Headshot

Ist Headshot der neue Actionhit aus Indonesien?

Nach The Raid 1 und 2 war Indonesien auf einmal auf der Actionweltkarte zu finden. Hauptdarsteller Iko Uwais ist der nächste große Martail Arts Darsteller und die neue Hoffnung nach Donnie Yen und Tony Jaa. Seine Zukunft in dem Bereich sieht rosig aus. Denn es kommen ein paar Filme auf die Fans warten. Einer davon ist auch Headshot, ein Actionfilm mit etwas Drama und eine Handlung die im Trailer und auf dem Papier anders klingt. Doch kann der Film in diesen Bereichen wirklich überzeugen? Dazu kommen bekannte Darsteller, denn Julie Estelle und Very Tri Yulisman sind auch mit dabei. Beide kennt man als Hammer Girl und Baseball Bat Boy aus The Raid 2. Dazu wirken die Mo Brothers mit, was kann da schon schief gehen?

Die Handlung von Headshot beginnt mit Lee der aus einem Gefängnis ausbricht, zur gleichen Zeit wird ein junger Mann an einem Strand angespült und erwacht ein paar Monate später im Krankenhaus. Die junge Ärztin Allin kümmert sich liebevoll um ihn, sie sieht in Ishmael auch die Chance auf beruflichen Fortschritt. Dazu verliebt sie sich in den unbekannten Mann, der keine Ahnung hat wer er ist. Doch seine Vergangenheit holt ihn schnell ein. Denn er hat etwas mit Lee und seiner Gang zu tun.

Schnell wird klar, dass Headshot ein Genremix ist und dabei es nicht schafft eine gute Balance zu schaffen. Denn die ganze Geschichte um die zarte Liebe ist nur eine Nebenhandlung, viel mehr opfert man es für die Bösen, doch die sind nur Böse und haben kaum einen Hintergrund. Zwar wird Lee als böser immer wieder gezeigt und man erfährt etwas über die Vergangenheit, doch Tiefe verleiht das dem Charakter nicht. Auch Ishmael wirkt sehr flach dargestellt. Alles erinnert an Unkown Identiy mit Liam Neeson, die Wendungen sind ungefähr die selben. Am Ende ist man als Zuschauer so schlau wie vorher und die Charaktere sind einem egal.

Der Versuch die Actionhandlung in ein anderes Genre zu packen.

Als Adam Wingrad mit The Guest die Handlung seines Actionfilms in die eines Slasher packtest, war das etwas neues und funktioniert erstaunlich gut. Sowas ähnliches versucht man auch bei Headshot, denn immer wieder packt man die Actionszenen in das Gewand eines Horrorfilms. Dazu ist der Mix auch etwas anders. Doch am Ende wird man als Zuschauer enttäuscht, denn es funktioniert nicht immer und kann auch nie so richtig überzeugen. Denn die Liebesgeschichte wird schnell abgehandelt und man hat das Gefühl, das man hier etwas zu viel Hard to Kill mit Steven Seagal geschaut hat.

Auch die Frage nach der Logik sollte man nie stellen, denn Ishmael hat keine Ahnung wer er ist, doch seine Kampfskills kann er einfach so abrufen, dazu kommen immer wieder Erinnerungen zurück. Doch das passiert immer dann, wenn es nur wichtig ist für die Handlung. So kommt am Ende auch noch eine Wendung, wo man sich fragt, warum jetzt? Auch ist die Form der Läuterung und das Ishmael wohl am Ende doch der Gute ist. Alles wirkt klischeehaft und altbacken das die Handlung einem echt immer wieder weh tut.

Wenn Headshot dann versucht etwas Charaktertiefe zu zeigen, packt man immer wieder typische Handlungselemente aus, so musste Ishmael und auch die anderen durch ein unmenschliches Training durch. Doch irgendwelche Traumas hatte das ganze nicht, man versucht hier nur zu zeigen, wie böse Lee ist und was die Charaktere durch machen mussten. Am Ende des Films ist das aber zu wenig und man merkt, dass Iko Uwais nicht unbedingt der beste Charakterdarsteller ist und auch andere Schauspieler in ihren Rollen von The Raid 2 besser besetzt waren.

Der Versuch nicht The Raid zu sein.

Da Headshot von Anfang mit The Raid verglichen würde, muss den Machern klar gewesen sein. Denn sie versuchen zwar immer wieder anders zu sein und das sehr Krampfhaft. Dafür nutzt man am Ende doch viel was auch The Raid 1 und 2 ausgemacht hat. Nur das man es nicht wirklich gut nutzt, es überzeugt nicht. So hat man zwar eine andere Handlung und Julie Estelle darf auch reden. Doch ihr Charaktere wirkt ein dimensionaler als in The Raid 2, als sie dort die Stumme gespielt hat. Die beiden Regisseure schaffen es nicht, die Charaktere zu zeichen, sei es nun mit der Handlung oder in Einstellungen. Denn die Bildsprache im Film lässt das nicht Zu. Man zeigt zwar immer wieder Dinge, welche Böse oder Cool wirken sollen. Doch am Ende hilft das den Charakteren weniger, man zeigt nur wie Cool man doch ist.

Am Ende ist dann die Haltung das man The Raid nicht sein will auch egal und man kopiert das Finale des Films, ohne an die Qualität heran zu reichen. So ist der Schluss so kitschig und klischeehaft, das es weh tut zu zuschauen. Man geht den einfachsten Weg und denkt sich nichts aus. Der ganze nihilistische Ton des Films, wird ignoriert und man entscheidet sich für ein Happy End. Was man nach knapp 2 Stunden erwartet hat, doch insgeheim hofft man als Zuschauer, dass doch noch mehr da wär oder etwas anderes.

Action und Gewalt

Kommen wir wohl zu dem wichtigsten Punk von Headshot, die Action. Als erstes, nein es ist kein Actionfeuerwerk wie the Raid 2 und ist auch ganz deutlich dahinter. Denn man merkt dem Film an, das die beiden Regisseure nur ein paar Kameraeinstellungen kennen um eine  Actionszene zu Filmen. So fährt die Kamera um Person oder es ist von oben gefilmt oder man nutzt schnelle Zooms. Dies wiederholt sich im Film immer wieder. So sieht man zwar an das die Darsteller Talent haben, doch auch die Choreographie ist nicht die beste. Man versucht das auch immer wieder zu vertuschen, in dem man auf extreme Gewalt setzt.

Zu Teil funktioniert die Gewalt in Headshot, dann tut ein Knochenbruch auch richtig weh. Anderes ist einfach nur drin, damit man Cool ist. Denn manches wirkt schon lachhaft, bei so einem ernsten Film ist das schon peinlich. Wenn jemanden in Hals gestochen wird und das Blut nur so raus spritzt und die Person daneben, nicht weiß wie sie reagieren soll als Schauspieler, das wirkt eher wie eine Komödie, als ernste und brutale Action. Das sterben in Headshot ist wieder ästhetisch, noch rau und brutal. Zum Teil wirkt es wie in einem Slasher, wenn jemanden mit der Machete durch die Wangen gestochen wird und die Reaktion so starkes Over Acting ist, das man es nicht mehr ernst nehmen kann.

Dennoch gibt es ein paar Highlights, wenn der Charakter von Very Tri Yulisman eingeführt wird. Der zwar aussieht wie ein junger Mad Dog, doch hier funktioniert, die Action noch. Das selbe gilt für den Charakter von Julie Estelle. Doch schon bei iko Uwais scheitert man immer wieder. Er wird zu passiv in seiner Handlung, er kann kaum glänzen, selbst im Finale, wirkt sein Charakter schwach. Natürlich soll Lee Großteils des  Kampfes die Oberhand haben. Doch im ganzen Film gewinnt er immer mehr mit Glück oder Waffengewalt. natürlich sieht man das Talent von Uwais ,doch etwas fehlt einfach.

Optik

Man merkt dem Film immer wieder an, das er versucht krampfhaft anders zu sein. Dazu sind einige Aufnahmen sehr merkwürdig.Hier und da scheint der Versuch dazu sein kunstvolle Bilder zu zeigen. Doch am Ende ist Headshot rein optisch gesehen ein unausgewogener Mix, wie seine Handlung. Denn viele Szenen erinnern mehr an einem Horrorfilm als einen Actionfilm. Was funktionieren könnte. Doch hier scheint man nicht das nötige Talent zu haben. Man wiederholt sich bei den Bildern einfach zu oft.

Die Action ist zwar immer wieder in langen Einstellung gefilmt. Doch man schafft es nicht immer zu zeigen, das es Action ist. Einfach einen Kampf abfilmen mit ein paar Schnitten macht noch keinen guten Actionfilm. Man zeigt zwar durch aus etwas Talent in in paar Szenen, doch dann wiederholt man das einfach immer wieder. So hat man nach 2 Stunden alles zu oft gesehen, kann sogar eraten was als nächstes für eine Einstellung kommt.

FAZIT:

Headshot versucht viel um nicht The Raid zu sein, scheitert aber genau an diesen Punkten. Dazu scheinen die Regisseure sich immer zu wiederholen, so das schnell Langeweile aufkommt. Auch funktioniert der Mix aus den verschiedenen Genres nicht zu recht. Es gibt zwar ein paar gute Actionszenen, doch das rettet den Film nicht davor belanglos zu sein und Gewalt immer wieder falsch einzusetzen. So bekommt man einen annehmbaren Film, der sicher besser sein könnte,vor allem mit fähigen Leuten hinter der Kamera.

Headshot

Movie title: Headshot

Director(s): Kimo Stamboel, Timo Tjahjanto

Actor(s): Iko Uwais, Chelsea Islan, Sunny Pang, Julie Estelle, David Hendrawan, Epy Kusnandar, Zack Lee, Very Tri Yulisman

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  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 3/10
    Drama - 3/10
5.2/10
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Handlung:

Für den jungen Profikiller Abdi endet der geplante Ausstieg aus der Verbrecherorganisation des mächtigen Mr. Lee nach einem Kopfschuss beinahe tödlich. Ohne Erinnerung an sein früheres Leben erwacht er nach zwei Monaten im Koma in der Obhut der jungen Medizinstudentin Ailin, die bald darauf von seinem ehemaligen Arbeitgeber gekidnappt wird. Um sie zu befreien, muss sich der kampferprobte Ex-Killer seiner Vergangenheit stellen und sich durch eine Armee bestens ausgebildeter Schergen kämpfen.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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