind alle tot die dort lebten.  So verbindet Jess Franco die Erotik mit dem Horror.

Es gibt sogar eine Szene von Vampirismus, hier ist Christina auf einer Wanderung durch das Schloss, was auch einer ihrer Alpträume sein kann. So trifft sie auf zwei Damen, welche spielen und eine mit einer Schere in der Hand. Sie wird eingeladen mit zu machen. Denn sie trinken Blut. Diese Szene verstärkt natürlich auch den Horrorfaktor des Films, Franco dehnt diese Szene aus und natürlich bietet sie einiges an erotischen Schauwert. Denn man sieht zwei nackte schöne Frauen bei einem teils erotischen Liebesspiel zu. Doch es passt auch perfekt in den Horrorteil des Films, denn was Christina hier sieht ist auch erschreckend, den die beiden Damen handeln auch wie besessen und abwesend. Ihr trip wird immer Alptraumhafter.

Das ganze gipfelt dann im Finale, wenn Christina auf ihren toten Vater trifft. Hier gibt es noch ein paar Wendungen, dabei sollte man auch Logik verzichten, denn alles ist gewollt unlogisch, es ist immer noch eine schauer Geschichte und alles versucht Grusel aufzubauen und kein Teil der Handlung von Das Grauen von Schloss Montserrat versucht irgendwas genau zu erklären. Es ist das unbekannte, was den Horror in dem Film aus macht.

Die Cinematographie von Das Grauen von Schloss Montserrat.

Jess Franco hatte einen Blick für Kameraeinstellungen, dabei ging er auch immer ein paar andere Wege. Auch bei Das Grauen von Schloss Montserrat tat er dies. Denn immer wieder gibt es Kameraeinstellungen die bestimmte Dinge in den Vordergrund stellen, er spielt mit der Perspektive. Zum Beispiel, wenn im Hintergrund eine Leiche sitzt und die Familie trauert, sitzt im Vordergrund eine Frau und macht sie die Zehennägel, dabei wirkt sie so als ob sie das alles nicht interessiert. Dabei ist sie immer wieder im Fokus.

Es gibt natürlich auch die typischen Unschärfen und Zooms die Jess Franco Kenner auch zu gute kennen. Hier hält er sich damit etwas zurück, doch er nutzt sie. Dabei gibt es viele lange Kameraeinstellungen und Fahrten. Im Finale gibt es sogar eine beeindruckende Kamerafahrt, während Christina die Leiche ihres Vaters verfolgt.Hier zeigt sich dann auch das Talent von Franco. Das hebt den Film natürlich auch etwas ab. Dabei ist er nicht so Farbenfroh wie andere Vertreter. Dafür setzt er hier auf das exotische Setting und auf die Wärme der Umgebung. Was natürlich bei der Szene am Teich deutlich wird, hier gibt es sogar einen Wasserfall. Er schafft es auch die Schönheit der Natur und der Umgebung gut einzufangen.

Wie schon erwähnt fängt er auch die Schönheit der Frauen in seinen Bildern ein. Hier vor allem Christina, doch auch die anderen Damen werden gut in Szene gesetzt. Auch Howard Vernon kann glänzen. Obwohl er passend zu seinem Charakter spielt er abwesend und wird auch so dargestellt. Die Szenen am Piano, rücken das Instrument und ihn in den Mittelpunkt, auch wenn Christina dabei steht, so ist der Hintergrund dunkel und es scheint ein anderer Ort zu sein.

FAZIT:

Das Grauen von Schloss Montserrat ist Jess Francos Version eines Gothic Horrorfilms. Das ganze schmückt er mit für ihn typischen Szenen aus. So entsteht eine wilde Mischung aus Horror und Sexploitation. Christina von Blanc ist als Christina sehr überzeugend und Franco fängt ihre Schönheit in vielen tollen Bilder perfekt ein.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
6.8/10
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Handlung:

Das Schloss Montserrat gilt als unbewohnt, die Bewohner sollen allesamt verstorben sein. Dennoch hat die junge Christina eine Einladung zur Testamentseröffnung ihres verstorbenen Vaters empfangen. Auf dem Schloss wird sie dann auch von ihrem vermeintlichen Onkel Howard und anderen Verwandten empfangen. Als Christina dann sonderbar alptraumhafte Ereignisse durchlebt und ihr der Geist ihres Vaters erscheint, dämmert es ihr, dass es auf dem Schloss nicht mit rechten Dingen zugeht.

 

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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