izo

Izo

Takashi Miike schuf mit Izo ein philsophischen Exploitationsfilm.

Takashi Miike ist einer der japanischen Regisseure, der Ende der 90er auch international berühmter wurde. Gehört er auch zu den V-Film Regisseuren Japans. Doch dauerte es länger bis er so berühmt war wie Kolege Takeshi Kitano. Bei Horrorfans und den Splatterkiddies hatte er durch Filme wie Ichi – The Killer große Beliebtheit erlangt. Doch sein Schaffen umfasst mehr, als nur plumpe Splatterfilme. Das zeigen sehr viele Filme seiner Filmographie. Dazu gehört auch Izo ein kleines Meisterwerk des Regisseurs, ein wilder Mix aller Genres und Elemente des japanischen Kinos. Wahrscheinlich ein philosophischer Exploitationsfilm.

DIe Handlung von Izo beginnt mit der Kreuzigung der Hauptfigur, doch stirbt er nicht einfach, sondern landet in einer anderen Zeit und sein Rachefeldzug beginnt. Immer mehr wird Izo zu einem Rachedämon und warum er das eigentlich will, darüber lässt sich streiten. Der Film lässt diese Frage offen und geht mehr der Philosophie nach und der Frage nach dem Grund vom allem. So Wandelt der Samurai durch alle Zeitepochen und tötet alles was sich ihm in den Weg stellt. Dabei wirft der Film aber auch immer wieder Fragen auf, über die sich die Charaktere unterhalten. Dazu die Herrschenden in ihrem Schloß, die Angst haben das Izo bei ihnen auftauchen könnte und seine Rache zu vollendenden.

Ein Film wie Izo ist selten, jedenfalls in dieser Machart, es gibt natürlich immer wieder Film, wo die Charaktere über alles mögliche Philosophieren. Doch wie hier ist es sehr selten. Denn die Handlung ist alles andere als Linear, auch wenn Izo sich immer mehr seinen eigentlichen Gegner nähert. So springt er durch die Zeiten und landet auch irgendwann wieder bei seiner Kreuzigung, doch bis dahin bleibt der Charakter kommt mystisch, was will wir? Wer ist er? Warum die Rache? All das verschweigt der Film und hüllt sich in seiner Symbolik. Man muss mit denken und überlegen am Ende ist aber der Weg das Ziel.

Ein Samurai wird zum Rachedämon

Rache ist ein Thema was im Film nie alt wird und immer wieder gezeigt wird. Es ist auch ein guter Motivator für die Charaktere und auch für den Zuschauer, denn man kann es meist verstehen, warum die Hauptfigur so handelt. Hier macht es einem Izo aber schwer, wir sehen zwar die Figur, wie sie unhaltbar durch die Zeiten tötet. Doch was genau will sie? Warum tut er das? Alles weil er gekreuzigt wurde? Ist er ungerecht behandelt wurden? Diese Fragen stellt man sich als Zuschauer und man bekommt ganz andere Antworten. Denn der Film zeigt sehr starke Kritik an Japan und der ganzen Welt. Es geht sogar soweit, das Demokratie in Frage gestellt wird. Liebe ist nur ein Wort. Izo hat Sex mit Mutter Erde und noch viel mehr. Der Film bombardiert einem mit Fragen und Antworten und Themen, es wird immer mehr. Am Ende ist aber alles egal.

Da Izo im Film so wenig redet, ist seine Motvation für alles sehr geheimnisvoll, das funktioniert sogar erstaunlich gut. Liegt aber auch daran, das der Film einem keine Zeit lässt genau darüber nachzudenken. Vor allem am Anfang geht alles so schnell, das wir hier halt eine Figur haben, die Rache will. Wir wissen er wurde gekreuzigt und ist nun ein Rachegeist. Ein Samurai der langsam zum Rachedämon mutiert. Eine Verwandlung, die schleichend ist. Doch wird sie immer deutlicher. In der Handlung sind wir soweit, das wir wissen. Der Charakter Izo kann etwas verändern in der Welt, doch was genau und warum wollen sie ihn aufhalten? Alles wirkt so als ob es keinen Grund hat und einfach so sein muss. Genau dies zeigt Izo dann auch immer wieder, alles muss keinen Grund haben. Es geht um viel mehr und dennoch ist es unbedeutend was gerade passiert.

Symbolik und Philosophie

Das Izo sehr philosophisch ist, wird von Anfang an klar. Schon die ersten Bilder zeigen Sperma, die Vernichtung der Menschheit, Krieg und dann die Kreuzigung an Izo. All das in ein paar Minuten. Leben bedeutet sterben. Doch danach vertieft sich das alles. Vermischt sich am Anfang noch Blut mit Sperma. So hat Izo schon bald Sex mit Mutter Erde, welche mit ihm darüber Rede, was das alles soll. Danach tötet er aber noch seine Mutter. Dazu kommen anderen Figuren, die sich unterhalten. Selten geht um etwas, was mit der Handlung zu tun hat. Viel sind es Fragen und vielleicht auch Antworten.Es sind bedeutungsschweren Sätze. Man saugt es Regelrecht auf und versucht es zu verarbeiten.

Ein Beispiel wo der Film so stark kritisch ist, alles verpackt in Symbolhafter Sprache, die aber auch sehr eindeutig ist. Izo ist in einer Schule und zwei Gruppen junger Frauen kommen immer näher auf ihm zu. In einem Klassenraum stellt eine Lehrerin den Schülern frage. Nach dem was Liebe ist oder Demokratie. Die Antworten sind vernichtend und so kritisch, das man sie kaum falsch verstehen kann.Man lässt kein gutes Haar an der Gesellschaft und ihren Konstrukten. Es ist auch der Ausbruch von Chaos. Denn kurz vorher, fiel Izo noch durch das Bild und landet auf einer Hochzeit, auf dem Kopf stehend töte er das Brautpaar und war dann in der Schule. Danach geht er sogar die Wände hoch. Schwerkraft hat ab diesem Moment auch keine Bedeutung mehr im Film.

Das Finale des Films ist voller symbolhafter Bilder, Schmetterlinge, Rauben. Izo zeigt uns auch kurz das es nur ein Film ist und alles ein großes Set. Dazu zeigt der Film auch dann, es ist egal was in den letzten zwei Stunden passiert ist. Es zählte nur der Weg. Es macht keinen logischen Sinn. Dies will der Film aber auch gar nicht machen. Es ist eine reise, durch Zeiten und zeigt uns das wir Menschen uns nie verändern. Er hält uns den Spiegel vor und prangert Dinge an.

Kazuki Tomokawa

Der Acid Folk Musiker Kazuki Tomokawa ist die einzige konstante im Film und dabei ist nicht klar ob ihn die Figuren im Film überhaupt sehen. Der Sänger taucht immer wieder auf und singt ein Lied, dies wird jedes mal auch länger. Immer wieder ist er auch in Szenen zu sehen und wartet. Aber eine Erklärung was genau er zu bedeuten hat, gibt es nicht. Seine Musik ist voller Trauer und Wut. Beschreibt er tragische Momente im Leben. Dazu sind die Texte aber Wunderschön. Izo pausiert hier aber immer wieder die Handlung und lässt sich treiben, mit Bildern, manchmal geht dennoch die Handlung weiter. Doch meisten hält sie kurz inne und lauscht wie wir dem Lied.

Im FInale agiert Kazuki sogar mit den Figuren, doch findet keine Beachtung und er singt dann auch wieder ein Lied. Dabei wird der Film aber nie zu einem Musical, viel mehr nutzt Takashi Miike den Musiker, als Soundtrack. Nur ist er haltdirektim Film und unterstützt die Stimmung mit seinen Songs.

Optik

Nicht nur bei der Handlung geht es durch alle möglichen Zeitpeochen. Sondern auch die Optik. Es gibt Set in alle verschiedenen Zeiten, auch Charaktere,die passende Kleidung tragen. Später im Film mischt man dies aber auch immer wieder. Aber auch wie Izo gefilmt ist. Das geht von der Nutzung einer Bullettime Szene bis hin zu abgenutzten und verwaschenen Bild. Takashi Miike geht bei Izo durch die ganze Filmgeschicht Japans. Neben den typischen Samurai Film, gibt es auch Kameraeinstellungen die an andere Klassiker aus dem Land der aufgehenden Sonne erinnert. Da ist auch Tokyo Story dabei, die Filme der 70er. Dramen aus den 50ern. Moderne Film. Es ist Exploitationskino pur und eine Liebeserklärung an den japanischen Film.

Der Film fängt an mit einer Szene, welche im Takt des Herzschlages geschnitten ist, der immer schneller und langsamer wird. Genauso grenzenlos, wie der Film ist auch der Schnitt. So springt Izo zwischen den Zeiten hin und her, so auch der Schnitt. Manchmal werden auch bestimmte Dinge eingefügt, Symbole und Blumen oder Tiere. Alles soll eine Bedeutung haben, welche man für sich heraus finden muss.

FAZIT:

Izo ist ein Meisterwerk von Takashi Miike, philosophisch, düster und dabei Zeitlos.Der Film ist keine leichte Kost und man muss erstmal verdauen was man sieht. Auch ist keine typische Unterhaltung.Durch die Dialoge und die Philosophie die dahinter steckt, gibt es viele Kritik an Japan aber auch an der ganzen Welt. Das ganze ist ein einem Exploitationsfilm verpackt, der durch die Genres springt.

izo

Movie title: Izo

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Chisato Amate, Mickey Curtis, Ken'ichi Endô, Kirin Kiki, Takeshi Kitano, Masato, Hiroki Matsukata, Ryôsuke Miki, Kazuya Nakayama, Mari Nakayama, Bob Sapp, Tokitoshi Shiota

Genre: Action, Fantasy

More...

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
8.0/10

Bestellen bei der OFDb.de:

Handlung:

Im Jahre 1865 und an der Schwelle eines neuen japanischen Zeitalters schlagen gedungene Häscher des bereits vom Untergang gezeichneten Shogun den landesweit gesuchten Mörder Izo ans Kreuz. Wie durch ein Wunder überlebt er aber die Hinrichtung und mutiert zu einem rachesüchtigen Geist. Fortan vermag Izo Zeitgrenzen zu überspringen und bekommt es bei seinen Metzeleien daher mit so unterschiedlichen Gegners wie Samurai, Yakuza, Elitepolizisten, Premierministern, arglosen Ausflüglern und überirdischen Gelichter zu tun.

There are no comments yet

Why not be the first

Kommentar verfassen

More 313 posts in FIlmkritik category
Recommended for you
P.O. Box Tinto Brass
P.O. Box Tinto Brass

Ist P.O. Box Tinto Brass pure Selbstverliebtheit oder ein erotisches Meisterwerk? Tinto Brass gehört zu...