Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein

Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein und weiter geht es, Sonja Jeannine ist auch wieder mit dabei.

Frühling 1974 die deutschen Filmfans haben immer noch nicht genug von den Reportfilmen und da man damit immer noch Geld machen kann. Erschien auch 74 wieder zwei Schulmädchen-Report Filme. Da man ein Muster gefunden hat und man versucht noch Skandalträchtiger zu sein. Die alten Männer in Mantel und Hut wollen ja neues und aufregendes Sehen. So legte man bei Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein noch eine Schippe drauf und ist nun entgültig im Exploitationsgenre angekommen, was man vorher auch schon war. Doch man vertuscht nichts mehr, sondern gibt sich offen hin. Natürlich versucht man eine objektive Erzählung über die Schulmädchen, also jedenfalls dachten das die Macher. Doch der Wandel der Reihe geht hier auch weiter.

Dieses Mal verschlägt es die Handlung von Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein in eine Gerichtsverhandlung. Denn hier soll heraus gefunden werden, ob die Schulmädchen schuldig sind. Denn sie haben in einem Bordell gearbeitet. So erfährt man wieder Geschichten wie einzelne Mädchen dort gelandet sind. Man schweift aber auch immer wieder ab, denn man sieht auch was vor dem Gerichtssaal passiert. Hier diskutieren die Eltern und der Mann der das Bordell und die Mädels angezeigt hat. Er ist auch der Böse im Film. So entsteht die übliche Handlung für die Schulmädchen-Report Reihe.

Einiges ist dennoch anders, die einzelnen Episoden sind länger und man erfährt mehr über die Charaktere, auch lässt man bestimmte Themen weg die man in den sechs Teilen davor immer wieder hatte. Dafür wird man noch provokanter mit den Geschichten und so um einiges unterhaltsamer. Am Ende ist es aber wie immer, die Moral ändert sich zwar langsam in der Reihe und man hat hier in Form eines moralisch Fragwürdigen Typen einen Bösen. Dennoch ist es immer noch eine Reihe für notgeile alte Männer.

Schulmädchen wie sie leben und lieben.

Man muss sagen, das in Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein es um einiges besser zu geht als in den anderen Teilen. Sieht man einmal davon ab, dass es hier um Protestation von Minderjährigen geht. Wir sehen ja immer hin einen Sexploitationsfilm, wo so ein Thema doch passend ist. So sind die Frauen hier nicht mehr die schuldigen, jedenfalls in den Geschichten. Sie wirken emanzipierter und werden auch so dargestellt. Man versucht wirklich hier etwas objektiver alles zu betrachten. Es ist natürlich alles kein Drama über Pro und Kontras, sondern am Ende nur Stichpunktgeber und Auslöser für die nächste Episode. Doch es funktioniert. Auch wenn vor dem Gerichtssaal die Menschen diskutieren und hier der böse Mann, welcher im Puff einfach nicht ficken durfte. Was der Auslöser für alles war. Er ist spürbar die moralische Stimme der Alten, doch die wird von anderen immer wieder zum Schweigen gebracht. Es weht ein neuer Wind in Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein.

Es gibt natürlich immer noch Episoden die sehr merkwürdig sind. Da hätten wir die um Monika, wo Sonja Jeannine wieder mit dabei sein darf, hier als Monika. Eine Art kleines Thriller Drama um ein Schulmädchen was Anhalterin spielt und ältere Männer in eine Hütte lockt, wo diese von Rocker verprügelt und ausgeraubt werden. Doch ihr neustes Opfer wird schwer verletzt und ein Priester sieht dies. Monika ist in einem moralischen Konflikt. Denn die weiß es war böse und dumme, was sie da getan hat. Doch sie will auch nicht in den Knast,so beichtet sie es dem Priester, in der Hoffnung er verpfeift sie nicht bei der Polizei. Doch der gläubige Mann hat einen ganz anderen Plan. Diese Episode hebt sich von den anderen deutlich ab. Auch wenn man hier natürlich auf das Gute im Menschen setzt und versucht zu zeigen, dass der Glauben etwas Gutes ist. So hat man hier wirklich eine Charakterentwicklung drin und auch kaum Sex.

Auch die Episode die zur belustigen dienen soll wird weiter ausgebaut. In Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein darf mal wieder Rinaldo Talamonti ran, dieses mal in noch klischeehafter als vorher, als Eisverkäufer. Der Schulmädchen Eis Gratis gibt wenn er ihnen unter den Rock schauen darf. Doch nicht genug, drei Mädels wollen Gratis Eis für ein Jahr und treffen sich mit ihm in einem Hotel, zum fröhlichen Kopulieren. Doch seine Ehefrau findet es heraus und es gibt die typische Slapstickeinlage der Reihe.

Erotik

Bei der Erotik hat sich auch in Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein nicht viel geändert.Es ist sogar wieder etwas weniger geworden. So gibt es zwar nackte Haut zu sehen und auch mal eine gewagtere Kameraeinstellung. Doch es ist alles sehr typisch für die Reihe. Dazu kommt, das wenn man mal eine halbwegs erotische Liebesszene zeigt, wird diese durch die Unterhaltung aus dem Off ruiniert. Denn man hört immer wieder Gerichtsverhandlung und die Fragen der Richterin an die Angeklagte. So versaut das die Stimmung, welche eh kaum vorhanden war ungemein.

Auf der anderen Seite, gibt es eine Episode im Film, welche den Aufklärungsmerkmal des Films nach kommt. Es hat halt nur sieben Filme gedauert, bis endlich mal über die Sexualität gesprochen wird. Mit vielen Fakten erzählt die Schülerin, wie sie Entjungfert wird. Dabei zitiert sie Sexualforschung und welche Stufen es gibt. Das ganze ist dabei interessant und zeigt wohl, dass die Macher hier endlich mal über das Reden wollten, was sie sonst immer versuchten. Ein nüchterner Blick auf die Sexualität. Natürlich wird das ganze dann gepaart mit dem typischen Szenen, welche hier zum Sex führen. Auch dies ist nicht besonders erotisch. Die Mädels sind wie immer hübsch und gut gewählt aber die Machart von Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein verhindert jede Art von wirklicher erotischer Stimulanz.

Optik

Man merkt deutlich, das wir langsam in der Mitte der 70er angekommen sind. Denn Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein sieht zwar aus wie seine Vorgänger, doch Kamera und schnitt sind besser geworden. Auch gibt es am Anfang gleich eine Montage, wo auf den Körpern der Schulmädchen Geld geworfen wird. Das hat schon etwas stylisches und zeigt natürlich den Lebensstil als Prostituierte und wie sie damit klar kommen. Auch gibt es ein paar gewagtere Kameraeinstellungen am Anfang.

Sonst gibt es halt die typischen Aufnahmen, Die Kamera fährt langsam über den nackten Körper und es gibt viele längere Einstellungen. Im Grunde merkt man hier der Reihe schon deutlich an, dass sie am Fließband produzierte wurde und man zwei Filme pro Jahr halt nur hin bekommt mit einfachen Mitteln oder man sich talentierte Regisseure gesucht hätte. Zwar hat Ernst Hofbauer durchaus Talent was in einigen Teilen der Reihe auch schon zeigte. Doch bei Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein fehlt es.

FAZIT:

Schulmädchen-Report, 7. Teil – Doch das Herz muss dabei sein ist durch seinen Sleaz sehr unterhaltsam, was auch an der Synchronisation liegt. Der Film versteckt sich nicht mehr hinter irgendwelcher Moral, sondern ist reinrassiger Vertreter des Sexploitationsfilm. Als Fan dieser Filme kommt man hier auf seine Kosten, die Mädels sind hübsch. Nur ist die Erotik kaum vorhanden. Ansonsten ein besserer Teil der Reihe.

 

Movie title: Schulmädchen-Report, 7. Teil - Doch das Herz muss dabei sein

Director(s): Ernst Hofbauer

Actor(s): Puppa Armbruster, Peter Böhlke, Ulrike Butz, Johannes Buzalski, Elke Deuringer, Marianne Dupont, Felix Franchy, Josef Fröhlich, Leopold Gmeinwieser, Peter Hamm, Sonja Jeannine, Günther Kieslich

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  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.0/10

Doch das Herz muss dabei sein

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