The Eye’s Dream

The Eye’s Dream ist ein moderner Pinku Eiga.

Der Pinku Eiga ist ein Genre was es nur in Japan gibt. Es ist etwas was immer Erotik im Mittelpunkt hat. Geht er durch alle Genre und kann von sehr politisch bis hin zur Komödie alles nutzen. So kann man einen sehr philosophischen Film sehen, der den Fragen nach dem Leben geht oder ein Drama. Es gibt auch Pinku Eiga die sind brutaler, vor allem Anfang der 70er entstanden Pink Violence Filme, wo Mädchen Gangs im Mittelpunkt standen. In den vergangenen Jahren wurde es etwas ruhiger, doch in Japan sind die Macher immer noch sehr aktiv. Einer davon ist der Regisseur Hisayasu Satô, welcher in den 90ern mit seinem Pinku Naked Blood für aufsehen sorgte. Sein neuster Film heißt The Eye’s Dream und ist ein ruhiger, düster Film über Augen.

Die Handlung von The Eye’s Dream dreht sich um Sata einem Arzt und Filmemacher, welcher gerade ein neues Projekt hat. Eine Dokumentation über Phantomschmerzen. Bei seinem Spaziergang durch die Stadt, findet er die Ausstellung von Maya. Sie ist fasziniert von Augen, da sie als Kind ein Auge verloren hat und es immer noch sucht und auch spürt. So freunden sich beide an und er fängt an mit ihr den Film zu drehen. Doch nach und nach taucht er ein in die Welt von Maya, welche Realität und Fiktion nicht mehr aus einander halten kann.

Die Charakterentwicklung von The Eye’s Dream stellt dem Zuschauer vor eine Herausforderung, ist die Handlung doch recht simpel wird alles sehr schnell komplex. Denn dadurch das es um Augen geht, entwickelt sich in dem Film ein Teil der Handlung in eine sehr merkwürdige Richtung. Dieses lässt einem immer wieder zweifeln ob das alles echt was man sieht oder ist es nur ein Traum von Maya? Hier spielt der Film mit einem und löst es auch nur langsam auf, ohne dabei etwas zu erklären. Dies ist natürlich interessant und gut, macht die Sache aber doch etwas unnötig komplex.

Das Auge

Ohne unsere Augen könnten wir keine Filme sehen und es ist faszinierend wie viele Mythen sich um dieses Organ drehen. Sind sie doch der Spiegel unserer Seele und jedes Auge ist verschieden. In Filmen sind Augen auch immer wieder wichtig. Sei es für den Ausdruck von Gefühlen in Großaufnahmen, bis hin zu interessanten Ideen im Giallo, man erinnert sich nur an Vier Fliegen auf grauem Samt oder auch den Spätgiallo, Die Augen des Bösen. Es ist auch immer wieder Thema im Horrorfilm wie bei The Eye. Bei The Eye’s Dream dreht sich auch alles um das Auge und das macht der Film sehr deutlich, neben der Bildsprache auch bei der Handlung. Denn Maya ist davon fasziniert und macht Fotos davon.

Der Film beginnt mit Maya die durch die Straßen von Tokyo irrt und Menschen fotografiert, sie bedrängt um ein Bild ihres Auges zu bekommen.  Etwas was sich durch den ganzen Film zieht. Ihr Trauma rund um ihr Auge ist so groß, das es immer wieder Momente gibt, welche dies auslösen. Dazu ist aber noch ein Killer unterwegs, der Menschen Augen entfernt, ist es Maya oder der mysteriöse alte Mann mit Sonnenbrille. Hier driffte die Handlung und der Film auch immer wieder in den Giallo ab. Denn die Vergangenheit von Maya und der Killer, alles dreht sich um die Augen. Doch lange hält sich der Film damit nicht auf, viel mehr geht es hier um etwas anderes.

Bei der Handlung merkt man deutlich, das man zwar versucht immer wieder die Handlung voran zu treiben, doch am Ende ist sie auch immer wieder Mittel zum zweck. So erfährt man genug über die Charaktere, doch manchmal ist es nur das was der Film braucht. So sind viele Motive und Beweggründe immer im Dunklen, am Ende ist nicht mal klar ob alles echt ist oder nicht. Das verleiht der Handlung etwas komplexes, ist nur nicht immer so gut durchdacht.

Pinku Eiga aka. Erotik

Am Anfang von The Eye’s Dream ist noch gar nicht deutlich, das es sich um einem Pinku Eiga handelt, man bekommt erst mal einen Film serviert, der Augenscheinlich, eine etwas kryptische Handlung hat. Doch das ändert sich schnell, denn Maya wird nachts entführt und missbraucht, was ihr aber sichtlich Spaß macht. Denn die Person nutzt sein Glasauge um sie zu befriedigen. Am Ende dieser Szene masturbiert Maya auch mit einem Behälter wo ein Auge drin ist. Ab diesem Punkt gibt es kein halten mehr. Der Film zeigt immer wieder Szenen, welche an den grenzen des guten Geschmacks vorbei schwimmen mit dem Mittelfinger. Als Zuschauer der sowas nicht kennt, wird sicherlich einige Szenen sehen, die Ekel erregend sein könnten. So wird mehrmals der Augapfel geleckt.

Oculolinctus ist ein anerkannter Fetisch, welche sich 2013 in Japan unter Teenagern breit machte, das lag an einem Musikvideo. Das dies natürlich gefährlich ist und man Krankheiten dadurch bekommen kann, sollte jedem klar sein. Das dieser Fetisch natürlich auch Einzug in Filmen aus Nippon hält, sollte klar sein. Bei einem Pinku wie The Eye’s Dream ist es natürlich verständlich, das man dies auch aufgreift. Wenn es hier schon um Augen geht und Maya dadurch auch Sexuell erregt wird.

Es gibt auch eine Lesbensexszene wo Maya und ihre Freundin Rie mit verbundenen Augen Sex haben. Dies dauert dann auch etwas länger und ist wirklich gut in Szene gesetzt. Man merkt natürlich, dass Regisseur Hisayasu Satô an die Zensurbedingung in Japan denken muss und so sind viele Stellungen sehr kreativ, wenn man aber genau hinschaut, kann man denn etwas Schamhaar der Darstellerinnen entdecken. Dennoch liegt die Erotik im Vordergrund und auch der Fetisch mit den Augen.

Optik

Bei so einem Film wie The Eye’s Dream erwartet man eigentlich etwas anders. Doch die Optik des Films kann überzeugen. Man merkt, dass Regisseur Hisayasu Satô sehr viel Erfahrung hat. Denn die Kamera ist immer wieder anders und man nutzt sehr viele Stile, so ist sie auf der Straße, wenn Maya Augen fotografiert, wild und schnell und verwackelt. Auch sher subversive kann sie sein. Doch auch ruhig und bei den Sexzsenen nutzte man längere Einstellungen und manchmal sogar One Takes. Doch auch Nahaufnahmen werden genutzt, alles um immer wieder auf das Auge zu lenken. Natürlich ist man hier etwas kreativer, vor allem bei der Szene, wenn Maya mit dem Augapfel befriedigt wird. So sieht man das zwar nah dran und dennoch sieht man keine expliziten Details.

Abseits der Erotik ist der Film eine Zeitreise durch sehr viele Stile der Filmgeschichte, so gibt es das Spiel mit Licht und Schatten und ein Mord sieht man durch die Schatten. Dazu gibt es auch immer wieder Farben die Auftauchen und bestimmte Räume zeigen. Doch hier kann man kaum sagen, was genau das ist.Dafür ist die Beleuchtung doch immer etwas anders, Neonfarben gibt es aber im Hintergrund. Auch die Ausstellung ist ein Hingucker, denn hier mit den Bildern und Videomontagen der Augen, werden genutzt, welches im Finale für eine der besten Szenen sorgt.

Man spielt sogar etwas mit Film in Film. Bei der Gewalt hält sich der Film zwar etwas zurück, dafür gibt es aber ein paar Szenen, welche dann doch heftiger sind. Das macht aber nur einen kleinen Teil des Films wieder aus. Es geht auch optisch um das Trauma von Maya.

FAZIT:

The Eye’s Dream ist ein wunderschöner Pinku Eiga, der aber auch viele verstörende Szenen hat. Der Film ist irgendwo zwischen, Giallo, Psychothriller und Fetischfilm, alles wird zusammen gewürfelt. Darunter leidet leider immer wieder die Handlung in dem sonst sehr gelungen Film.

Movie title: The Eye's Dream

Director(s): Hisayasu Satô

Actor(s): Marissa, Rina Sakuragi, Tsuyoshi Nakano, Panta, Ryûju Kobayashi, Yôta Kawase, Shailee Namiki, Kazumasa Sagawa, Wako

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  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
7.4/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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