Lisa und der Teufel

Lisa und der Teufel ist Mario Bavas Version eines Gothic Horrors mit anleihen von H.P. Lovecraft.

Mario Bava gehört nicht nur zu den Begründern des Giallo und des Slasherfilms, sondern ist auch einer der besten Regisseure, seine Filme hatten immer eine unglaublich gute Regiearbeit und er war auch in allen Genres vertreten. Das verschaffte ihn natürlich Kultstatus. Einer seiner weniger bekannten Filme ist Lisa und der Teufel, dieser wurde erst nach Bavas tot in seiner ursprünglichen Fassung gezeigt. Denn der Produzent fand den Film nicht spannend genug und schnitt ihn um und drehte auch Szenen neu. Dabei entstand ein Exorzist Rip Off, welchem wir uns an einer anderen Stelle genauer widmen werden. Denn diese Review soll sich um die Fassung von Mario Bava drehen.

Die Handlung von Lisa und der Teufel beginnt mit Lisa die durch eine Stadt läuft mit einer Touristengruppe, dort sieht sie ein Bild vom Teufel, was ihr auf seltsamer Art und Weise bekannt vor kommt. Sie läuft durch die Stadt und landet in einem Laden, dort sieht sie einen Mann der dem Teufel ähnelt und eine Puppe trägt. Sie rennt davon und verläuft sich. Auf ihrer Irrfahrt durch die Stadt trifft sie ein älteres Ehepaar und ihrem Chauffeur. Doch das Auto hat eine Panne und sie bleiben vor einer alten Villa stehen. Dort trifft Lisa auf den Mann wieder er ist scheinbar der Butler. Eine unheilvolle Nacht beginnt.

Die Handlung schafft es einen von Minute eins zu Fesseln, was aber dann im Verlauf nicht an der Story liegt. Denn hier zeigt Lisa und der Teufel seine größte Schwäche. Denn immer wieder tauchen neue Figuren auf und alles wird komplexer ohne das es je aufgelöst wird. Dabei ist es am Ende auch egal, denn der Film wirkt wie ein langer fieberhafter Alptraum.

Lisa

Die Hauptfigur in Lisa und der Teufel ist Lisa, das macht der Film sehr deutlich und verfolgt ihren Werdegang in diesem Konstrukt aus Geistern, Teufeln und anderen unheimlichen dingen die passieren. Dabei fällt aber auch auf, das Lisa immer wieder andere Kleidung trägt und es dafür eigentlich keinen Grund gibt. Alles ist wie ein Traum geschnitten und wir begleiten sie auf diesem Trip mit ungewissen Ausgang. So baut man als Zuschauer zu ihr auch eine gewisse Bindung auf. Denn man will wissen was nun los ist. Dieses Gefühl ist es auch, was einem bei der Stange hält. Denn manchmal verliert sich die Handlung und wir erfahren Dinge die nie wieder angesprochen werden.  Dabei springt der Film auch manchmal in der Zeit zrück, denn Lisa sieht aus wie Helena, eine geliebte des Sohns des Hauses und hier spinnt sich ein weiteres Mysterium, was ist in dem Zimmer.

Während viele Horrorfilme ein Thema aufgreifen, so baut Lisa und der Teufel mehre auf. Alles dreht sich um Lisa und Bava springt wie ein junges Reh durch die Genres, so das am Ende sogar H.P. Lovecraft zitiert wird und alles auch so wirkt als stamme der Film aus der Feder Horrorautors. Dabei ist es aber Lisa die immer unwissend ist und keine Ahnung hat was vor sich geht. Selbst wir als Zuschauer haben etwas mehr Ahnung, auch wenn das nicht viel ist und wir am Ende genauso rat- und hilflos sind wie Lisa.

Doch eine Frage beantwortet der Film nie, wer ist Lisa. Sie hat keine richtige Hintergrundgeschichte und als Zuschauer bleibt man auch im Dunklen. Dabei bekommen alle Figuren außer Lisa und der Butler etwas mehr tiefe verliehen. So wirkt es fast, als wär sie nur Zuschauerin in dem ganzen. Dies wirkt am Anfang etwas befremdlich, da sie nicht die Handlung erzählt, sondern nur Teil davon ist aber nie wirklich etwas macht, alles passiert um sie herum.

Der Teufel

Ist Leandro der Teufel oder ist er es nicht? Alles beginnt mit dem Bild was Lisa am Anfang sieht, dies sieht ihm sehr ähnlich und die ganze Zeit im Film ist er eigentlich immer nur da und beobachtet und spielt mit seinem Puppen. Die immer mehr werden. So deutet der Film immer wieder an, dass dieser Charakter diabolisch ist. Er verführt auch ab und an die Figuren zu etwas. Sei es mit Kuchen oder zum Rauchen. Er ist auch manchmal sehr präsent im Hintergrund wenn etwas passiert. Als Zuschauer kann man davon ausgehen er ist der Teufel und er treibt sein diabolisches Spiel mit allen. Doch die letzte Wendung am Ende ist nicht unerwartet, sondern auch voller Symbolik.

Telly Savalas als Leandro ist eine gelungene Besetzung, spielt er die Figur doch auch voller Humor und schon hier kommt der Lutscher zum Einsatz, welcher ihn ein Jahr später als Kojak berühmt machte. Er hatte mit dem Rauchen aufgehört und nahm den Loli nun als ersatz. Zwar raucht er in manchen Szenen dennoch, doch in den meisten hat er ein Lutscher im Mund. Seine Figur umgibt genau wie Lisa etwas mystisches und beide zusammen sind dan am Ende der Dreh und Angelpunkt der Handlung, auch wenn beide eher Passiv sind und alle anderen Figuren mehr machen.

Um so länger Lisa und der Teufel läuft desto deutlicher wird, das etwas nicht stimmt und Leandro doch vielleicht ein Puppenspieler ist, mit seinen Puppen. Diese tauchen immer wieder auf und manchmal denkt man man sieht eine echte Person diese entpuppt sich dann doch als Puppe. Er ist vielleicht der Teufel oder ist er es nicht? Am Ende ist er jedenfalls auch vorhanden, doch wer er nun wirklich ist, überlasst Mario Bava dem Zuschauer.

Bilder und Farben

Mario Bava inszeniert Lisa und der Teufel als ein Gothic Horrorfilm, so wirkt alles wie ein Schauermärchen und ein alter Hammerfilm, alles in bunten Farben. So wirkt der Film obwohl die Handlung düster ist, doch sehr farbenfroh. Dabei fällt auf das manche Farbe immer wieder einmal fehlt oder nur von bestimmten Figuren getragen wird. Es kann auch vor kommen das eine Farbe sehr stark vertreten ist, denn kurz bevor der Film seine letzte Wendung ansetzt, sieht Lisa eine Gruppe von Kindern. Diese tragen alle Rot, im Film bedeutet Rot immer Gefahr. Hier geben die Kinder aber einen Hinweis auf die Auflösung und erklären eigentlich auch den Film etwas. So warnen sie dem Zuschauer vor der Auflösung die Folgen wird. Es sind auch die letzten Minuten die alle Farben die vorher immer wieder aufgetreten sind vereint. So als ob dieser Ort der eigentliche Schauplatz der Handlung war oder nur ein weiter Ort einer Traumwelt.

Die Bilder die Mario Bava bei Lisa und der Teufel auf die Leinwand zaubert, nehmen einen gefangen. Sie sind es, welche die Spannung und Atmosphäre erzeugen. Die Kamerfahrten und Einstellungen lassen uns genauso hilflos fühlen wie Lisa, wenn sie durch die Stadt irrt und nach und nach immer tiefer in diese Welt eintaucht. Dazu gibt immer wieder längere Kamerafahrten und auch Szenen wo die Schauspieler schauspielern können ohne Schnitte und um Schnitte. Dabei baut Bava mit einfachen mitteln sehr viel Spannung auf, denn immer wieder kommt ein Geheimnis ans Licht. Wie was sich in dem einem Zimmer befindet, denn nicht immer ist alles so wie es scheint. So verliert man sich in den Bildern von Lisa und der Teufel, so wie sich Lisa in der Stadt verliert.

FAZIT:

Lisa und der Teufel ist ein spannender und atmosphärischer Gothic Horrorfilm, der sich auch bei H.P. Lovecraft bedient. Als Zuschauer bekommt man zwar eine schwache Handlung serviert, dafür stimmt der Rest, das Schauspiel, die Bilder und Mario Bava als Regisseur überzeugen. Damit ist Lisa und der Teufel ein weiteres Beispiel warum Mario Bava einer der besten Regisseure aller Zeiten ist.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
7.8/10
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Gibt es den Teufel wirklich? Eine Sightseeing-Tour durch Toledo, ein Gemälde des Teufels und dazu ein mysteriöser Diener, der dem Teufel zum Verwechseln ähnlich sieht, verdichten sich für die Touristin Lisa Reiner (Elke Sommer) zunehmend zu einem Albtraum, der diese Frage immer wahrscheinlicher werden lässt. Spätestens als sie nach einer Autopanne unfreiwillig in die Fänge eines blinden Schlossherren und seines diabolischen Dieners Leandro (Telly Savalas) gerät, scheint kein Entkommen mehr möglich. Was für ein seltsames Spiel treibt die Schlossgesellschaft und hat Lisas verdrängte Vergangenheit damit zu tun?

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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