Sexual Labyrinth

Sexual Labyrinth ist irgendwo zwischen Post Porno und Huldigung an das italienische Kino der 70er.

Das moderne italienische Kino ist ein Ort der meist seine wurzeln leugnet und versucht sich dem Mainstream anzupassen. Dabei entstehen aber auch immer wieder Film die zeigen das es anders geht. Natürlich hat sich die Filmwelt geändert, dazu kommt auch ein neuer Markt und Filmemacher sind viel unabhängiger als noch vor 40 Jahren. Dabei verschmelzen auch immer wieder die grenzen von Genres. Im europäischen Film ist alles möglich, wie Lars von Trier mit Nymphomaniac schon zeigte und auch andere Filmemacher, nutzen immer wieder Pornograpische Elemente in ihren Filmen, das ging mit Thriller los und auch andere Film macher wie Jess Franco oder Joe D’amato nutzen dies auch immer wieder in ihren Filmen. Eine  neue Welle an Filmen bricht los, welche diese Grenzen wieder sprengen in den USA war das Lucifer Valentine, der mit seinem Vomit Gore Filmen, experimentelle Stilmittel mit Fetisch vermischte. Im vergangenen Jahr warf Italien Beyond Madness (HIER) in den Ring und in diesem Jahr folgt Sexual Labyrinth.

Die Handlung von Sexual Labyrinth ist schwer zu beschreiben, da alles sehr kryptisch in den Bildern dargestellt wird. Es geht um eine Frau die entführt wird und als Sklavin an einem Andreaskreuz gefangen gehalten wird. Dabei ist die Domina in sie verleibt und zeigt ihr per Gedankenübertragung, viele Episoden der Sexualität, dabei taucht die Story immer tiefer in eine erotische Welt ab, welche viele Facetten des Sex zeigt, dabei aber immer die weibliche Sexualität in den Mittelpunkt rückt. Dabei versucht die Handlung aber auch immer wieder zu provozieren, so ist der Film auch der versuch anzuecken wo es nur geht.

Die Weiblichkeit in einer Männerwelt

Schaut man sich Sexual Labyrinth an, kommt einem der Gedanke: “Irgendwie ist das doch nur ein Porno.” Doch dieser Gedanke ist falsch. Zwar nutzt der Film immer wieder explizite Bilder um zu Provozieren aber es ist weit davon entfernt, einfach Masturbationsvorlage für Männer zu sein. Denn die Sichtweise ist weiblich, Regisseur Morgana May zeigt hier deutlich, das die Männer hier immer unterwürfig sind. Es gibt keine Cumshots ins Gesicht, die Frauen haben immer die Oberhand und Großteils im Film sind es Frauen welche agieren. Der Mann ist ein Sklave und unterwirft sich der Frau. Außer in drei Szenen, doch auch hier ist es mehr Provokation als typische männliche Pornofantasie.

Der Film huldigt der Weiblichkeit und zeigt das in einer Männer dominierten Welt auch die Frau die Kontrolle haben kann. Dabei nutzt man die Handlung als Vorlage und den Blick in die Sexualität des Menschen. Denn immer wieder gibt es einen neuen Fetisch, der in einer Szene gezeigt wird, immer tiefer geht es in die Welt des BDSM. Was am Anfang noch wie eine fantasievolle erotische Geschichte wirkt, wo ein Mann sich einer Frau unterwirft und ihre Körpersäfte trinkt und von ihrem Kot nascht. Dabei wirkt das alles sehr verspielt, endet mit einer Szene wo man Rasierklingen und Cuttermesser am Körper rumschneidet und Blut trinkt. Zwischen durch gibt es auch Inzest. Eine kurze Episode, welche ein bitterböse Ende hat. Denn es zeigt auch die Gefahren in einem Swingerclub. Hier beweist Sexual Labyrinth auch Humor.

Bei all den kurzen Episoden,die wie Clips wirken, so zeigt der Film doch auch auch so etwas wie eine Handlung, die wenigen Dialoge, kommen meist aus dem Off und verdeutlichen die Gedanken, der entführten Frau und wie sehr sie sich doch zu der Herrin hingezogen fühlt, auch hier verzichtet der Film auf typische maskuline Aspekte und nutzt die Form der Unterwerfung und die Weiblichkeit. Zwar ist es etwas grenzwertig und vielleicht auch  das Stockholm Syndrom, doch die Frau ist eine andere, was die kurze Szene im Abspann auch nochmal verdeutlicht.

Fetisch als Stilmittel

Schon Hitchcock hat in seinen Film seine Vorlieben immer wieder ins Bild gebracht, natürlich viel subtiler. Seit den 70ern und dem Sexploitation ist natürlich alles sehr viel deutlicher. Alleine die vielen Filme von Jess Franco wo er versuchte die Schönheit der Frau einzufangen. Joe D’Amato der Sex mit Horror mixte. Tinto Brass der die grenzen zwischen Soft- und Hardcore sprengte.Alles steigerte sich immer mehr, es gibt Film die befriedigen unser bedürfnise subtile andere sind nur dafür produziert. Doch immer wieder findet man etwas für seine Vorliebe. Auch bei Lucifer Valentine und seinen Vomit Gore Filmen. Bei Sexual Labynrith bedient man sich auch vielen Fetischen und jede Episode hat einen anderen.

Das geht von Uniformen bis hin zu Inzest, die ganze Facette der sexuellen Vorlieben sind dabei. Dabei wirkt es auch manchmal wie eine Geschichte von De Sade. Eine Reise durch eine Welt, die uns versucht zu zeigen was alles möglich ist. Dabei aber auch zeitgleich den Zuschauer zu provozieren. Denn nicht alles was man sieht ist für jeden Geschmack und mehr sonst nur Mainstream Film kennt, wird schnell hier an seine grenzen kommen. Denn die Bildsprache ist sehr spezielle. So wird aus eine Fistingszene, der Horror.Denn hier zieht man ein Herz aus der Vagina. Was genau das bedeutet, muss jeder für sich selbst aus machen? Das Hirn des Mannes ist der Penis und das Herz der Frau die Möse?

So befredigt der Film auch auf seine Art bestimmte Vorlieben. Dabei provoziert er auch immer wieder gewollt. Denn anders als ein Porno setzt er hier nie auf den Höhepunkt. Dieser kann zwar kommen, wie bei dem Analsex mit etwas Sperma auf der Rosette, doch am Ende steckt eine Rose in den Arsch. Durch diese Absurdität führt man die typischen Pornofantsie vor und schockiert zugleich, weil man damit nicht rechnet.

Die Cinematografie von Sexual Labyrinth

Die Kamera von Sexual Labyrinth ist sehr subversive, wir sind immer Nah an den Damen dran. Schon am Anfang sieht man Szenen aus der Egoperspektive und es gibt viele Nahaufnahmen. Das geht sogar soweit, das man mit einer Sonde Aufnahmen eines Körper macht,inklusive penetration der Vaginas, alles natürlich in etwas bescheidener Qualität, dafür setzt das auch den Ton des Films. Denn jede Szene ist anders. Die Farbgebung, die Kamera, alles passt sich der jeweiligen Handlung an. So wechselt alles und immer wieder gibt es neue Einfälle und Kamerafahrten. Hier merkt man deutlich das Regisseur Morgana May aus der Werbung kommt. Denn die Inszenierung ist schnell und auf dem Punkt, jede Episode des Films kommt schnell zur Sache.

Immer wieder sieht man den Film aber auch an, das er kostengünstig produziert wurde. Das stört natürlich weniger, denn es passt auch perfekt zum Look. Es ist halt ein moderner Film, digital gedreht und in seinen besten Szenen erinnert an Filme von Jess Franco, Jean Rollin oder Joe D’Amato. Auch gibt es eine Episode, wo das Bild in leichten Neonfarben getaucht ist und hier kommt ein Hauch des fantastischen durch. Denn wenn die Dame einen Puppentorso penetriert und die Kamera vorbei schwenkt und zurück ist es auf einmal ein Mann. Solche kurzen Szenen gibt es immer wieder. Auch in der ersten Episode, mit einfachen Mittel erzeugt man ein paar nette Effekte.

Doch Sexual Labyrinth nutzt auch die Großaufnahmen von Vaginas und zeigt deutlich die Weiblichkeit der Frau. Denn es sind keine Porno Models, sondern alle Damen im Film wirken natürlich und das macht sich bemerkbar, manche haben Schamhaar, manche nicht. Auch der restliche Körper ist ganz natürlich,so gibt es hier keine Perfektion. Das fängt die Kamera immer wieder ein und beschönigt nichts.

FAZIT:

Sexual Labyrinth ist irgendwo zwischen Post Porno, Pro Sexueller Feminismus und der Huldigung des Sexploitations Kinos. Dabei nutzt man viele Fetische, welche als Masturbationsvorlage dienen könnte und schafft eine Welt wo alles möglich ist. Die Handlung ist zwar kaum vorhanden, doch es geht um Unterwerfung und liebe. Eine starke Form der Zuneigung. Das alles aus einer sehr weiblichen und subversiven Sicht.

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 5/10
    Schauspiel - 5/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Extrem - 7/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
  • 9/10
    Fetisch - 9/10
6.7/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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