Personal Shopper

Personal Shopper zeigt Kristen Stewart in einem außergewöhnlichen Genremix.

Es gibt viele verschiedene Filme die einen Genremix betreiben, meist sind es dann aber Anleihen an das Bahnhofskino und nicht unbedingt die Sorte Film, welche auch in Cannés laufen. Dennoch gibt es bei dem Filmfestival auch immer wieder sehr viele filmische Highlights zu sehen. Einer davon war Personal Shopper mit Kristen Stewart. Der Film gewann auch den Preis für den besten Schnitt. Regisseur Olivier Assayas hatte schon mit seinem Film davor mit Kristen Stewart zusammen gearbeitet. Dieses Mal gibt die Schauspielerin, welche leider durch die Twilight Reihe berühmt wurde, hier fast eine einzel Show. Denn in vielen Szenen ist sie alleine und zeigt ihr Schauspieltalent. Doch Personal Shopper bietet noch mehr. Denn es ist auch etwas Sozialkritik an den Reichen und Schönen, ein Psychothriller und auch nutzt der Film Elemenete aus dem Horrorgenre.

Die Handlung von Personal Shopper dreht sich um Maureen, welcher in Paris arbeitet aber durch ganz Europa reist. Sie kauft für ein Model Kleidung ein. Dazu muss sie den tot ihres Zwillingsbruder Lewis verarbeiten. In seinem Haus versucht sie Kontakt mit ihm aufzunehmen. Denn Maureen ist auch ein Medium wie ihr Bruder. Doch irgendwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Umfeld. Denn immer mehr merkwürdige Dinge passieren, eine fremde Person schreibt ihr Nachrichten und immer wieder passieren merkwürdige Dinge.

Da sich der Film nur um Maureen dreht ist es auch ihr Charakter der am hier am eine wirkliche Hintergrundgeschichte bekommt. Im Verlauf von Personal Shopper erfahren wir immer mehr von ihr und ihrem Leben. Dazu kommen auch ein paar Charaktere welche ihren Weg kreuzen. Ihre Arbeitgeberin natürlich, welche aber meist nie da ist, ihr Freund mit dem sie nur Skype. Dazu die Freundin ihres verstorbenen Zwillingsbruder. Von allen erfährt man immer nur das nötigsten. Am Ende fragt man sich wer davon echt ist und wer nicht. Denn in diesem Punkt zeigt die Handlung ihre Stärke. Denn man lässt es offen, ob Maureen nun verrückt ist oder wirklich mit Geistern sprechen kann.

Genremix

In den vergangenen Jahren gab es ja einen neuen Trend von Horrorfilmen, denn immer wieder wurden Familien oder einzelne Personen von Geistern heimgesucht. Alles hat man gesehen und meist waren die Filme auf Jumpscars aus und die Handlung ist auch immer sehr ähnlich. Doch Personal Shopper macht daraus etwas neues. Denn es nimmt nur das Element der Person die von Geistern verfolgt wird. Dabei ist es Maureen sogar bewusst und sie versucht mit ihnen zu kommunizieren. Denn hofft sie auch auf eine Antwort von ihrem toten Bruder. So ist es kein haudrauf Horror, der einen immer anspringt. Sondern alles ist sehr schleichend, man hat auch im Verlauf des ganzen Films das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Man kann es aber nie so genau benennen. Dafür gibt es auch ein paar Szenen die ins Übernatürliche gehen. Doch hier spielt Personal Shopper mit dem Zuschauer. Denn Maureen zweifelt auch an sich und ihrer Spiritualität.

Neben dem Horror kommt auch der Psychothriller noch dazu. Denn im Verlauf von Personal Shopper fühlt Maureen auch verfolgt, was an der Person liegt, welche ihr Nachrichten schickt. Das ganze nimmt ausmaße eines Stalkers an. Doch auch hier ist nicht klar, sind diese Nachrichten überhaupt Real. So steigt der Verfolgungswahn immer mehr und da man keine Auflösung bekommt, was mit Maureen nun los ist, macht das alles noch verstrickter. Den Auflösen will Person Shopper nicht, denn der Film kritisiert auch unsere moderne Gesellschaft. Was hier an Geld wechselt für ein paar Kleider. Am Ende ist es auch eine sprituelle Reise und wie man mit dme tote einer nahstehenden Person umgehen soll.

Mit diesen Elementen schafft Personal Shopper ein Genremix der nicht Wild ist, sondern ruhig. Man wird getragen und langsam eingeführt in die Welt von Maureen, alles ist schleichend und alles kommt nach und nach. Was dann ein paar Szenen auch stärker wirken lassen.

Die unheimlichkeit der Einsamkeit

In großen Teilen von Personal Shopper ist Maureen alleine und einsam. Sie unterhält sich sogar mit der unbekannten Person, welche ihr aber auch angst. Dennoch teilt sie mit ihm auch ihre Geheimnisse. Das führt wohl zu der einen Szenen, warum viele diesen Film sich anschauen werden. Sie probiert ein Kleid ihre Arbeitgeberin an. Dabei erregt sie das verboten so sehr das sie am Ende masturbiert. Hier spielt der Film mit den Fetischen der Kleidung und natürlich das etwas verbotenes uns als Mensch erregen kann. Es ist aber auch die Einsamkeit unter der Maureen leidet. Denn flieht sie sich auch immer wieder in der Vorstellung das sie mit Geistern reden kann.

Da Personal Shopper den Zuschauer im unbekannten lässt ob sie wirklich mit den Toten kommunizieren kann. Der Film wandert diesen schmalen Grat immer wieder. Sind es wirklich Geister oder macht die Einsamkeit Maureen nur verrückt? Das Finale gibt da auch keine Antworten, sondern man muss selbst interpretieren. So spielt der Film auch mit uns, denn man fühlt mit ihr und weiß nicht was los ist. Alleine in der Zug fahrt, wenn der unbekannte mit ihr schreibt. Das funktioniert als Thriller gut, weil Kristen Stewart es auch wirklich gut rüber bringt, hier scheinbar verfolgt zu werden. Sie ist der Star des Films und der Hauptcharakter und trägt ihn gut. Man glaubt ihr auch das sie einsam ist, auch wenn sie es nie sagt. Sondern man sieht es immer wieder.

Optik

Wir hatten ja schon die Szene angesprochen, was den Film sicherlich etwas mehr Bekanntheit schenkte. Kristen Stewart oben ohne, zieht immer noch, soll aber kein Verkaufspunkt für den Film sein. Denn Personal Shopper ist viel mehr. Denn diese Szene ist ein ruhiger One Take, wir beobachten Maureen dabei, wie sie das Kleid anprobiert und ihre erregung langsam steigt. Alles passiert mit einem ruhigen aber voyeuristisch Ton. Die Kamera folgt ihr, fährt durch den Raum und lässt auch eine kurze Ruhephase. Bevor sie ihrem Höhepunkt erreicht und schon respektvoll, weg schwenkt von dem was passiert, am Ende hören wie Maureen nur noch stöhnen und ihren Höhepunkt haben.

Von der Optik her erinnert Personal Shopper an gute alte europäische Thriller und etwas Hitchcock. Denn immer wieder gibt es ruhige Kamerafahrten, welche die Spannung steigern und auch das leerstehende Haus von Maureens Zwillingsbruder, zeigt deutlich die Horroratmosphäre des Films. Der Film hat dabei auch einen modernen Look, der zwar klar ist und nicht immer an einem Film erinnert, während andere Szenen es tun. Es ist genauso ein Mix wie bei den Genres und am Ende ist klar warum der Film den Preis für den besten Schnitt gewann..

FAZIT:

Personal Shopper ist ein unheimlicher Film über Einsamkeit, Spiritualität und der Suche was uns nach dem Tod erwartet. Der Film ist dabei ein ruhiger Genremix und man setzt Kristen Stewart perfekt ein, die den Film alleine trägt und ihr Schauspieltalent zeigen darf.

Personal Shopper

Movie title: Personal Shopper

Director(s): Olivier Assayas

Actor(s): Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz, Anders Danielsen Lie, Ty Olwin, Hammou Graïa, Nora von Waldstätten, Benjamin Biolay, Audrey Bonnet, Pascal Rambert, Aurélia Petit, Dan Belhassen

Genre: Drama, Thriller

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
8.4/10
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Handlung:

Die Amerikanerin Maureen arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für Stars und Sternchen. Doch eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. Seit Wochen wartet sie auf ein Zeichen ihres verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Plötzlich bekommt sie geheimnisvolle Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt? Oder nur der sehr lebendige Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat?

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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