Phenomena

Phenomena ist der Wendepunkt in Dario Argentos Karriere.

Dario Argento einer der alten Meister des italienischen Kinos, welcher in den vergangenen Jahren, bei vielen Fans für Entrüstung sorgte mit seinen Filmen. Doch seine Klassiker bleiben unvergessen und dank der neuen Blu-ray von Arrow Video, dürfen wir seinen Film Phenomena, dank 4K Abtastung endlich so sehen wie er einst gedreht wurde, in bester Bildqualität. Doch der Film ist noch mehr, er ist der Wendepunkt in seinem filmischen Schaffen. Denn hier wagte er sich weit weg vom Giallo oder auch dem Giallo-Fantastico und drehte ein düsteres Märchen, was die logische konsequenz von Suspiria ist, doch ohne die Neonfarben, dafür mit mehr Metalmusik und anderen Dingen. So auch die Kleidung im Film,welche von Aramini entworfen werden.Dazu Unmengen an Insekten.

Die Handlung von Phenomena dreht sich um Jennifer, Tochter eines Schauspielers, muss auf ein Internat in die Schweiz. Dort angekommen passieren merkwürdige Dinge, die schlafwandelt und in dem Ort verschwinden auch immer wieder junge Mädchen. Die schweizer Polizei untersucht mit Hilfe des Entomologen Professor John McGregor einen Schädel den sie gefunden hat. Dank der Hilfe von Insekten finden sie ungefähr raus wann die Person gestorben ist. Doch Jennifer fängt an zu Schlafwandeln und sieht einen Mord. So ist der Killer auch hinter ihr her.

Bei der Handlung und den Charakteren hat man einen wirklich wilden Mix, denn alles fängt typisch für einen Giallo ab,doch nach und nach dirfftet der Film immer mehr in das Fantastische ab und wird auch zu einem Märchen. Im Grunde ist es auch sehr autobiographisch, denn Argento behandelt Themen seiner Kindheit und wahrscheinlich auch wie seine Töchter sich fühlen müssen. So wird Phenomena zu Alice im Gialloland, in dem Film ist alles möglich und das zeigt uns die Handlung auch sehr schnell.

Horror, Autobiografie und ein Märchen

Dario Argento drehte vor Phenomena immer wieder typische Giallo oder wandelte auf den Giallo-Fantastico Pfanden mit Susperia und Inferno.Doch immer waren seine Filme etwas anders aber meist sah die Hauptfigur am Anfang etwas, an da ssie sich nicht mehr erinneren konnten. Doch bei Phenomna geht es um Jennifer, welche zufällig bei einem Mord dabei war. Doch hat sie noch mehr Probleme und will eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Sie will weg von dem Ort. Doch wird immer tiefer in diesen Wahnsinn herein gezogen und kann einfach nicht entkommen. Sie ist anders als die typischen Giallo Heldinnen. Sie ist moderner, ein junges Mädchen mit Kindheitstrauma und hat dennoch eine enge Beziehung zu ihrem Vater.

Immer wieder schweift Phenomena ab und wir erfahren etwas wie es ist die Tochter eines Schauspielers zu sein. Hier kommen die Erfahrung von Dario Argento ins Spiel, alles was sie dazu erzählt ist wahr, es hat Argento erlebt, es sind seine Erfahrungen als Kind. Er verarbeitet hier seine Kindheit mit und Dinge die er als Vater erlebt hat. Es ist die Aufarbeitung eines Traumas, darum wird zwar immer wieder vom Vater gesprochen aber am Ende sieht man ihn nur kurz. Dazu kommt dann auch wieder eine Wendung. Auch merkt man, das Argento am Anfang des Wandels ist und einiges anders macht.

Dass das ganze auch wie ein Märchen ist, merkt man daran, dass wenn Jennifer am Internat ankommt, wir hören eine Stimme aus dem Off, der uns das ganze auch noch mal erzählt. Das ist aber das einzige Mal im Film wo so etwas vorkommt. Es verstärkt hier aber den märchenhaften düsteren Traum den Jennifer erlebt. Fast schon wie Alice geht sie am Ende in das Rabbithole und gelangt in die Auflösung aber auch in einem Albtraum mit unterschiedlichen Figuren. Vorher schon hat sie die Kontrolle über Insekten und befreundet sich mit Professor John McGregor, welcher einen Affen als Assistent hat.

Giallo, Giallo-Fantastico, Fantasy oder moderner Horror?

Neben Mario Bava war es Dario Argento der den Giallo und seinen Style geprägt hat. Doch nach und nach wurden die Filme von Argento etwas anderes. Was man gern auch als Giallo-Fantastico bezeichnet wird. Filme die zwar immer noch die Giallo Elemente haben, doch auch sehr viele fantastische hinzufügen. Bei Susperia und Inferno, die Hexen und das übernatürliche. Auch bei Phenomena sind die Elemente des Giallo-Fantastico vorhanden, doch die jagt nach dem Mörder steht nicht im Vordergrund, es ist eher etwas was beiläufig passiert. Viel mehr geht es um Jennifer und ihrem Albtraum.

Ihr Leben im Internat ist die Hölle, die anderen Schülerinnen mögen sie nicht, sie ist die Außenseiterin, wegen dem Schlafwandeln. Nur ihre Mitbewohnerin gab ihr halt. Doch als die auch verschwindet, verliert sie dort den Halt. Das führt zu einer Szene die etwas an Carrie erinnert.Alle Mädchen hänseln sie und auf einmal wird es stille, weil sie sagt das sie alle liebt. Das Licht fällt auf sie wie auf einer Bühne. Doch anstatt eines Blutbades, kommen Fliegen, sehr viele Fliegen, welche gegen die Schiebe fliegen. Eine von den Szenen, welche die Insekten nutzen um Horror und Spannung aufzubauen. Denn als Zuschauer weiß man nicht was passieren wird.

Neben dem Fantastischen, nutzt Argento auch Motive aus dem modernen Horrorfilm. So ist Jennifer auch das Final Girl, welche hier gegen den Killer antritt. Doch so Genretypisch ist Phenomena nicht, denn es gibt immer wieder eine Wendung und Jennifer erlebt das alles nur als einen langen Albtraum.

Soundtrack

Auch der Sountrack ist der Anfang von etwas anderen, zwar hatte Argento schon bei Inferno eine Rocklegende ihn komponieren lassen. Doch bei Phenomena geht er einen ähnlichen Weg wie Lamberto Bava bei Dämonen. Der Soundtrack ist von Goblin, doch dieser ist auch moderner und die Beats sind etwas flotter. Es unterzeichnet das Märchenhafte des Films. Doch es gibt noch etwas anderes, was er bei Opera noch mehr nutzte. Es gibt Heavy Metal Songs zu hören. Was natürlich ein Stilbruch ist zu dem typischen Soundtrack. Denn läuft Iron Maiden mit Flash of the Blade nicht im Radio. Sondern Argento nutzt es für einen Mord, das verleiht der Szene etwas anderes. Die Klänge der New Wave of Birtish heavy Metal Band, haben ja etwas fantastisches im Sound. So unterstützt es den Märchencharakter des Films.

Auch Motörhead gibt es in dem Film auf die Ohren. Beim ersten Mal kann diese musikalische Wahl sehr befremdlich sein, doch passt sie perfekt in den Film. Denn auch die Musik von Goblin hat es märchenhaftes. Es ist natürlich auch etwas besonderes. Es hebt diese Szenen hervor und zeigt uns, das es vielleicht nur ein Traum ist. Denn Jennifer schalfwandelt. Doch später im Film hört man nochmal Iron Maiden.

Optik

Es ist ein Argento Film, doch Phenomena ist auch der Wandel. Denn weg von den Neonfarben und den typischen Giallo Kameraeinstellungen, zu etwas freieren anderen. Argento sucht immer noch seinem Stil und will etwas anderes machen. Das zeigt der Film deutlich. Schon der erste Mord im Film, wir sehen den Killer nicht. Wir sehen nur Fiore Argento wie sie vom etwas verfolgt wird. Die Kamera scheint hinter ihr her zu fliegen. Ähnlich wie bei Tanz der Teufel. Ihr tot in dem Fenster, ist in Zeitlupe gedreht und zeigt ein neues Stilelement,welches aber später nicht mehr genutzt wird. Nein, Phenomena beendet hier den Giallo von Argento für immer. Denn wir sehen den Kopf ins Wasserfallen und weg schwimmen. Durch die Handlung erfahren wir das Monate vergangen sind. Doch die Suche nach dem Killer wird auch optisch zu etwas anderen.

Denn da Jennifer mit Tier kommunizieren kann,folgt sie einer fliege um eine Spur zu dem Killer zu finden. Was folgt ist eine Szene voller Spannung und falscher Fährten. Doch immer wieder wendet man sich von typischen Merkmalen des Giallo ab. Dafür bekommen wir wunderschöne Kamerafahrten über die Schweizer Landschaft.

Auch ist der Film nicht mehr so bunt wie zum Beispiel Suspiria, denn auf Neonfarben wird fast komplett verzichtet. Nur immer wieder scheint etwas Blau auf manche Personen, dies ist aber ein Hinweis, das sie bald nicht mehr Leben werden. Es gibt eine Szene die erinnert etwas an Inferno. Wenn Jennifer ins Wasser fällt und schwimmt. Doch taucht sie nicht in eine andere Welt ab, sondern versucht zu entkommen. Dabei wirkt das alles so unwirklich und wenn man denkt, dass alles in Ordnung ist gibt es wieder eine Wendung.

FAZIT:

Phenomena ist ein düsterer märchenhafter Horrorfilm.Dario Argento zeigt hier das er einen Wandel vollführt und vieles wirkt noch wie eine Probe für seinen nächsten Film Opera. Doch funktioniert alles wirklich gut. Auch die junge Jennifer Connelly als Jennifer liefert eine sehr gute Performance ab. Es ist auch ein Umbruch für das italienische Kino, es ist das Ende einer Ära und der Neuanfang. Für andere Filme und einen anderen Argento.

Movie title: Phenomena

Director(s): Dario Argento

Actor(s): Jennifer Connelly, Daria Nicolodi, Dalila Di Lazzaro, Patrick Bauchau, Donald Pleasence, Fiore Argento, Federica Mastroianni, Fiorenza Tessari, Mario Donatone, Francesca Ottaviani, Michele Soavi

Genre: Horror, Mystery, Thriller

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 9/10
    Atmosphäre - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
8.2/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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