Im Schloß der blutigen Begierde

Im Schloß der blutigen Begierde

Im Schloß der blutigen Begierde zeigt die Anfänge des Exploitationskinos in Deutschland.

Die wilde Zeit des Kinos das waren definitiv die 70er Jahre, der Wandel der Welt, das Fernsehen und Heimkino wurde immer bedeutender. Doch schon ein paar Jahre zuvor ging es los. Auch wenn Jess Franco in den 60ern noch Filme drehte die ernster und experimenteller waren. So ging es schon 1968 in eine andere Richtung. Auch Adrian Hoven wollte etwas anderes, denn 1970 drehte der Österreicher den Film Hexen bis aufs Blut gequält. Zwei Jahre zuvor drehte er Im Schloß der blutigen Begierde und schuf damit auch eine Blaupause von dem was Jahre später immer wieder gezeigt wird. Denn am Drehbuch arbeitet auch Jess Franco mit, welcher den Film auch drehen sollte, sich dann aber um entschied. So übernahm Hoven die Regie. Was folgte ist ein Film der zwar nicht viel bietet aber zeigt was alles möglich sein sollte. Dazu auch Aufnahmen einer Operation am offenen Herzen.

Die Handlung von Im Schloß der blutigen Begierde beginnt mit einer Party eine Gruppe von jungen Menschen hat Spass und man tanzt fröhlich vor sich hin. Baron Brack schnapp sich eine Dame und nimmt sie mit in eine Waldhütte und vergewaltigt sie. Ihre Freunde versuchen sie zu finden. Sie flieht auf ein Schloss, das gehört Graf Saxon, welcher sich an eine alte Familiengeschichte erinnert fühlt aus dem 30 jährigen Krieg. Für die Gruppe beginnt eine merkwürdige Nacht in dem Schloss.

Der Film ist schon etwas besonderes, denn schaut man ihn kommt man nie drauf das er wohl 1968 gedreht wurde. Denn bis auf die Party am Anfang, erinnert alles doch an den typischen Jess Franco Film aus den 70ern. So sind auch die Charaktere, wir lernen sie zwar kennen aber viel erfahren wir nicht über sie. Viel mehr über die Vergangenheit und ihre Ebenbilder. Alles erinnert dann auch an einem Gothic Horrorfilm, ohne dabei wirklich einer zu sein. Es ist zwar eine Gruselgeschichte aber am Ende auch nicht.

Was ist das für eine Handlung?

Der Film springt fröhlich durch seine Handlung und im Grunde ist alles nur um eine Szene aufgebaut, die man auch schön in die Länge zieht. Denn Im Schloß der blutigen Begierde macht auch einen Abstecher bei Frankenstein und hier nutzt man dann echte Aufnahmen von einer Operation am offenen Herzen. Das beutet der Film wirklich aus. Doch drum herum gibt es eine typische Handlung aus dem Grusselfilm. Denn alle sehen aus wie die Personen aus der Vergangenheit. So scheint alles geplant gewesen zu sein. Nur der Captain Kirk Verschnitt scheint den Braten zu riechen und flieht erstmal. Er hat sogar die Synchronstimme von Captain Kirik.

Im Verlauf des Films gibt es dann auch noch eine Rückblende und man sieht nochmal was passiert ist in der Vergangenheit. Hier versucht man dann bei Im Schloß der blutigen Begierde den Gothic Horror zu zeigen. Das Schloß und die Kleidung. Graf Saxon, welcher etwas plant mit seinem Diener. Alles erinnert auch immer wieder an Frankenstein. Dabei merkt man auch, dass man hier mehr zeigen wollte. Man wollte Schockieren, dabei ist man Ende doch sehr harmlos. Obwohl die Vergewaltigung, schon heftig dargestellt wurde, ist es halt doch sehr typisch für das Exploitationsgenre. Denn hier entfalte sich der Film wirklich.

Die Handlung wirkt aber an vielen Stellen sehr zusammengeschustert, wenn dann auch noch Shakespeare zitiert wird bei der Rückblende und der Vergewaltigung ist eindeutig klar. Das man hier wohl nicht unbedingt wusste was man wollte oder man probierte einfach viele Ideen aus. So entstand dann eine Handlung die zwar viel Potenzial hat aber man nutzt es nicht. So hat Im Schloß der blutigen Begierde hier sehr viele schwächen.

Exploitation vor der Exploitation

Man muss sich nichts vor machen, Im Schloß der blutigen Begierde ist ein rein rassiger Exploitationsfilm. Auch wenn er aus den Anfängen entstand. Er ist sehr Sleazig und bietet sehr viele Stellen die das Genre berühmt gemacht haben. Wie auch erwähnt merkt man deutlich die Handschrift von Jess Franco im Film. Denn man zeigt schon etwas mehr Sex und nackte Haut.  Alles deutet das an, was ein paar Jahre später, dass Kino der 70er Jahre prägen würde. Doch alles läuft wohl auf den damaligen Verkaufsgrund hin. Dabei war der Film bis zur Vö von Subkultur Entertainment auch immer Zensiert in ein paar Szenen, welche man jetzt in ganzer Fülle sehen kann.

Man beutet das Filmmaterial der Operation im Film wirklich aus. Denn hier zeigt Im Schloß der blutigen Begierde Minuten lang nichts anderes, immer wieder mit zwischen Schnitten, kann man dabei zusehen wie am offenen schlagenden Herzen operiert wird. Das ganze passt aber irgendwie nicht in den Film. Man hat zwar versucht die Handlung zu erklären, warum man das sieht. Dennoch passen die Bilder nicht zum Rest. Es ist dennoch eine sehr unangenehme Szene, passt aber wirklich nicht zu Im Schloß der blutigen Begierde. Es ist wohl nur im Film, weil man das Material hatte und so schocken konnte.

Optik

Ausgefallen Kamerafahrten  sollte man bei Im Schloß der blutigen Begierde nicht erwarten. Dennoch merkt man das Talent von Adrian Hoven und auch der restlichen Crew. Auch wenn die Schauspieler sehr hölzern wirken und manchmal sehr merkwürdig agieren. So sieht der Film gut aus. Dazu gibt es im Vorspann schon einen Gag, man nennt die Burg in Österreich als wichtigen Schauspieler. DIe Burg wird gut genutzt, vielleicht manchmal etwas zu wenig. Dennoch wird sie genutzt und dient als Schauplatz für diesen doch etwas schwachen Gothic Horrorfilm der zum Exploitationsfilm wird.

Bei der Nacktheit setzt man schon auf Schauwert, auch wenn es meist nur die Brüste sind. Dennoch ist man mutiger und baut auch eine Sexszene ein. Natürlich ist das aus heutiger Sicht alles sehr harmlos. Dennoch verziehlt die Vergewaltigung nicht ihre Wirkung. Dennoch gibt es auch einen kurzen Busch Blitzer zu sehen nach dem Sex. Ansonsten ist es optische Standardkost. Nur bei der Rückblende wird der Weichzeichner sehr stark genutzt, was diesen Teil auch deutlich vom restlichen Film unterscheidet. Dabei ist dies auch gedacht, weil man wohl die selben Darsteller nutzte.

FAZIT:

Im Schloß der blutigen Begierde ist eine Kuriosität, welche man gesehen haben sollte, wenn man auf europäisches Exploitationskino steht. Denn der Film ist auch wegweisend für die Filme die folgten. Dazu merkt man deutlich, das hier Jess Franco die Regie übernehmen sollte. Dennoch hat der Streifen viele schwächen und kann nicht wirklich überzeugen aber als Zeitdokument der Filmgeschichte lohnt er dennoch. Dazu ist er auch unterhaltsam, steht man auf diese Art von Filmen.

Im Schloß der blutigen Begierde

Movie title: Im Schloß der blutigen Begierde

Director(s): Adrian Hoven

Actor(s): Janine Reynaud, Howard Vernon, Michel Lemoine, Elvira Berndorff, Claudia Butenuth, Jan Hendriks, Pier A. Caminnecci, Vladimir Medar

Genre: Horror

More...

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.2/10

 

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