Die Perverse Gräfin

Die Perverse Gräfin

Die Perverse Gräfin gehört zu den unbekanntesten Filmen Jess Francos und ist dabei einer seiner besten Regiearbeiten.

Jess Franco der spanische viel Filmer, hat mit über 200 Filmen, eine endlose Filmographie. So ist es kein Wunder das viele seiner Filme vielleicht nicht so bekannt sind wie die typischen. Man kennt halt eher Vampyros Lesbos, Sie tötet in Ekstase oder Die Säge des Todes, als andere Genreproduktionen die er in den 70ern gedreht hat. In diesem Jahrzehnt hat er so viele Filme produziert, das es Stoff für viele Reviews hier geben könnte. Eine dieser Produktionen ist Die Perverse Gräfin, dabei ist das eine kleine Produktion. Ein Film der den Produzenten zu düster war, so das man Szenen nachdrehte, man brachte mehr Erotik und etwas Humor in den Film. So wird aus Bob auch schon mal Tom. Dennoch bleibt Franco seinem Stil in dem Film treu und schuf einen düsteren erotischen Thriller, der ein paar wirklich interessante Wendungen bieten hat. Auch bei der Kamerarbeit bekommt man wahrscheinlich eine seiner besten Werke zu Gesicht.

Die Handlung dreht sich um die Gräfin Ivana Zaroff, welche auf einer kleinen Insel ein Haus hat und dort treibt sie mit ihrem Ehemann Rador perverse Spiele. Denn durch ein befreundetes Paar locken sie immer wieder junge Frauen auf die Insel und töten sie. Ihr neustes Opfer soll Silvia werden, welche aber auch in Tom verliebt ist. Auf der Insel angekommen beginnt ein Trip ins Ungewisse in eine Welt voller Lust, Leidenschaft und einem Geheimnis was die Gräfin und ihr Mann hüten.

Den Film gibt es in drei Versionen und auf der aktuellen Blu-ray von X-Rated im Bonusmaterial zu dem Film Durch die Hölle, befindet sich die Sexy Nature Version, welche die längste des Films ist und alle Erweiterungen bietet, die einst vom Verleih gewollt waren. Denn die Ursprungsversion von Jess Franco, ist etwas anders. Diese ist aber in dieser Fassung immer noch sehr deutlich zu erkennen, so muss man das unpassende erzwungen Happy End am Schluß von Die Perverse Gräfin ignorieren. Dies war nie gewollt.

Düstere Handlung

Man merkt sehr deutlich in Sexy Nature das Die Perverse Gräfin wohl anders gedacht war, die Ursprungsversion befindet sich auf der DVD von Edition Tonfilm, die Sexy Nature Version ist die Ursprungsfassung mit einer neuen kurzen rahmen Handlung und mehr Erotik. Die neuen erotischen Szenen stören nicht wirklich im Film und passen sich perfekt an den rest des Films. Nur die neue Rahmenhandlung rund um Silvia und eine Freundin, wollen nicht so recht ins Bild passen, denn sie alles wirkt hell und fröhlich, dabei wird aus Bob, dann auch mal Tom. Das alles fühlt sich fehlt am Platz und diente nur dazu, dem Verleih zu befriedigen. Denn dachte man die Ursprungsversion sei zu Düster. Das stimmt aber auch Sexy Nature ist immer noch ein sehr düsterer Film.

Der Film zeigt bei der Handlung deutlich die Handschrift von Jess Franco, denn sind doch viele Stammschauspieler von ihm dabei. Alice Arno,Howard Vernon und natürlich Muse, Lebensgefährtin und Ikone der Jess Franco Filme, Lina Romay. Das Drehbuch stammte auch von Franco und so schrieb er eine Geschichte über Menschen und ihren lüsten, die alles ausleben was sie wollen auf der Insel. Dabei ist die Insel auch der fixierpunkt der Handlung. Denn die Menschen haben angst sie zu betreten. Denn das Paar treibt ein Hobby was tödlich ist. Franco zeichnet dabei aber auch mehr die Gefühle als die Menschen. Er lässt den Film von seinen Einstellungen leben und so ist er sehr Dialog arm.

Dabei entfaltet sich die Handlung von Die Perverse Gräfin nach und nach, denn das Geheimnis wird gut gehütet, jedenfalls am Anfang. Irgendwann kommt man dahinter und der Film ist dann auch schon nah vor seinem Höhepunkt. In Sexy Nature dauert das etwas länger, weil man hier die Handlung auch immer wieder einmal für Sex pausiert. Dabei versucht Franco auch diese Version so nah wie möglich am Original zu lassen.

Die Gräfin und ihre Opfer

Die Gräfin wird von Alice Arno gespielt und ihr Ehemann von Howard Vernon. Beide geben das diabolische Ehepaar perfekt. Dabei schwebt Arno immer wieder durch die Szenen, sie verleiht der Gräfin das nötige mysterische, was der Charakter braucht. Howard Vernon ist typisch für einen Franco Film. Er ist schon fast der bedienste von Ivana und tut was immer sie will. Dabei ist er aber auch ein Feinschmecker genauso wie die Gräfin. Interessant an beide ist, dann auch das Finale und die letzte Wendung. Hier wird der Film bitterböse, natürlich bei Sexy Nature auch nur halt durch ein ergänztes unpassendes Happy End verhunzt.

Die Gräfin lockt also immer wieder neue Opfer auf die Insel. Dabei benutzt sie sie auch für Liebesspiele und hier ergänzt Sexy Nature viele Szenen und das kommt dem Film auch etwas zu gute. zwar dehnt Franco den Sex immer mehr aus, dennoch passen viele Stellen gut in den Film und so bekommt man etwas mehr von der perversen Gräfin. Dabei ist Die Perverse Gräfin natürlich auch Sexploitation pur.  Denn im Finale jagt die nackte Alice Arno, die nackte Lina Romay und das geht gut 10 Minuten und baut auch hier eine Spannung auf, es wirkt wie ein finales Duell im Western, wo ein Katz und Maus Spiel gespielt wird.

Die Gräfin ist es aber auch immer wieder, welche die Opfer zeigt was sie erwarten, wenn sie das Anwesen zeigt. Ein Ort wo moderne Architektur auf Trophäen Sammlung trifft. Denn man hat keine Ahnung wie groß das Haus eigentlich ist. In einer Szene wandelt Silvia durch das Haus und trifft auf ein gefesseltes Paar, diese Stelle gibt es nur in Sexy Nature, doch diese 5 Minuten lange Szene, zeigt welche Ort das Haus der Gräfin ist.

Architektur und die Perspektive

Jess Franco hat über 200 Filme gedreht,  viele davon haben natürlich auch unterschiedliche Bildformate, in den 70ern drehte er doch die meisten immer in 16:9 oder in 1:66. Doch Die Perverse Gräfin ist in 4:3 und das wahrscheinlich sogar mit  Absicht. Denn der ganze Film wirkt perfekt für diese Bildformat inszeniert. Denn Frnaco spielt mit den Perspektiven und nutzt die Architektur des Hauses. Das fast wie ein Fremdkörper auf der Insel wirkt. Denn es ist moderne Baukunst und auch die vielen Treppen bis man es erreicht, wirken schier endlos. Dabei spielt er auch mit der Kamera, so gibt es Aufnahmen, die eine bestimmte Person in den Fokus rücken und er steht im Vordergrund, alle anderen wirken weiter entfernt und immer wieder wechselt er dann die Kameraeinstellung und immer wieder scheint diese Person in diesem Moment wichtig zu sein, egal was im Hintergrund passiert.

Im Haus selbst gibt es einen Raum der erinnert an ein M.C. Escher Bild, die Figuren und als Zuschauer fühlt man sich verloren in dem Haus und vor allem in diesem Raum. Dazu ist er auch noch komplett rot und deutet immer wieder an, was gleich kommen mag. Die Gefahr ist all gegenwärtig.  Auch am Runden Esstisch, hier wirken die Figuren durch die Kameraeinstellungen und die Perspektive, soweit voneinander entfernt, obwohl alles doch eher klein ist. Franco zeigt hier wahrlich sein können und sein Auge für Kunst, Architektur und Kameraeinstellungen.

Natürlich gibt es auch wieder die typischen Zooms und Unschärfen. Hier nutzt er sogar den Zoom  um heimlich eine Szene zu zeigen,die am Strand spielt. Dabei beobachte die Kameras die drei Personen und zoomt immer wieder um Nacktheit zu zeigen. So hält sich Jess Franco nicht zurück und zoomt immer wieder auf den Busch oder andere Körperteile. Dabei zeigt er vor allem im Finale sein können, durch die langen Kameraeinstellungen und den Schnitt baut er hier Spannung auf, denn man will wissen ob Silvia am End überlebt.

Sex, Sex, Sexploitation

Auch bei all der Düsternis, ist Die Pervere Gräfin auch noch ein Sexploitationsfilm, hier natürlich je nach Version weniger oder mehr, würde man bei Sexy Nature, die letzte Szene weg schneiden, wär es wohl die perfekte Fassung des Films. Denn man bekommt sehr viel nackte Haut und Sex zu sehen. Dabei natürlich wie immer sehr typisch für Jess Franco, immer auf die Frau fokussiert. So ist der Mann zwar da und darf auch im Liebesspiel mitmachen, doch meist rückt er in den Hintergrund. Er zeigt uns die schönen Körper der Darstellerinnen in allen erdenklichen Positionen und versteckt dabei nichts. Dabei wirkt das ganze aber nie wirklich wie ein Porno, sondern immer sehr erotisch und passend für die Szene.

Eine einzige Szene ist wohl etwas pornografisch, diese ist wenn Slivia das Paar in dem Raum entdeckt, hier darf man Lina Romay zusehen wie sie dem Mann einen Blow Job gibt, dabei ist das aber weitentfernt von einem typischen  modern, sondern verspielt und erotisch. natürlich bietet der Film hier einen gewissen Schauwert, bei all der nackte Haut auch verstädnlich. Dabei ist alles aber auch immer irgendwie genau passend. So zeigt Jess Franco in die Perverse Gräfin nicht nur Sex, weil er es muss, sondern weil es perfekt in die Handlung passt und die Charaktere dazu passen.

FAZIT:

Die Perverse Gräfin ist einer der besten Jess Franco Film. Durch die nutzen der Architektur, die Handlung und auch die Kamera machen es zu einem unvergesslichen Film, denn man bekommt nicht nur S,x, sondern auch eine spannende düstere Handlung serviert. Dabei ist das Finale ien Highlight. Natürlich ist der Film auch typisch für Jess Franco, dennoch ist es einer der Filme die zeigen, das er mehr konnte als billigen Trash.

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7.5/10
    Schauspiel - 7.5/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
  • 8/10
    Erotik - 8/10
7.4/10
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