Die Katze mit den Jadeaugen

Die Katze mit den Jadeaugen

Ist Die Katze mit den Jadeaugen ein echter Giallo oder doch mehr Hommage?

Seit Mario Bava mit Blutige Seide den Giallo Wahn startet Mitte der 60er Jahre, war kaum ein anderes Genre aus Italien so dominant, bis auf einmal Mitte der 70er Jahre es doch anders wurde. Das übernatürlich übernahm und alles veränderte sich. Der Exploitationfilm war immer gefragter, Ideen aus Hollywood kopieren und aktuelle Trends folgen war billiger und brachte mehr Geld. Dennoch entstanden immer noch Giallos, die aber meist immer etwas anders waren. Dario Argento fing mit Suspiria an mehr dem Giallo Fantastico zu drehen und auch sonst waren die Filme blutiger und mit mehr Sex versehen. Doch auch kleine Perlen gab es immer wieder. Dazu gehört auch Die Katze mit den Jadeaugen, dennoch ist der Film auch mehr eine Hommage an das Thriller Genre und dem Giallo als selbst einer zu sein.

Die Handlung von Die Katze mit den Jadeaugen beginnt mit einem Apotheker der ermordet wird, eine junge Tänzerin die gerade wieder nach Rom kommt und Aspirin braucht, wird zeuge der Tat. Wochen vergehen und nichts passiert. Doch der Nachbar ihres Freundes bekommt merkwürdige Drohanrufe und bitte den Freund, welcher Tontechniker ist sich das anzuhören. Als dann der Mörder die Tänzerin nachts besucht und versucht sie zu töten. Flieht sie zu ihrem Freund und von dann an nimmt er die Untersuchung selbst in die Hand und findet die grausame Wahrheit hinter den Modern heraus. Wer ist hier Täter und wer Opfer?

Man merkt deutlich, dass Die Katze mit den Jadeaugen zwar ein Giallo ist aber viele Momente aus dem Film kommen ein bekannt vor und man fragt sich bloß´voher. Auch der Soundtrack erinnert stark an einen anderen Film. Doch der Film macht das wirklich gut und baut so immer wieder Spannung auf, auch wenn die letzte Wendung um dem Mörder etwas schnell kommt, so ist der Grund warum das alles passiert, doch ein völlig andere als man ihn sonst kennt.

Giallo

Ganz oberflächlich betrachtet ist Die Katze mit den Jadeaugen ein waschechter Giallo. Denn man bekommt alle Elemente die man erwartet. Eine Person sieht etwas und kann es aber nicht genau einordnen. Dazu ist auch gerade zurück in die Stadt, das alles erinnert stark an den Argento Giallo. Ihr Freund übernimmt die Ermittlungen und die Polizei macht im Film nichts. Sie ist kaum vorhanden. Viel mehr spielt ein Richter auch eine Rolle, denn eine Verhandlung brachte alle Opfer zusammen. Die Frage ist natürlich wieso? Dazu gibt es viele merkwürdige Charaktere, welche alle auch der Mörder sein könnten. So baut der Film nach und nach die Spannung auf. Die Frage wer nun die Morde begangen hat, wird am Ende geklärt. Doch hier kommt Die Katze mit den Jadeaugen mit einer ungewöhnlichen Wendungen.

In vielen Giallos findet man das Motiv für die Morde in der Vergangenheit des Killers, doch meist sind dies das typische psychologische Elemente der Zeit, welche einen Serienkiller erklären. Bei Die Katze mit den Jadeaugen ist das anders. Denn hier gibt es ein Motiv, welches einem schwer macht, denn man kann viele Dinge nachvollziehen. Es macht den Killer menschlicher. Diese Wendungen, sieht man beim ersten Mal schauen auch nicht kommen und das macht die Handlung wirklich gut. Regisseur Antonio Bido spielt mit dem Zuschauer und zeigt am Ende, das Killer nicht immer wirklich böse sein müssen und die Opfer gut.

Der Charakteraufbau im Film ist auch sehr typisch für den Giallo, schnell wird klar wer die Hauptfigur ist und das sich alles um sie dreht. Durch die Wendungen am Ende wirkt das alles doch etwas anders. Doch davor ist alles sehr typisch für das Genre und bekommt solide Giallokost geboten mit dieser Geschichte.

Hommage

Man merkt sehr deutlich, dass Regisseur Antonio Bido hier auch eine Hommage an Argento gedreht hat, denn nicht nur die Handlung erinnert stark an einem Dario Argento Giallo. Sondern auch der Soundtrack, denn immer wieder erklingt eine Theme, welche Stark an Profondo Rosso erinnert. Das hat natürlich die Vorteile, dass durch dieses Stück viele Szenen auch spannender wirken. Es ist sehr eindringlich und man vergisst es so schnell nicht wieder. Dazu kommen auch viele Szenen die an andere Thriller erinnern. Ein Überfall auf die Tänzerin mit den vielen Schnitten, hätte auch von Hitchock sein können, das zeigt aber auch das Tempo der Szenen, denn jeder Schnitt ist eine andere Einstellung.

Mit viel Liebe zum Detail geht hier Regisseur Bido vor und zeigt das Die Katze mit den Jadeaugen mehr ist als ein durchschnittlicher Giallo. Denn er spielt auch mit dem Genre und änderte Themen ab und nutzt sie für sich. Es gibt einen Charakter von den man nicht viel sieht. Dennoch ha tman das Gefühl das er der Killer sein könnte. Er ist immer da wo es gerade brenzlig ist. Auch die Spur mit dem Täter aus dem Prozess wo alle Opfer anwesend war. Erinnert stark an eine typische Nebenhandlung aus einem Argento Film, wird hier aber noch wichtig.

Im Grund zeigt Die Katze mit den Jadeaugen Jahrzehnte vor dem Trend an Giallo Hommagen, welche bestimmte Elemente aus dem Genre stärker benutzen, dass dies auch in der Form wie der Film ist funktioniert. Denn macht er aus dem allem noch etwas eigenständiges und weiß es perfekt einzusetzen.

Optik

Auf Neonfarben verzichtet Die Katze mit den Jadeaugen auch sonst wirkt der Film bei den Farben etwas trist. Auch wenn der Film in der 4K resturierten Version wirklich gut aussieht. Ist es der Punkt wo der Film sich von Argento deutlich unterscheidet. Auch wenn einige Kamerafahrten, doch deutlich an den Meister erinnern. So macht der Film hier auch einiges anders und zeigt das er doch mehr ist als eine plumpe Hommage. Natürlich darf die Flasche J.B. nicht fehlen und hier erinnert die Szene wieder an einem Argento Film, wo die Flasche im Vordergrund stehen und das Paar sich im Hintergrund unterhält. Ähnliches sieht man auch bei Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe.

Es gibt auch andere interessante Kamerafahrten, alleine wenn der Killer die Wohnung der Tänzerin betritt, ist die Kamera sieht subjektiv und man sieht es aus der Egoperspektive. Auch die Flucht danach, doch alles erinnert hier wieder an Dario Argento. Der Film ist in dieser Hinsicht ein Wechselbad der Gefühle, auf der einen Seite ist er was eigenständiges, doch immer wieder gibt es Szenen und Einstellungen die an Dario Argento und Alfred Hitchcock erinnern.

FAZIT:

Die Katze mit den Jadeaugen ist ein gelungener Giallo, welcher aber auch eine Hommage an das Genre ist. Regisseur Antonio Bido beweist viel Talent und zeigt was man alles aus einer Hommage machen kann. Dabei bietet der Film auch einige Wendungen und das Motiv für die Morde, ist sicherlich eins was man so noch nicht hatte im Giallo.

Die Katze mit den Jadeaugen

Movie title: Die Katze mit den Jadeaugen

Director(s): Antonio Bido

Actor(s): Corrado Pani, Paola Tedesco, Franco Citti, Fernando Cerulli, Giuseppe Addobbati, Gianfranco Bullo, Jill Pratt, Bianca Toccafondi, Inna Alexeievna, Paolo Malco, Cristina Piras, Roberto Antonelli

More...

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.6/10

Bestellen bei Pretz-Media.at:

Bestellen bei der OFDb.de:

Handlung:

Eine junge Tänzerin wird Zeuge eines brutalen Mordes und selbst fast zum Opfer. Während der mutmaßliche Täter die Frau jagt, stellt die Polizei Ermittlungen an, die sich zunächst auf ein Tonband beschränken, welches durch Zufall wichtige Hinweise beinhaltet. Leider haben noch mehr unschuldige Menschen mit der Sache zu tun, die allesamt nach und nach Besuch vom Killer bekommen. Als der Freund der Tänzerin private Ermittlungen aufnimmt, scheint sich der Kreis zu schließen!

There are no comments yet

Why not be the first

Kommentar verfassen

More 313 posts in FIlmkritik category
Recommended for you
P.O. Box Tinto Brass
P.O. Box Tinto Brass

Ist P.O. Box Tinto Brass pure Selbstverliebtheit oder ein erotisches Meisterwerk? Tinto Brass gehört zu...