Karate, Küsse, blonde Katzen

Karate, Küsse, blonde Katzen  zeigt wozu das Bahnhofskino in den 70ern fähig war.

1974 die deutschen Kinos werden von Sexfilmen dominiert und im Bahnhofskino laufen viele Martial Arts Filme, dank Bruce Lee und den Shaw Brothers. Was lag also näher und man vereint beide? Anders kann man Karate, Küsse, blonde Katzen nicht erklären. Denn diese deutsch chinesische Co-Produktion ist wohl eine Kuriosität unter den Filmen der 70er. Denn gedreht in China und den Shaw Brothers Studio, dazu noch ein paar hübsche Damen, bekannteste dürfte wohl Sonja Jeannine sein, welche durch ihre Auftritte in ein paar Schulmädchen-Report Filmen bekannter wurde. Obwohl man da Darsteller nie wirklich bekannt gab. Bei der Regie hat man auch gleich Ernst Hofbauer besetzt, welcher auch viele Teile der Schulmädchen Filme und andere Report Filme drehte und für die Shaw Brothers übernahm ein Teil der Regie Kuei Chin-Hung.

Die dürftige Handlung von Karate, Küsse, blonde Katzen fängt direkt auf einem Piratenschiff an. Denn die sechs Damen wurden von Piraten entführt und sollen an Chinesen verkauft werden. Menschenhandel mit weißen Mädchen funktioniert prima und bringt eine viel Geld ein. Doch schon bei der Ankunft wehrt sich eine der Damen zuviel und da waren es nur noch fünf. Von denen lernen wir am meisten Donna und ihre Schwester kennen. Der Rest der Damen hat zwar auch immer wieder etwas Zeit, doch viel lernt man nicht über sie außer den typischen Klischees. Dazu kommt auf chinesischer Seite die Rebellen, welche den bösen Anführer stürzen wollen und so lernen die fünf Damen dann auch noch etwas Kung Fu.

Man merkt Karate, Küsse, blonde Katzen deutlich an, wozu er produziert wurde und man versteckt es auch gar nicht hinter irgendeiner pseudo Handlung. Hier wurde das nötigste zu einem Drehbuch zusammen getragen um von A nach B zu kommen. Etwas Spannung baut man auf, doch die meiste Zeit geht es nur um Titten oder Kung Fu.

Sterotypische Handlung und schnoddersynchro

Man merkt Karate, Küsse, blonde Katzen an, dass es ein Produkt seiner Zeit war und man wohl wirklich nur dran war hier mit dem Film Geld zu verdienen und dabei zwei Dinge zu vereinen die Angsagt waren. Das macht man immer noch, siehe Comicverfilmungen. Doch diese Mischung ist schon recht selten, zwar gibt es auch ein typische Martial Arts Filme, wo die Frauen etwas Brust zeigen. Doch wie es bei Karate, Küsse, blonde Katzen gezeigt wird ist schon einzigartig. Denn man nimmt eine typische Sexploitations Handlung, der Menschenhandel und der Verkauf in die Protestituion ist ja ein bekanntest Thema dieser Filme. Man braucht halt einen Grund um nackte Frauen zu zeigen.

Auf der anderen Seite hat man die typische Handlung eines 70er Jahre Martial Arts Film, den bösen Anführer und Rebellen die gegen ihn kämpfen. Alles wird nach und nach bei Karate, Küsse, blonde Katzen vermischt. So gibt es notgeile Wärter, welche gern über die Mädels herfallen wollen und auch der Anführer hätte gern immer wieder ein Schäferstündchen. Da aber Jungfrauen mehr Geld bringen bei einer Versteigerung, was wir jetzt auch alle wissen. So erzählt man diese dünne Handlung und vergisst dabei irgendwie den Charakteren tiefe zu verleihen. Sie sind halt da und sind entweder Gut oder Böse.

Bei der Synchronisation dachte man sich wohl auch, was Rainer Brandt können, können wir auch. Denn was hier an Sprüchen los gelassen wird ist unglaublich. Die Mädels hauen Sachen raus aber auch die Bösen. Im Grund passt das gesagt auch manchmal nicht mehr zu Handlung, wenn man vom Tierschutzverein spricht oder Gas abstellen. Karate, Küsse, blonde Katzen lebt aber von dieser Synchronisation und Großteil seines Unterhaltungswert liegt in den Sprüchen die wir als Zuschauer zu hören bekommen.

Erotik

Man könnte denken das ein Film wie Karate, Küsse, blonde Katzen mehr beitet als das zur schaustellen von Brüsten. Dann wird falsch gedacht. 1974 gab es zwar schon viele Sexploitationsfilme welche mehr zeigten, man denkt nur an einige Jess Franco Filme. Doch im deutschen Kino, war das etwas anders. Es ging nur darum nackte Frauen zu zeigen, meist die Brüste,vielleicht auch mal den Busch. Im Grunde ist Karate, Küsse, blonde Katzen sehr harmlos in diesem Bereich. Wer keinen braunen Bär mag, braucht hier keine Angst haben, denn gezeigt wird er nie. Scheinbar hat man Hong Kong mit Japan verwechselt. Darum redet man in der Synchronisation auch öfters von Karate. Denn der Schambereich ist Tabu, jedenfalls nackt.

Viel Erotik sollte man in dem Film nicht erwarten. Ernst Hofbauer zeigte schon bei den Schulmädchen-Report Filmen, dass er das nicht wirklich drauf hat. So kann man sich an hübschen Damenkörpern erfreuen. Doch Sonja Jeannine sah man schon freizügiger in Schulmädchen-Report 5. Sie hat auch eine Sexszene, welche aber auch sehr harmlos gefilmt ist und wohl romantisch wirken soll. Jedenfalls geht man hier auf Nummer sicher und macht das typische deutsche,man zeigt hübsche Frauen leicht bekleidet oder es gibt immer wieder Titten zu sehen.

Martial Arts

Bei der Action merkt man, dass man hier die Hilfe der Shaw Brothers Studios hatte. Nicht nur dass die Sets sehr typisch sind. Sondern auch bei den Martial Arts einlagen bekommt man die gewohnte gute Qualität geboten. Interessant ist dabei, dass auch die fünf Mädels immer wieder mit machen müssen. Das ist zwar von Schauspielerin zu Schauspielerin unterschiedlich. So manchen einige eine besser Figur als andere. Man muss sie aber gut trainiert haben für die Szenen, denn viele Stellen sind auch länger ohne Schnitt, so kann man keine Stuntfrau einsetzten. Sondern man sieht auch mal das Gesicht.

Natürlich gibt es Trainigsszenen, so lernen alle fünf auch unterschiedliche Stile, bzw jede nur eine Aktion, die sie dann einsetzen sollen. Hier ist dann alles dabei, dazu kommt das sie Olivenkernen spucken als Waffen,.. Im Finale dürfen sie auch etwas mit dem Schwertspielen, was sie vorher gelernt haben. Das wirkt aber doch recht billig und nicht so gut rüber gebracht. Dafür dürfen dann die Shaw Brother Darsteller zeigen was sie können. Obwohl man hier die Damen auch immer wieder mit einbezieht.

Optik

Das Ernst Hofbauer Talent hat,merkte man schon bei den Schulmädchen-Report Filmen. Doch schaffte er es hier auch nicht, eine Szene wirklich erotisch zu zeigen. Bei der Action war sicherlich Kuei Chih-Hung hinter der Kamera. Denn hier sieht man deutlich die Shaw Brother Schule und auch die Einstellungen. Man sollte hier natürlich kein Highlight in der Optik erwarten. Der Film bietet für beide Genres die er vereint die typischen Kameraeinstellungen. Die Kamera ist bei den Damen immer auf die Brüste fixiert und fährt ab und an am Körper hoch und runter, ohne dabei irgendwie explizit zu sein.

Bei der Action gibt es auch Standardkost. Die Choreografien sind zwar gut gemacht aber die Kamera ist meist sehr statisch und geht nicht mit. Dafür gibt es längere AUfnahmen der Kämpfe. Doch alles lässt die Action natürlich etwas lahmer wirken als sie am Ende vielleicht ist. Dafür lässt man die fünf Mädels immer wieder gut aussehen bei den Martial Arts Sequenzen, doch auch hier gibt es Aufnahmen, wo man deutlich sieht das es nur gestellt ist.

FAZIT:

Karate, Küsse, blonde Katzen ist eine Kuriosität und ein Kind seiner Zeit. Der Film versprüht den typischen 70er Jahre Bahnhofskino Charm und will nur Unterhalten, eine Handlung ist kaum vorhanden. Bei der Nacktheit ist der Film sehr prüde und zurückhalten. Die Martial Arts Szenen sind dank der Hilfe der Shaw Brothers Studios gelungen und können unterhalten.

Movie title: Karate, Küsse, blonde Katzen

Director(s): Ernst Hofbauer, Kuei Chih-Hung

Actor(s): Sonja Jeannine, Diane Drube, Tamara Elliot, Gillian Bray, Deborah Ralls, Yueh Hua, Liu Hui-Ling, Wang Hsieh, Ko Ti-Hua, Li Min-Lang, Chiang Yang, Wang Han-Chen

More...

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 9/10
    Unterhaltung - 9/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
6.5/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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