Sasori – Jailhouse 41

Sasori – Jailhouse 41 ist die Fortsetzung von Sasori – Scorpion, wieder ist Meiko Kaji dabei und dieses mal ist alles etwas anders.

Nach dem Sasori – Scorpion 1972 abgedreht war, ging es gleich weiter mit Sasori -Jailhouse 41. Die Fortsetzung. Wieder mit dabei neben Hauptdarstellerin Meiko Kaji ist auch Regisseur Shun’ya Itô, der dieses mal wieder andere Wege geht als beim Vorgänger. Immer noch beruht alles auf den Manga und dennoch merkt man, das man immer wilder wird in der Darstellung und der Vorgänger nur der Anfang war. Es wird aber auch deutlich, das man hier langsam das Genre wechselt, denn der Knast steht im Hintergrund und die Flucht ist dieses mal der Mittelpunkt. Als Zuschauer sieht man eine Mischung aus Exploitation und künstlerische Freiheit, ähnlich wie in Europa es Jean Rollin und Jess Franco es getan haben.

Die Handlung von Sasori -Jailhouse 41 beginnt mit Matsu, welche seit einem Jahr in Einzelhaft in einem Kellerloch steckt. Doch nun soll sie nach oben, ein neuer Chef kommt und soll alle Gefangene sehen. Doch die Damen benehmen sich daneben und starten eine Revolte, weil Matsu auch als Sasori gilt und ein Symbol der Hoffnung ist. So müssen alle in Steinbruch, wo man versucht den Ruf von Matsu zu zerstören. Auf dem Rückweg gelingt ihnen die Flucht und eine Reise durch eine karge Landschaft japanisch beginnt. Gejagt von den Wärtern.

Im Grunde sind viele Elemente aus dem Vorgänger auch in der Handlung bei Sasori – Jailhouse 41 wiederzufinden. Dabei merkt man aber auch, dass man wirklich versucht sich nicht zu kopieren. So ist die Flucht der Motivator für alles was passiert im Film und auch ist Sasori sehr viel passiv im Hintergrund, dazu spricht sie nur zwei Sätze im Film.Dazu driftet der Film noch mehr in eine düstere, märchenhafte Erzählung ab, mit soviel Symbolik und Szenen. Dabei hat der Film aber auch ein Tempo und kommt schnell auf dem Punkt und erzählt die Geschichte noch geradliniger als der erste Teil.

Die Flucht ins Unbekannte

Schon der erste Sasori Film fing mit einer flucht an, doch was man bei Sasori Jailhouse 41 zeigt ist eine ganz andere. Zwar erinnert es in den Grundzügen noch an den Women in Prison Film. Doch auf der Reise gibt es eigentlich kaum gefahren, jedenfalls am Anfang. Erst nach und nach zeigt sich dieser Trip als tödliche Falle. Als Zuschauer sieht man die Mädchen durch die Gegend laufen, immer auf der Flucht. Verlassene Häuser, tote Orte. Kaum Leben, alles ist ausgestorben. Dabei erfahren wir wenig über die Mädels, ihr Seelenleben und warum sie im Gefängnis sind, wird kaum erwähnt. Gespräche fallen kurz aus. Man ist Stumm. Alles wird über die Bilder erzählt. Das Drama hält sich zurück. Dennoch wirken die Insassinnen sehr unsympathisch und Matsu schaut immer nur Finster drein, sie wirkt Eiskalt aber ist die Hauptfigur und hier und da versucht der Film eine Bindung mit ihr auf zu bauen. Diese ist durch den ersten Teil vorhanden.

Auch gibt es bei Sasori – Jailhouse 41 kaum eine Rachegeschichte, hier sind es die Wärter, die unbedingt die Mädels wieder einfangen wollen. Man versucht auch die Probleme einer Fortsetzung zu umgehen, denn man erfindet den Film komplett neu. Geht in andere gefiele und erzählt auch eine neue Handlung, zwar muss Matsu am Anfang immer wieder Leiden.  Doch schon bald ist sie nur noch anwesend und wie ein Stück Eisblock, scheint sie dazu stehen und abzuwarten. Denn die anderen sind nicht gut, was uns der Film auch immer wieder zeigt und scheinbar werden sie auch alle bestraft für das was passiert. Matsu ist aber immer wieder anwesend und da wär noch die alte Frau, die kurz eine Rolle spielt und alle verflucht. Was aber mehr ein Symbol ist, wie vieles im Film.

Symbolik und Farben

Wie sein Vorgänger ist auch Sasori – Jailhouse 41 voller Symbole und auch Farben. Dieses mal nutzt man sie aber auch anders. Zwar ist der Film immer noch sehr Blau. Doch dieses mal ist die Symbolik etwas eindeutiger, auch wenn sich Regisseur Sun’ya Itô immer noch sehr kryptisch gibt, so ist seine Kritik an das alte Japan und bestimmten werten doch sehr deutlich. Dies kommt alleine in der Busfahrt sehr zum Vorschein. Wenn drei ältere Männer von früher Reden und hoffen die entflohenen Gefangenen zu finden, damit sie Spaß haben können.  Denn im zweiten Weltkrieg hat man ja auch paar Chinesinnen vergewaltigt, was toll war. Dazu belästigen die Herren auch die Reisebegleiterin.  Drei unsympathische Typen, welche dann im Film auch büsen müssen. Doch davor dürfen sie nochmal schänden.

Nachdem die Mädels den Bus entführt haben, muss einer der Männer immer wieder Banzai rufen,so wie früher. Da bleibt natürlich nicht viel Freiraum für Interpretation, so sind die alten Herren im Film eh immer die Bösen und Männer kommen nie gut weg. Was natürlich auch daran liegt, das die Frauen hier zwar auch nicht wirklich die Opfer sind, dafür aber die Guten, jedenfalls zum Teil. Selbst Sasori ist auch nur bedingt eine gute, ist sie hier wie ein Westernheld, der schweigsam durch die Gegend läuft und seine Gegner erledigt.

Am stärksten ist die Symbolik und die Farben, bei der Szene im Wald. Wo die alte Frau alle verflucht, hier zeigt der Film auch seine stärksten Bilder. Alles ist sehr mystisch und wirkt fast wie aus einem Horrorfilm, denn wer diese Frau ist und was ihre Rolle im Film. Dazu wird sie auch beleuchtet und die Mädels auch, alles erstrahlt in Rot, Blau und Grün. War bei Sasori – Scorpion die Gesichter der Opfer von Matsu Grün angeleuchtet, so sind bei Sasori – Jailhouse 41 die der Mädels. Dafür wird Matsu immer wieder von unten rot angeleuchtet.

Cinematographie

Rein optisch hat sich der Film auch weiter entwickelt. So wirkt es als ob Regisseur Sun’ya Itô noch mehr moderne zeigen wollte, dazu nutze er die neusten Kameratechniken. Es gibt viele subversive Aufnahmen, aus der Sicht von Sasori oder auch von anderen. Man ist mehr in der Handlung und die Kamera ist näher an dem was passiert. Dazu nutzt man auch neue Schnittmethoden. So gibt es im Finale einen gut eingesetzten Jumpcut und einen Schnitt, der wirkt als würde Sasori das Bild zwei teilen. Dazu kommt natürlich die Farbgestalltung.

Was man aber vom ersten Teil übernommen hat, sind wieder die Elemente des klassischen japanischen Films und des Theaters. Dieses mal wirkt das ganze so als ob der Film uns etwas sagen will. Wenn die Damen in der Mitte sind, vor ihnen Kerzen die Brennen und hinter ihnen die alte Frau. Alles anders ausgeleuchtet, gibt das nicht nur ein wunderschönes Bild, was sich vom Film abhebt, hier erfährt man etwas über die Charaktere. Dazu kommen auch die Sets und Orte. Das Finale spielt auf eine Müllhalde, der Wald und die karge Landschaft. Alles wirkt traurig und finster, Hoffnung strahlt nichts aus.

Meiko Kaji wirkt wie ein Westernheld, der mit finstere Mine durch die Gegend läuft. Alles hat auch immer wieder etwas von einem Italowestern. Denn die groß Aufnahmen der Augen, der Schnitt hin und her, erinnern etwas an leone. Je länger der Film läuft, desto ruhiger wird ihr Blick, doch immer Eiskalt und ohne Gefühle, man merkt das Jahr in Einzelhaft haben sie verändert. Sie redet auch kaum und das alles zeigt der Film in seinen Bildern. Man macht es wie in Teil eins und zeigt Kajis Augen immer wieder, die alles Ausdrücken.

FAZIT:

Sasorio – Jailhouse 41 steht dem ersten Teilin nichts nach, immer noch bekommt man eine Mischung aus Exploitation, die auf künstlerischen Anspruch trifft. Auch die Kritik an Japan ist wieder vorhanden und dieses mal sogar noch deutlicher. Der Film macht aber alles anders und die Handlung dreht sich um die Flucht und nicht um Rache. Meiko Kaji sagt nur zwei Sätze im Film, sonst drückt sie alles über ihre Augen aus.

Movie title: Sasori - Jailhouse 41

Director(s): Shun'ya Itô

Actor(s): Meiko Kaji, Fumio Watanabe, Kayoko Shiraishi, Hiroko Isayama, Yukie Kagawa, Hosei Komatsu

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.8/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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