Blue Island

Blue Island – Salz auf nackter Haut

Blue Island ist die italenische Version Der blauen lagune.

1982, zwei Jahre nachdem Die blaue Lagune millionen von Menschen im Kino begeisterte und manchen Jungen zum Mann machte, dachte man sich in Italien, es wär keine gute Idee eine eigene Version zu drehen. Denn man hat ja immer wieder Rip Offs produziert, warum also nicht schnell eine billige Kopie eines Films zu drehen, der sicherlich Geld einbringen könnte. So entstand Blue Island aka Trauminsel. Ein Film den man ansieht, das er eine Kopie ist. Dabei setzt man aber ganz auf die Erotik des Originals und lässt alles andere Weg. Dabei entstand ein Film, der irgendwo zwischen Langeweile und Sonntagsnachmittagsunterhaltung liegt.

Die Handlung von Blue Island dreht sich um Billy und Bonnie, welche sich am Flughafen das erste Mal begegnen. Sie stoßen zusammen und sie lässt einige Sachen fallen, darunter auch ein Buch von King Kong, wenn das mal keine Anspielung an die typische Filmblondine ist. Das Flugzeug stürtzt ab, beide sind die einzigen Überlebenden und so landen sie auf einer einsamen Insel. Hier lernen sie sich kennen und lieben.

Mehr Handlung hat der Film nicht. Zwar gibt da noch Shanghai aber dieser Charakter taucht nach knapp einer Stunde auf und ist nach 10 Minuten auch wieder verschwunden. Natürlich könnte man meinen, das man so eine Charakterstudie von Billy und Bonnie bekommt, wie beide damit klar kommen alleine zu sein. Doch auch dies passiert nicht, zwar reden sie darüber und es fällt auch schon mal die Worte rund um Einsamkeit, doch das hält nur ein paar Sekunden.  Die Stimmungsschwankungen der beiden Figuren wird als gegeben hingenommen. Man geht darauf auch nicht ein. Hier und da merkt man zwar, das man versucht aus der Vorlage etwas anderes zu machen, irgendwie vergisst man aber das es mal ein Coming of Age Drama war und keine plumpe Erotik.

Kein Coming of Age dafür Belanglosigkeiten

Das Die blaue Lagune auch nicht das beste Drama auf der Erde ist, was sich mit dem Erwachsenwerden beschäftigt. Doch das exotische Setting und die sanfte Bande die zwischen den beiden Hauptfiguren entwickelt. All das bekommt Zeit, dazu reifen sie auf der Insel langsam heran. Bei Blue Island wirft man all das über Board und packt gleich zwei Teenager auf eine einsame Insel. Was auch funktionieren könnte. Denn beide sind noch Jungfrauen und entdecken hier auch erst die Liebe. Doch der Film behandelt das so nebenbei, während man sonst nicht viel über beide Charaktere erfährt. So wird auch erst darüber gesprochen wenn sie schon Sex hatten. Danach ist natürlich alles anders. Doch auch hier lässt man jede Chance sausen um etwas Charaktertiefe einzubauen.

Als Zuschauer braucht man doch sehr viel Sitzfleisch,denn in den 84 Minuten Laufzeit von Blue Island bekommt man kaum Handlung geboten. Es plätschert alles so vor sich hin und wenn man die Chance hätte etwas mehr zu erzählen, lässt man es einfach. So gibt es zwar ein paar interessante Ansätze, wie Billy der das Kaninchen nicht töten kann oder wenn sie Vögel finden. Im Grunde immer wenn sie die Insel erkunden. Hier hätte man mehr Spannung einbauen können. Auch Shanghai, welcher hier im fliegenden Wechsel, der Böse oder Gute ist, je nachdem wie man ihm gerade braucht. Sein Einführung als Riese, der eine Bedrohung darstellen könnte. Das Unbekannte, alles wird nie wirklich genutzt.

Man muss also 84 Minuten lang, zwei dummen Teenager dabei zu sehen, wie sie Spaß auf einer einsamen Insel haben. Denn eine wirkliche Gefahr gibt es nicht. Dazu sind beide nicht mal so notgeil, das man mehr Sex und Nacktheit einbauen könnte. Hier versucht man am Original zu bleiben und ist dann doch etwas subtiler. Doch der Sexploitationsfilm bricht hier immer wieder durch.

Erotik

Zu gute halten muss man Blue Island, er bietet mehr Nacktheit als Die blaue Lagune. Doch auch hier ist sehr harmlos. So kann man immer wieder die schönen Brüste von Sabrina Siani bestaunen, das war es dann aber auch schon. Der Sex wird nur angedeutet und mehr sieht man nicht. Der Film würde wohl eine FSK 12 bekommen. Im Vergleich mit anderen Sexploitationsfilmen ist das hier alles so harmlos. Natürlich hat Frau Siani eine erotische Ausstrahlung und man kann verstehen, warum man sie für den Film genommen hat. Neben den blonden Haaren. Auch Fabio Meyer ist ein Schönling, welcher dann auch schon mal durch den Wald hüpfen und springen muss, damit er mit seinen Gefühlen klar kommt.

Sabrina Siani wird zwar in ein paar Szenen wirklich erotisch in Szene gesetzt, doch meist ist die Nacktheit halt da, weil beide alleine auf einer Insel sind und die Gegend erkunden. Es ist keine erotische Nacktheit, sondern eine die nur da ist. Reicht sicherlich immer noch aus, doch es ist nicht so prickelnd oder erregend wie bei anderen Filmen. Auch wirkt es immer ausgewürfelt ob sie nun Kleidung trägt oder nicht.

Optik

Da Blue Island kaum Handlung hat, setzt man auf viele Naturaufnahmen. Die Insel sieht wirklich schön aus, auch der Strand. Dazu die anderen Kulissen, alles wirkt wie ein Paradise auf Erden. Doch man nutzt es nicht so richtig. So sieht man tolle Aufnahmen, auch wenn man Sabrina Siani beim Sonnenuntergang tanzen lässt, gegen das Licht gefilmt. Das ist eine schöne Szene. Auch wenn sie in Großaufnahme oben Ohne am Strand liegt, zeigt das Regisseur Luigi Russo doch etwas Talent hat. Dies verfliegt aber immer wieder schnell, weil man sich satt gesehen hat an den ewig gleichen Einstellungen und Orten.

Interessant wird es bei dem ersten mal Sex der beiden Hauptfiguren. Man verzichtet auf Details und sieht nur ein paar Großaufnahmen von Körperstellen, was nicht immer die besten Einstellungen sind. Dafür aber die Gesichter der beiden, hier merkt man  dann auch etwas Schauspieltalent und das es sie verändert. Auch die Hand von Bonnie die sich bewegt und am Ende sich öffnet und Billie der sich danach ergreift.Sie liegen dann etwas ruhig da. Das ist die beste Szene des Films, sie hat auch etwas Tiefe und Bildsprache. Doch leider gibt es dies davor und danach nicht mehr bei Blue Island.

FAZIT:

Blue Island ist weder erotisch, noch unterhalten oder gar ein gelungenes Coming of Age Drama. Es pure Langeweile. Man wird 84 Minuten mit Nichtigkeiten und sinnlosen Inhalten bombardiert. Dabei gibt es ein paar interessante Ansätze, diese werden aber nie genutzt. So bekommt man typische Sonntagsnachmittagsunterhaltung, sollte nichts besseres im TV laufen.

Movie title: Blue Island - Salz auf nackter Haut

Director(s): Luigi Russo

Actor(s): Fabio Meyer, Mario Pedone, Sabrina Siani

Genre: Abenteuer, Erotik

More...

  • 3/10
    Handlung - 3/10
  • 5/10
    Schauspiel - 5/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 3/10
    Unterhaltung - 3/10
4.2/10
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Handlung:

Die Teenager Billy und Bonnie überleben als einzige einen Flugzeugabsturz. Mit letzter Kraft erreichen sie eine einsame Insel. Der schüchterne Junge ist fasziniert von dem frühreifen Mädchen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine langsame zärtliche Liebe, sie lassen wie Adam und Eva in einem tropischen Paradies alle Hemmungen fallen. Doch dann aber merken Bonnie und Billy, dass sie nicht alleine auf der Insel sind…

kinopoisk.ru

 

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