The Machine Girl

The Machine Girl war der Anfang einer neuen Welle von japanischen Underground Filmen.

Im Jahr 2008 sorgte ein Film für Aufregung, denn er war anders und bot sehr viel Blut und es war kein Olaf Ittenbach Film. Sondern es war The Machine Girl, ein Film aus Japan, von Noboru Iguchi. Ein Actionfilm, für recht wenig Geld produziert und es gab damals nur eine US Import DVD, welche den Film aber Uncut zeigte, in Deutschland hatte der Film nicht soviel Glück und musste einige Federn lassen. Dabei zeigte sich aber deutlich, dass alles nicht so ernst gemeint war. Auch wenn die Handlung eine düstere Rache Story ist, so sind die Effekte doch sehr übertrieben. Danach folgten unzählige weitere Filme und Fans entdeckten eine neue Filmwelt, dieses mal nicht den klassischen japanischen Film, welchen Tarantino zeigt und auch derbe Splatterfilme der 80er, sondern Filme wo alles möglich war.

Die Handlung von Machine Girl dreht sich um Ami, ein Schulmädchen was Rache will. Denn ihr Bruder wurde von dem Sohn eines Yakuzas getötet, doch die Rache ist nicht so einfach. Was am Anfang noch so einfach wirkte, wird schnell zu einer tortur für sie. Denn der Yakuza Boss schneidet ihr den Arm ab, sie kann aber entkommen. Bei der Familie des besten Freundes ihres Bruders findet sie Unterschlupf und bekommt einen neuen Arm. Sie wird zum Machine Girl und ihre Rache kann voll endet werden. Hilfe bekommt sie dabei von Miki, der jungen Mutter, welche auch ihren Sohn verloren hat, durch den Sohn des Yakuzas.

Wenn man den Anfang von Machine Girl sieht, denkt man man bekommt einen abgefahrenen Splatterfilm serviert. Doch dann springt der Film sechs Monate zurück und wir bekommen die Geschichte von Ami erzählt, hier geht der Film etwas vom Gas und fängt an eine düstere Rachegeschichte zu erzählen. Dabei verzichtet man auch lange auf blutige Szenen, erst wenn Ami mit ihre Rache beginnt,auch hier hält man sich noch etwas zurück. Die Charaktere stehen im Vordergrund und werden für diese Art von Genrefilm sehr gut gezeichnet.

Rache eines Schulmädchens

Im Grunde ist die Handlung von Machine Girl nur eine typische Rachegeschichte, denn die Hauptfigur will sich für den Tod ihres Bruders an den Verantwortlichen rächen und bekommt dabei sogar Unterstützung. Das Interessante daran ist, dass der Film sich viel Zeit für die Hauptfigur und man erst Mal die Geschichte erzählt bekommt, bevor es wirklich los geht,dauert es über eine Stunde. Davor gibt es zwar ein paar Versuche, doch am Ende scheitert Ami immer wieder. So baut man natürlich Mitgefühl für sie auf und der Zuschauer hofft das sie ihre Vergeltung bekommt. Anders aber als bei Genrevertretern wie Oldboy, hinter Fragt Machine Girl nicht ob die Rache Sinvoll ist oder was es am Ende bringt.Hier setzt Film dann doch mehr auf den Schauwert und die Unterhaltung des Zuschauers.

Die Rache ist zwar der Kernpunkt des Films und darum baut man die Handlung und die Figuren sind davon auch getrieben aber eine Art Befriedigung bekommen sie dadurch nicht. Viel mehr zeigt der Film auch die negativen Seiten, dabei geht er aber kaum ins Detail. Man sieht nur am Ende, bringt es nichts als tote. Zum Teil erinnert der Film auch an einen Western, hier finden sich Parteien, die sich vorher nicht leiden konnten. Ami wird nicht einmal geglaubt, dass ihr Bruder unschuldig ist und nicht für den tot seines besten Freundes verantwortlich war. Das Schulmdächen muss kämpfen, so hat der Film immer wieder mehr tiefe als man denken mag. Dabei schafft er es aber nicht immer ganz zu überzeugen und manche dinge bleiben unklar. Wie die frage, wann die Szene am Anfang spielt, wo kann man sie in der Handlung einordnen.

Action und Blut

Machen wir uns nichts vor, viele schauen den Film nur, weil er halt sehr blutig ist. Das wird aber Machine Girl nicht gerecht. Natürlich geht es hier immer wieder blutig zur Sache. Doch dabei nimmt der Film sich auch viel Zeit für seine Figuren und setzt die Effekte dann doch in maßen ein. Dabei dann aber sehr blutig. Dabei spritzt das Blut wie Fontänen aus den Körpern. Egal wo jemand getroffen wird, es spritzt nur so. Das erinnert stark an die alten Samurai Filme, nur ist es noch eine Nummer blutiger.  Doch man muss warten und wird dann auch immer wieder belohnt. Nur sollte man sich auch auf die Handlung konzentrieren, welche nicht nur da ist um zum nächsten Splatterexzesse zu gehen.

Da der Film kein Horrorfilm ist, ist die Action der Aktivator für die Splatterszenen. So werden hier Körper zerstückelt, zerteilt, zum Explodieren gebracht. Durch die Waffe von Ami, aber auch durch Samurai Schwerter, einer Kettensäge und sogar einer fliegenden Guillotine. Der Film bietet eine menge und ziegt hier auch das seine Wurzeln im Exploitations Kino verankert sind. Das geht natürlich schon beim Vorspann los, mit der gelben Schrift und auch dem Style, denn die Handlung könnte auch aus den 70ern kommen. Dabei zeigt der Film das aber im Verlauf immer wieder deutlich, auch mit einer Hommage an Lucio Fulci. Wenn Ami ihre erste Rache verübt und eine Frau ein Messer in den Nacken sticht, so sieht man das nicht nur in Großaufnahme, sondern sie übergibt sich auch dabei und ihr Darm kommt raus, was natürlich stark an Ein Zombie hing am Glockenseil erinnert.

Die Cinematogrpahie

Man sieht zwar immer wieder, dass Machine Girl eine Produktion war, welche kaum Geld hatte. Doch dafür zeigt Regisseur Noboru Iguchi sein können und setzt den Film gut in Szene und auch bei der Action zeigt er sein können. So hat alles ein gutes Tempo und alles wirkt passend. Natürlich ist das bei einem Film wie diesem etwas schwer. Wenn hier Menschen die Haut im Gesicht geschossen bekommen und dann das Blut nur so spritzt. Dabei sieht das alles gut aus und wirklich nie lächerlich billig. Natürlich erkennt man die Effekte und auch sieht man des Öfteren, dass die Luft die das Blut aus den Körper pumpt mit ausweicht. Das stört aber weniger, verleiht den Film einen gewissen Charm.

Auch lässt der Regisseur seine Schauspieler glänzen, auch wenn Minase Yashiro vorher noch nie geschauspielert hat, macht sie ihre Sache als Ani wirklich gut. Dazu Asami die hier in der Nebenrolle als Miki glänzen kann, dabei ist es fast eine zweite Hauptrolle. Denn wird sie ein wichtiger Teil der Handlung. Man merkt aber auch, dass zwar Ami ihre Kleidung etwas zerstört bekommt, doch mit Absicht sehnen wir sie nie in erotischer Pose, hier verzichtet man auf den Sexanteil und versucht eine Rachegeschichte zu erzählen mit sehr blutigen Effekten.

FAZIT:

Machine Girl erzählt eine düstere Rachegeschichte, mit sehr viel Blut. Dabei nimmt sich der Film aber auch viel Zeit um die Handlung zu erzählen und legt hier mehr Wert auf die Story als das man alle paar Minuten einen Effekt sehen muss. So bekommt man eine typische Rachehandlung erzähle, die unterhält und als Zuschauer fiebert man mit den Charakteren mit.

Movie title: The Machine Girl

Director(s): Noboru Iguchi

Actor(s): Minase Yashiro, Asami, Kentarô Shimazu, Honoka, Tarô Suwa, Yuya Ishikawa, Noriko Kijima, Kentaro Kishi, Nahana, Demo Tanaka, Erika Terajima, Ryôsuke Kawamura

Genre: Action, Splatter

More...

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 8/10
    Effekte - 8/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.2/10
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