die nackten vampire

Die Nackten Vampire

Jean Rollin drehte mit Die Nackten Vampire seinen ersten Farbfilm und vielleicht einem seiner besten Vampirfilme.

1969 die Welt war im Wandel, Hippiebewegung, der Sommer der Liebe, die 70er stehen vor der Tür, die Welt wird Sexuell offener und ein junger französischer Regisseur drehte seinen ersten Film in Farbe. Die Rede ist natürlich von Jean Rollin. Der in diesem Jahr, manchmal wird auch 1970 als Entstehungsjahr für den Film angegeben. Doch Die Nackten Vampire ist sein erster Farbfilm und auch wegweisend für die nachfolgenden Filme. Selbst wenn er immer wieder versuchte sich neu zu erfinden, so zeigt der Film viele Dinge, die man später wieder findet. Obwohl hier das Vampirthema, sehr futuristisch wirkt und man von einer Mutation ausgeht.

Die Handlung von Die Nackten Vampire beginnt mit Pierre der Abends durch seine Stadt läuft, während dessen flieht eine mysteriöse Frau vor Personen in Tiermasken. Sie trifft auf Pierre und es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch um ihn zu retten wird sie erschossen. Er folgt den Personen und landet im Schloss seines Vaters. Bald findet Pierre heraus, das sein Vater diese Frau gefangen hält und denkt sie ist ein Vampir, denn sie ist unsterblich und trinkt Blut. Doch Pierre will wissen was los ist und forscht nach. Bald dringt er in eine Welt aus Selbstmordkult und mysteriösen Personen ein.

Mit Die Nackten Vampire taucht Jean Rollin in eine Welt ab, in der die Jugend im Wandel ist. Der Sohn rebelliert gegen den Vater und seine Machenschaften, auf den ersten Blick wirkt die Handlung und seine Elemente sehr typisch für ende der 60er, Anfang der 70er. Die Rebellion gegen das was war und sein soll, Die Hippiekultur ist im vollen Gange und das merkt man dem Film auch an. Doch mit seiner Handlung wo SciFi auf Fantasy trifft, hebt sich der Film doch immer wieder hervor und zeigt das Jean Rollin auch Filme mit Handlung drehen kann.

Vampire und Untersterblichkleit

Der Film beginnt mit einer Szene, wo eine Frau die einen Sack auf dem Kopf hat,von anderen Personen untersucht wird. Man nimmt ihr Blut ab und untersucht ist. Im Verlauf des Films wird dieses Szene erklärt, so versucht man hinter ihr geheimnis der Untersterblichkeit zu kommen. Denn Die Nackten Vampire liefert uns das Böse in Form einer Firma und Macht hunrigen älteren Männern, die nur Geld machen im Kopf haben. Sie nutzten die Frau aus und halten sie Gefangen, nehmen die Menschlichkeit aus ihrer Umgebung, weil sie ihr die Gesichter der Menschen vorenthalten. Der Sohn stellt hier die Jugend dar, welche gegen die Erwachsenen rebelliert und zeigt das sie keine Mutation sind. Was uns am Ende auch erklärt wird. Hier merkt man deutlich den Hippie Geist und die Vorstellung einer besseren Welt, welche hier auch als Traumwelt dargestellt wird.

Der Film nutzt das Vampirthema und macht daraus etwas neues, wie bei fast allen Jean Rollin Filmen, sind Vampire meist nie die klassischen Figuren die man kennt. Bei Die Nackten Vampire ist alles sogar noch etwas anders, hier ist es nur eine Vorstellung, ein Gedanke, der zeigen soll, das Menschen immer wieder an etwas glauben, was einfach nicht wahr ist. Dabei baut der Film genau darauf auf, denn das Streben nach Unsterblichkeit ist so alt wie die Menschheit, wir versuche immer wieder unser Leben künstlich zu verlängern, doch um welchen Preis? Im Film selbst muss hier die Menschlichkeit dran glauben, wie in einer Sekte, opfern sich Menschen, damit das Mädchen Blut trinken kann.

Dadruch, dass Die Nackten Vampire als Film mit diesem Thema spielt und am Ende schon fast eine Predigt hält über die Menschen und den Traum einer Utopie, zeigt Jean Rollin hier deutlich Sozialkritische Elemente. Dabei wirkt das ganze noch nicht so stark wie es in den 70er bei sovielen Filmen der Fall war. Doch man merkt deutlich, das er in dem Film sehr kritisch mit der Welt umgeht und versucht zu zeigen das es vielleicht auch anders geht.

Die Zwillinge und immer wieder zwei Damen

Schaut man Jean Rollin Filme, so fällt bei einigen etwas aus. Bei Dienerinnen des Satans und auch Sexual-Terror der entfesselten Vampire gibt es immer zwei Mädchen. Auch bei Die Nackten Vampire gibt es zwei Mädchen, dieses Mal sogar Zwllinge,  Marie-Pierre Castel, welche aus bei Sexual-Terror wieder dabei war und ihre Schwester Catherine Castel. Im Grunde hat dies natürlich nur etwas ästhetisches, wenn man zwei gleich aussehende Personen hat. Man kann mit ihnen viel machen und auch für eine gewisse Bildsymmetrie sorgen. Im Film selbst werden die Zwillinge sogar wichtig für die Handlung und sie sogar in mehr Szenen zu sehen als die eigentliche Hauptdarstellerin, die hier aber zu mysteriösen Person wird.

Auch haben beide keine Namen und sind nur Dienstmädchen, doch da ist noch mehr und dies wird im verlauf des Films immer klarer. Jean Rollin setzt hier aber wie immer auf seinem Stil und beide müssen sehr abgefahrene Outfits tragen, welche auch eine gewisse Erotik ausstrahlen. Im Grunde sind die Beiden aber auch die Verkörperung der Unschuld, die immer wieder gewzungen wird nicht Unschuldig zu sein. Denn ihre Outfits und auch die Farben, drücken immer eine Unschuld aus, außer in ein paar Szenen, wo das Rot sehr deutlich ist, dennoch ist hier kein Zeichen von der Gefahr.

Erotik

Die Erotik in Die Nackten Vampire ist sehr zurück haltend, wenn man bedenkt, dass der Film von 1969 ist und die sexuelle Freiheit gerade erst ihren Anfang fand. So gibt es zwar Brüste zu sehen, das ganze wird aber zum größtenteil im Film nie erotisch dargestellt. Man merkt zwar das Rollin es versucht, vor allem in ein paar Szenen deutet er vieles noch an und die Outfits des mysteriösen Mädchen sind auch sehr durchsichtig, dennoch trägt sie einen Slip. So ist das alles noch sehr subtil in dem Film.

Was auf jedenfall erotisch ist, sind die tanzeinlagen der Damen, hier wird sehr laziv getanzt. Was am Ende aber auch im Film selbst kaum einen Sinn ergibt. Dennoch sind diese Einlagen das wohl am erotischten im Film, jedenfalls wenn man von Nacktheit und verführung ausgeht. Ansonst sind die anderen Szenen mit nackter Haut in Die Nackten Vampire, sehr klinisch und wirken nicht erotisch. Dabei strahlt der Film und vor allem die Zwillinge eine sehr unterschwellige Erotik aus. Was natürlich an der Unschuld und den Outfits liegt und die Frauen hübsch sind. Natürlich auch die Hauptfigur, welche den Männer den Verstand raubt.

Symbolik

Da Die Nackten Vampire der zweite Film von Jean Rollin ist und auch der erste in Farbe. So merkt man hier natürlich immer noch, dass alles in den Kinderschuhen steckt. Zwar gibt es hier auch eine Symbolik, doch dies ist mehr in der Story verankert als in den Bildern. So ist alles eine Fabel dafür das damals die Jugend als Mutation angesehen wurde, die Rebellion und die Veränderung, ähnlich wie in den 50ern, der Rock ’n Roll das Böse war, so war es Ende der 60er die Freie Liebe, die Musik ein neuer Zeitgeist, die Jugend wollte frei sein. Das versucht Jean Rollin in Die Nackten Vampire zu zeigen. Dabei verpackt er das alles in eine Handlung rund um Vampire oder besser gesagt um unsterbliche Wesen aus einer anderen Dimension.

Das ganze Finale steckt dann doch voller Symbolik, auch bei den Bildern. Wenn Pierre durch den Vorhang läuft und in der Traumwelt landet. Wir sind wieder am Meer und das Bild nutzt einen anderen Kontrast. So wirken manche Szenen wieder sehr düster und das Rot an den Figuren strahlt so kräftig ins Bild, das man nicht weg sehen kann. Auch der Strand und das Meer sorgen für Starke Bilder, es ist nicht ruhig. Die Wellen schlagen gegen den Strand und alles strahlt eine gewisse Unruhe aus. Doch alles andere wirkt sehr ruhig. Dabei gibt es auch wieder eine Art Sarg, ähnlich wie die Standuhr, taucht hier die Hauptfigur drin aus und ist endlich Frei.

Diese Welt im Finale von Die Nackten Vampire ist die Utopie, von dem die Jugend damals geträumt hat. So endet der Film sehr Märchenhaft und sehr Positiv, was sich im Verlauf von Jean Rollin Filme noch ändern sollte. Hier siegt die Hoffnung über die Realität.

FAZIT:

Die Nackten Vampire ist ein Vampirfilm, der aber keiner sein will. Jean Rollin nutzt die Thematik und erzählt eine Geschichte voller Metaphern und zeigt dabei eine Zeit in der die Welt im Wandel war. Das merkt man dem Film auch deutlich an. Die Jugend rebelliert gegen die ältere Generation, sie will sich befreien, träumt von einer besseren Welt. Das trifft in einer Mischung von SciFI und Fantasy aufeinander. So wirkt manches heutzutage sehr naiv, zeigt aber das Vampire nicht immer die Bösen sein müssen, sondern als Sinnbild für die Mutation der Jugend stehen kann.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
7.0/10
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Handlung:

Pierre Radamante wird des Nachts Zeuge eines mysteriösen Geschehens: Eine junge Frau wird von einer Gruppe von Gestalten mit bizarren Tiermasken verfolgt. Er will ihr zu Hilfe eilen, kann jedoch nicht verhindern, dass sie von ihnen erschossen wird. Eine der grotesken Figuren trägt die scheinbare Tote auf ein herrschaftliches Anwesen – mit Unbehagen realisiert Pierre, dass es seinem Vater gehört. Es gelingt Pierre, sich unerkannt Zugang zum Gebäude zu verschaffen: Zu seinem Schrecken wohnt er einem Ritual einer Selbstmord frönenden Sekte bei! Pierre traut seinen Augen nicht, als die für tot gehaltene junge Frau quicklebendig erscheint und das Blut einer Selbstmörderin trinkt.

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