Graveyard of Honor

Graveyard of Honor ist eine Geschichte über ein Yakuza und sein Untergang.

Kinji Fukasaku ist in der westlichen Welt nur durch seinen letzten Film Battle Royale bekannt geworden. Seine Werke davor sind immer noch Geheimtipps, dabei haben seine Yakuza Filme in den 70er Jahren viele Regisseure beinflusst und kein anderer Regisseur hat das Genre so geprägt wie Fukasaku. Sein Film Graveyard of Honor ist kein typisches Gangster Biopic und wir sehen keinen Aufstieg und Fall, sondern eher nur den Fall. Denn einen Aufstieg gibt es hier nicht, es ist viel mehr ein Biopic, das eine Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg zeigt und Japan im Wandel. Dazu kommt, dass Takashi Miike den Film im Jahr 2002 ein Remake spendiert hat.

Die Handlung von Graveyard of Honor dreht sich um den Möchtegern Yakuza Rikio Ishikawa, welcher gern ein echter Gangster wär. Doch sein Temperament macht nur Ärger. Dennoch bekommt er einen Job bei der Kawada Familie, hier will er Aufsteigen. Doch hat nie eine Chance. Immer wieder erleben wir Momente aus seinem Leben und seinem tiefen Fall. Denn er ist ein Mann ohne Ehre und verursacht immer wieder nur Ärger.

Da der Film wie eine Dokumentation aufgebaut ist, erleben wir immer nur Moment aufnahmen aus dem Leben von Ishikawa. So zeichnet man den Charakter hier immer wieder neu und immer wieder gibt es einen neuen Tiefpunkt in seinem Leben. Es ist ein scheinbar endloses Scheitern. Das immer wieder in Gewaltexzessen endet. Dabei entfacht er auch immer wieder fast einen Bandenkrieg und zwischen durch sehen wir Tokyo in der Nachkriegszeit und wie die Menschen leben und auf die Yakuza hoffen, die helfen und gegen die amerikanische Besatzung kämpfen und auch gegen andere Asiaten, welche einst Kriegsgefangene waren und nun befreit wurden und ein neues Leben in Japan anfangen wollen. Es ist auch die Geschichte von Außenseiter und einem Land im Umbruch.

Ein Yakuza und sein Leben

Da Graveyard of Honor wohl auf dem Leben von Rikio Ishikawa basiert, welcher wirklich gelebt haben soll und man hier durch Akten Aufzeichnungen und Polizeiberichte sein Leben erzählt. In Interviews im Vorspann erfährt man etwas über seine Kindheit. Man baut hier den Charakter auf und wir erleben sein Leben. Dabei gibt es auch immer wieder Einblendungen wann wir uns Befinden und wer die anderen Personen sind. Wie man es aus Biopics kennt. Dabei erfährt man ber noch mehr. Denn die Zeit spielt eine Rolle. Alles geht los als der zweite Weltkrieg noch läuft und baut sich langsam auf. In einer der ersten Szenen sehen wir eine Szene in Tokyo an einem  Bahnhof und ein Mensch bekommt seine Schuhe neu besohlt. Das ist alles nur Betrügerei um Geld zu machen. Ähnliche Anfänge nutzt Keinji Fukasaku immer wieder. Auch bei Battle of Honor and Humanity tut er dies. Hier führt es aber Ishikawa so richtig ein. Als rücksichtslosen Yakuza der nicht nach den Regeln handelt.

Dabei zeigt uns Graveyard of Honor den Tiefen fall von Ishikawa und lässt dabei nichts aus. Seine Vorliebe für Nutten und später auch Drogen. Er ist fast schon der Archetyp eines Gangster aus den späteren US Filmen. Nur ist er hier kein Antiheld, wir sehen einfach machtlos zu, wie er immer mehr abstürtzt und am Ende von seiner Familie verbannt wird und ein Jahres Verbot als Gangster bekommt. Die Yakuza und ihre Traditionen. Diese werden im Film kam erwähnt oder erklärt, es ist fas tselbstverständlich, das wir immer wieder erleben, wir der Hauptcharakter zu Rechenschaft gebeten wird. Er lernt daraus aber nichts und sieht sich immer wieder im Recht. Durch dieses dokumentatische Handlung baut der Film immer wieder Spannung auf. Doch das funktioniert nicht immer so gut. Denn man erlebt halt die nüchteren Fakten.

Biopic eines Außenseiters

Ähnlich wie in Takashi Miike Filmen ist Rikio auch ein Außenseiter und so erleben wir die Handlung auch. Immer wieder gibt es Punkt an dem wir auch mehr über das Nachkriegs Japan erfahren. Wir sehen die US Besatzer und wie sie mit den Yakuza zusammenarbeiten. In diesen kurzen Szenen erfährt man immer wieder über ein Land, was gerade im Stande ist sich wieder aufzubauen. Die Yakuza waren ein wesentlicher Bestandteil von diesem. Darum haben sie in Japan immer noch einen anderen Stellenwert, vor allem bei älteren. Sie halfen dem Land beim wiederaufbau, zwar mit vielen illegalen Methoden, doch waren sie die Helden die viele Menschen wollten. Darum sieht in vielen Yakuza Filmen auch immer soviel Respekt zwischen den Familien und wie die Menschen mit ihnen umgehen.

Ishikawa ist das Gegenteil von dem, er ist Respektlos und behandelt alle schlecht und hat keinen guten Ruf bei seiner Familie. Er ist der typische Außenseiter einer Generation die sich selbst finden muss. Zurück gelassen im Chaos. Er hatte zwar einen Traum, doch diesen zu ereichen scheint so schwer, dass man aufgeben möchten. Doch Ishikawa ist so engstirnig, das er dies nie tut.  Er bricht immer wieder die Regeln und wird bestraft und nimmt es einfach hin und macht weiter. Er geht sogar in eine andere Stadt. Doch in Osaka wird er sogar noch drogenabhängig. Als er zurück nach Tokyo kommt hat sich alles geändert und es geht nur noch um Gewalt.

Der Außenseiter in Graveyard of Honor wird sehr gut gezeichnet, was wahrscheinlich auch an der Figur liegt. Er ist so untypisch für einen Yakuza in diesem Genre, das man zwar kein Mitleid mit ihm hat aber auch ein Antiheld ist er nicht. Seine Geschichte ist interessant und alles was so passiert. Es gibt auch Punkt, die man aus anderen Filmen von Kinji Fukasaku kennt.

Optik

Kinji Fukasaku liebt die Handycam, denn in Graveyard of Honor nutzt er dieses oft. Wer also denkt die Wackelkamera sei eine Erfindung von modernen Hollywood Filmen der liegt falsch. Denn er nutzte diese öfters in seinen Yakuza Filmen in den 70ern. In diesem Film ist sie immer dabei in jeder Actionszene. So ist man immer Mittendrin statt nur dabei. Das hat natürlich auch zur Folge, dass viele Actionszenen sehr verwackelt sind und man nicht immer alles mit bekommt. Dafür wirkt dies aber intensiver und spannender und die Kamera ist ständig  mit in Bewegung, so ist man nicht nur Zuschauer, sondern auch Teil davon. Dies zieht sich durch den ganzen Film und verleiht Graveyard of Honor etwas Zeitloses.

Auch viele Kameraeinstellung sind Wort wörtlich schräg,DIe Kamera dreht sich und verfolgt die Personen und viele Einstellungen wirken auf dem ersten Blick merkwürdig. Doch das ist der Reiz von Graveyard of Honor, es ist kein klassischer Film mit vielen ruhigen Einstellungen. Es herrscht immer eine Grund Hektik, die scheinbar im Verlauf des Films immer mehr wird. So erschafft Kinji Fukasaku als Regisseur aber auch immer wieder Eindrucksvolle Bilder, welche später von Tarantino in Kill Bill zitiert wird.

Auch wechselt Graveyard of Honor von einem Farbfilm in Sepia Bilder oder Schwarz Weiß Bilder um. Das ganze passiert wie in einem Guß und es hebt bestimmte Szenen hervor. Auch nutzt man Standbilder für bestimmte Handlungselemente. Denn aus der Zeit in Osaka weiß man nicht viel über Ishikawa, so wirkt das ganze auch. Am Ende bekommt dieses Handlungsbaschnittes bekommt man aber eine der besten Einstellungen des Films zu sehen.

FAZIT:

Graveyard of Honor ist ein Yakuza Film der anders ist. Denn man erzählt die Geschichte eines Außenseiters. Hier gibt es keine Helden oder Antihelden. Der Hauptcharakter ist unsympathisch wie alle Figuren im Film. In diesem Biopic erlebt man nur den Fall eines Möchtegern Yakuza und das Ende sogar Wort wörtlich.

Graveyard of Honor

Movie title: Graveyard of Honor

Director(s): Kinji Fukasaku

Actor(s): Tetsuya Watari, Tatsuo Umemiya, Yumi Takigawa, Eiji Gô, Noboru Ando, Hajime Hana, Mikio Narita, Kunie Tanaka, Shingo Yamashiro, Reiko Ike, Hideo Murota, Meika Seri

More...

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.8/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

Kommentar verfassen