Dienerinnen des Satans

Dienerinnen des Satans ist die Piratenfilm Version von Jean Rollin.

Jean Rollin ist einer der Regisseure der 70er, welcher wahrscheinlich immer wieder etwas untergeht in der Phase der europäischen Filme, drehte der französische Regisseur doch meist immer Vampirfilme und versucht das Genre wie er es brauchte für sich zu Recht zu biegen. Doch er drehte auch andere Genrevertreter, so schuf er mit Dienerinnen des Satans seine Version von einem Piraten Abenteuer Film. Natürlich ist alles voll mit Sex und Metaphern. Denn typisch für Rollin gibt es wenig Dialoge und man setzt mehr auf die Bilder. Dabei leidet aber auch immer wieder Handlung, welche zwar durch sein impostanen Einstellungen erzählt wird, doch manchmal ist alles wirr und unlogisch.

Die Handlung dreht sich um eine Gruppe von Plünderern, die Schiffe an einer Küste untergehen lassen, durch falsche Feuer. Dabei nehmen sie dann alles was angeschwemmt wird. Eines abends treiben auch zwei Mädchen an, diese leben noch und suchen nach Hilfe. Doch die Piraten vergewaltigen sie und lassen sie zum Sterben zurück. Doch der Anführer wird von schrecklichen Vision geplagt und die beiden Mädels haben überlebt. So machen sie sich wieder auf um die letzten beweise zu vernichten. Doch wieder können die zwei Frauen entkommen und fliehen in verfluchte Ruinen, dort bekommen sie ein Angebot, was ihnen Rache verspricht.

Die Handlung des Films wirkt sehr gestreckt und Jean Rollin lässt sich immer wieder Zeit und zeigt viele Bilder, manchmal ist das auch von Nachteil für dem Film, denn alle interessanten Storyansätze müssen Bilder und Musik weichen. So ist das Erzähltempo gediegen, auch wenn der Film mit einer Einleitung der Piraten und ihrer Charaktereigenschaften einen interessanten Film versprechen. So bekommt man am Ende nur einen typischen Jean Rollin Film.

Horror trifft auf Piraten trifft auf Sexploitation trifft auf wenig Handlung

Jean Rollin ist dafür bekannt, dass seine Filme nicht immer die beste Handlung haben, die Streifen leben mehr von den Bildern und der Atmosphäre, das ist auch bei Dienerinnen des Satans der Fall. Dabei fällt einem als Zuschauer aber auch auf, so gut die Bilder sein mögen, so schwach ist die Handlung. Denn baut man am Anfang noch alles auf, das es sich um eine Rachegeschichte drehen soll, verläuft dies bald im Sande und hier zeigt der Film dann auch deutlich, das Logik im Film nicht erlaubt ist und Zeit auch nur ein Gefühl ist, denn manchmal scheint die Zeit auch still zu stehen und dann springt der Film dennoch nach vorne und es ist immer dunkel obwohl der Tag schon längst anbrechen sollte. Dies zieht sich durch den ganzen Film, man deutet dinge an und sogar der Teufel der in einem Verlies gefangen gehalten wird von einem Priester ähnlichen Typen, der auch aus einen Jodorowski Film entsprungen sein könnte. Dazu ein weiblicher Clown, alles Figuren die wichtig sind aber auch nur da sind.

Die wenige Handlung versucht erst gar nicht die restlichen Figuren zu erklären. So kennt man als Zuschauer nur die Plünderer, welche die Hauptfiguren sind und alle anderen sind nur Nebencharakter, welche zwar für die Story wichtig wären, doch am Ende sind sie auch egal. Dabei baut der Film am Anfang noch Spannung auf, doch ab der zweiten hälfte wird das alles über Board geworfen und man zeigt nur noch Bilder und versucht die gescheiterte Rache und warum alles auf einmal das ganze davor kein Sinn mehr macht zu erklären. Schon bald ist man als Zuschauer verloren, genauso wie die Charaktere.

Dabei schafft es Rollin dennoch genug Spannung aufzubauen, das man bis zum Schluss dran bleiben will. Das liegt vielleicht auch an dem Sex und den hübschen Frauen. Doch großteils bietet der Film vergewaltigungen und so ist der Sexim Film selten schön und genauso roh und brutal wie die Hauptcharaktere.

Horror trifft auf Piraten trifft auf Sexploitation trifft auf wenig Handlung Teil 2

Im Grunde ist der Film nichts anderes als düsterer Sexploitationsfilm, der sich an Genrelemente aus dem Horror und dem Piraten Abenteuer Film bedient. Dabei setzt Jean Rollin auch auf seine Vorliebe für Expressionismus, das wird im verlauf des Films deutlich, denn die Handlung ist wie schon oft genug erwähnt, manchmal einfach nur da um Bilder zu zeigen und Gefühle. So drückt sich der Film in vielen Metaphern und mit viel Symbolik aus. Dabei muss man als Zuschauer sehr genau auf passen. Denn der Teufel wird niemals als solcher bezeichnet. Auch der Clown hat keinen Grund warum er ein Clown ist und die Priesterfigur ist auch nur da. Alles andere zu diesen Figuren wird in Bildern dargestellt.

Der Horroranteil im Film ist vor allem am Anfang zu finden,wenn der Anführer seine Vision hat und immer wieder die Leichen der beiden Mädchen sieht. Dazu die Chefin der Spelunke, welche immer wieder Vision hat und sieht was mit den beiden Mädels los ist. Alles ist etwas übernatürlich und passt irgendwie nicht so recht in die Handlung, doch wie vieles bei einem Jean Rollin Film ist alles scheinbar wahllos zusammen gewürfelt. So er gibt am Ende nicht alles einen Sinn und die Bilder stehen im Vordergrund. So wird Dienerinnen des Satans zu einem Erlebnis, welches aber nicht unbedingt gut sein muss.

Das die Piraten oder Plünderer im Vordergrund stehen und dabei natürlich auch die meiste Zeit zu sehen sind, macht der Anfang klar, sie sind die Hauptpersonen und nicht die zwei Mädels. Dabei ist es aber auch das Elemente was am wenigsten vertreten ist, die Piraten oder Abenteuerfilm Handlung ist nur das Grundgerüst für den Film, so nutzt Jean Rollin bei Dienerinnen des Satans das Genre für sich aber ohne die typischen Elemente zu zeigen.

Symbolik

Der Film lebt von seinen Symbolen, dabei ist es natürlich eine andere als in einem Giallo. Hier gibt es keine Phallusse oder Farben die auf eine Gefahr hindeuten. Jean Rollin lässt die Bilder auf einem Rauschen,viele lange Kamerafahrten durch die Ruine einer alten Kirche, lassen natürlich vermuten das der verfluchte Ort einst ein heiliger Platz war. So ist die mysteriöse Person im Keller freundlich und bietet den beiden Mädchen einen Deal an. Sie können Rache bekommen, müssen nur ihre Unschuld opfern. Dabei zeigt der Film schon fast warnend, das ein Pakt mit dem Teufel niemals gut aus geht.

Doch auch der Strand und die Feuer, alles hat eine tolle Bildsprache, so verbrennt sich die Piratin am Feuer. Was natürlich eine Warnung ist, wer mit dem Feuer spielt kann sich verbrennen. Doch viele Bilder verlaufen auch im Sand, vor allem nutzt man natürlich die tollen Schauplätze für die Szenen. Am Ende ist es dennoch zu wenig, denn die Handlung wird auch nur wenig in den Bildern erzählt, man hat immer wieder das Gefühl, das Rollin hier noch weniger wert auf das Erzählen einer Geschichte wert legt als bei anderen Filmen.

FAZIT:

Dienerinnen des Satans ist Jean Rollins Version eines Piraten Films, dabei kommt aber ein surrealer Film bei raus. Der wie immer keine Genrekonventionen kennt und auf eine Handlung verzichtet und alles lieber in Bildern erzählt. Dabei wirkt der Film aber an vielen stellen unlogisch und als Zuschauer ist man irgendwann gelangweilt oder verloren wie die Charaktere. Dennoch hat der Film eine dichte Atmosphäre und zeigt viele tolle Bilder.

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
6.5/10
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Handlung:

Irgendwo in einem französischen Küstenort im vorvergangenen Jahrhundert: Eine vierköpfige Bande von Strandräubern verdient sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie vorüberfahrende Schiffe mit Leuchtfeuern auf die tödlichen Klippen lockt und dann die Wracks ausplündert. Bei einem ihrer Raubzüge werden die Räuber – drei Männer und eine Frau – von zwei verirrten Mädchen überrascht. Da sie keine Zeugen gebrauchen können, bringen sie die beiden um; nicht jedoch, ohne sie vorher vergewaltigt, gequält und gedemütigt zu haben. Ein Fehler, denn die beiden Mädchen suchen Beistand von niemand anderem als dem Teufel persönlich, um ihre Rache zu bekommen …

 

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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