Yakuza Apocalypse – The Great War of the Underworld

Mit Yakuza Apocalypse erschuf Takashi Miike einen wilden Genremix.

Takashi Miike ist ein viel Filmer und hat schon eine fast alle Genres abgedeckt die es gibt. Er dreht alles sei es Herzensprojekte oder Auftragsarbeiten. Doch immer kann man seinen Stil erkennen. Als Japaner hat er natürlich schon den ein oder anderen Film über die Yakuza gedreht, natürlich in seinem eigenen Stil. Alleine Gozu ein Horrorfilm mit Yakuza, was zu einem Grotesken Film wird. Ähnlich geht es bei Yakuza Apocalypse zu. Denn hier trifft Action, auf Fantasy auf Yakuza Drama. Je länger der Film läuft, desto Absurder wird. Am Ende ist es alles aber wieder sehr typisch für Miike und dennoch wirkt der Film erfrischend neu. Auch wenn man das ganze schon mögen muss, der schräge Humor der Japaner ist nichts für Mainstream Fans.

Die Handlung von Yakuza Apocalypse dreht sich um den jungen Kageyama dieser will Yakuza werden und hilft so dem Yakuza Boss Kamiura. Doch irgendwas stimmt nicht mit dem Anführer, das wird in den ersten Minuten des Films schon sehr deutlich. Er ist unsterblich und saugt Blut. Eines Tages taucht ein Priester mit einem Sarg auf dem Rücken auf und ein ausländischer Otaku, beide überfallen Kamiura und töten ihnen, doch er kann sein Blut an Kageyama weiter geben, so wird dieser zum Yakuza-Yampire und soll den Boss retten. Dies ist nur der Anfang der Handlung, desto tiefer der Film in seine Geschichte eintaucht, desto absurder wird alles und auch die Charaktere die vorkommen, werden immer merkwürdiger.

Die Charakterentwicklung ist für diesen wilden Genre Mix Ok und Kageyama wird gut in Szene gesetzt, wie er langsam damit klar kommt was er nun ist. Doch der Film macht es dem Zuschauer auch immer wieder schwer. Denn man lernt so viele Figuren kennen und nicht alle sind wichtig und manche sieht man nur in ein paar Szenen und verschwinden dann wieder. Wie fast der ganze Stadtteil.

Vom Yakuza-Drama zum FantasyAction Film ohne Grenzen.

Takashi Miike war ja berühmt für seine Filme, wie Ichi – The Killer, Visitor Q, Audition oder Fudoh – The New Generation. Alles Filme die Konventionen sprengten und auch alle Ultrabrutal waren. Manche mehr oder manche weniger. Doch schon in seinen Anfängen, zeigte wie wandelbar er war. Das liegt an Filmen wie Bird People of China, Die Dead or Alive Trilogie oder IZO. Als Japaner drehte Miike auch immer wieder einen Yakuza Film. Ein Genre was seit den 70ern fester Bestandteil des japanischen Kinos ist. Immer wieder haben es Regisseure verändert, in der moderne vor allem Takeshi Kitano. Doch auch Miike versuchte es und führte das Genre schon mal ins absurde, mit Full Metal Yakuza. Auch bei Yakuza Apocalypse geht es los wie ein typischer Yakuza Film. Der Boss kämpft sich durch eine Horde von Gegnern, was wie das Finale eines typischen Genrevertreters wirkt, ist nur der Anfang.

Denn nach nur knapp drei Minuten zeigt der Film wohin die Reise gehen soll. Doch nur für einen kurzen Augenblick, denn dann wird das alles wieder ins mysteriöse gehüllt und wir sehen Kageyame bei seiner Arbeit als Yakuza Anfänger. Hier trifft er auf verschiedene Menschen in dem Stadtteil, was aber auch ein Dorf sein könnte. Denn viel mehr als eine Straße, Häuser und Nebenstraßen sehen wir im Film nie. So beginnt die triste Handlung eines Yakuza. Natürlich hält das nicht lange an und der Film driftet immer mehr ins Fantasy Genre ab und streut auch etwas Martial Arts ein.

Je länger Yakuza Apocalypse läuft, desto mehr und mehr wird alles Wahnsinniger, denn die Figuren werden skurriler. Neben einem Kappa-Kobold, taucht später auch noch ein Typ in einem Froschkostüm auf, welcher der gefährlichste Terrorist der Welt sein soll. Dazu ist er auch sehr gut im Umgang mit Kampfkünsten.

Skurril, Komisch, anders, typisch Miike?

Kann man bei einem Regisseur wie Takashi Miike eigentlich sagen was typisch für ihn ist? Da seine Filme immer sehr unterschiedlich sind. Das liegt natürlich auch daran, das er alles dreht was er kann. Vor allem am Anfang seiner Kariere hat er sich ausgetobt, während er aktuell, auch viele Live Action Filme von Mangas und Animes dreht. Hat er auch schon Samurai Filme gemacht. Dazu Drama, Videospiel verfilmungen. Komödien, Actionfilme, Familienunterhaltung und mit Zebraman 1 und 2 auch seine Version von Superhelden Filmen. Doch immer wieder erkennt man seine Handschrift. So wirkt Yakuza Apocalypse, wie ein Nachfolger von Gozu, welcher Yakuza zeigt die in einemkleinen Dorf, den Horror erleben. Nur ist es hier anders. Hier kommen die Horrorfiguren in den Stadteil.

Die Vampire waren schon da, doch der Kabba-Kobold und der Froschtyp kommen später dazu. Auch der Priester ist, vielleicht nicht von dieser Welt und der Otaku mit Martial Arts Künste, ist sicherlich auch nur in dem Film, weil Yayan Ruhian, gerade bekannt wurde durch The Raid. Doch all das vereint Miike zu einem Film, der auch gut vor 15 Jahren hätte sein können und passt gut in seine Anfänge und in seiner Hochphase, er hatte natürlich nie ein Tief, nur hat sein Stil sich in den vergangenen Jahren immer wieder gewandelt und die Blutgeilen Splatterkiddies sind natürlich von manchem Drama enttäuscht.

Die Figur der Kommandantin sticht hervor, ein weiblicher Yakuza ist schon seltener. Dazu ist sie die merkwürdigste Figur von allen im Film. Denn ihr Werdegang in Yakuza Apocalypse ist etwas speziell. Denn ist sie nur einen Nebencharakter, durch was mit ihr in dem Film passiert, ist der pure Wahnsinn und zeigt auch, dass man den Streifen nicht all zu ernst nehmen sollte.

Action, Gewalt, Yakuza Apocalypse

Der Film beginnt blutig und zeigt typische Yakuza Action, wie erwähnt, könnte dies auch das Finale eines typischen Genrevertreter sein. Wer denkt, der Film zieht das weiter durch, der hat vergessen es ist eine Takashi Miike Film und alles ist möglich. Denn so blutig wie der Anfang wird der Film nicht mehr. Er schwenkt um in eine andere Richtung. Zwar wird der alte Yakuza Boss hier enthauptet, dies wirkt aber durch seine übertriebene Art eher lustig als brutal. Genauso geht es weiter, denn auch wenn es immer wieder Vampirangriffe gibt, so ist dies doch unblutig. Was aber nicht weiter stört. Denn man ist schon in dieser skurillen, absurden Welt des Films gefangen.

Dafür zeigt Yakuza Apocalypse bald schon seine andere Seite, denn wenn man schon Yayan Ruhian im Film hat, muss er natürlich auch zeigen was er kann. Dies darf er auch, so kämpft er immer wieder gegen Kageyama und seine Künste sind gut in Szene gesetzt. Dazu kommt dann noch der Frosch, der zeigt das man auch in einem lächerlichen Kostüm immer noch gute Martial Arts fähigkeiten haben kann.

Der FIlm baut auch immer wieder Spannung auf und deutet an, gleich gibt es eine Massenschlacht, weil Takashi Miike zeigt ja schon bei Crows das er 30 Minuten lang eine Prügellei zeigen kann. Doch immer wenn es los gehen will, passiert es nicht und wenn es passier ist es schnell wieder vorbei. Yakuza Aocalypse spielt mit den erwartungen und erfüllt sie nie, will er aber auch nicht. Denn die Wendung die Folgt ist immer interessant.

Optik

Alles im Film wirkt trist und düster, was an der Farbgebung liegt. Denn alles ist in einem gelben oder braunen Farbton gehalten. Das kommt entweder von der Beleuchtung oder der Film ist in diesem Farbton gehalten. Einzig wenn der Film am heiligten Tag spielt, dann sind diese Farbtöne vergessen. Doch der Ort wo Yakuza Apocalypse spielt, wirkt nicht sehr belebt. Je länger der Film läuft und nach dem Tod des Bosses, wirkt alles auch immer mehr verschmutzt und die Ordnung geht flöten. Die nahende Apocalypse macht sich auch in den Bildern bemerkbar.

Sonst ist es halt ein typischer moderner Film. Man vermisst die Spielereien von Miike, dafür liefert er aber auf dem Regiestuhl solide Kost ab. Bei den Actionszenen, sieht man sein Talent immer noch durchscheinen, der Anfang wirkt halt wie aus jedem anderen Yakuza Film. Doch die Martial Arts Szenen haben Wucht und sind gut gefilmt und immer etwas länger ohne viele Schnitte und wenn dann nur um einem Schlag oder tritt mehr Wirkung zu verleihen. Auch nutzt er hier kleine Zooms bei Schlägen, so das es heftiger wirkt.

FAZIT:

Yakuza Apocalypse ist ein wilder Genremix, der sicherlich für viele nicht das ist was sie erwarten. Dennoch bekommt man einen guten und sehr unterhaltsam Film geboten, der vor allem mit seinen vielen skurrilen Figuren glänzen kann. Auch die Martial Arts Action passt.Es ist ein typischer moderner Takashi Miike Film.

Yakuza Apocalypse

Movie title: Yakuza Apocalypse - The Great War of the Underworld

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Hayato Ichihara, Shô Aoyagi, Yoshiki Arizono, Denden, Lily Franky, Masanori Mimoto, Yôko Mitsuya, Masaki Miura, Yasuhi Nakamura, Riko Narumi, Yayan Ruhian, Makoto Sakaguchi

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
7.6/10
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Handlung:

Ein unsterblicher Yakuza, der sich im Keller eines alten Hauses einen männlichen Strickzirkel hält? Ein Super-Nerd mit tödlichen Martial Arts-Skills, der seine Gegner enthauptet? Ein terroristischer Frosch, der für Chaos in Tokio sorgt? Ein Gangster, der zum Vampir mutiert und harmlose Zivilisten zu Yakuza-Blutsaugern beißt?

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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