P.O. Box Tinto Brass

P.O. Box Tinto Brass

Ist P.O. Box Tinto Brass pure Selbstverliebtheit oder ein erotisches Meisterwerk?

Tinto Brass gehört zu den bekanntesten Regisseuren des erotischen Films. Schon sein Film Salon Kitty sorgte für Skandal, auch seine Version von Caligula, wo es aber auch hinter den Kulissen Probleme gab, gehört zu den Skandalfilmen aller Zeiten. Danach drehte er immer wieder erotische Filme, welche an der Grenze zur Pornografie sind. In den 90ern war auch er sehr triebig und erschuf ein paar erotische Filme. Einer davon ist P.O. Box Tinto Brass. Ein Episodenfilm mit einer Rahmenhandlung, welche nur so von Selbstverliebtheit strotzt. Denn hier spielt sich Brass selbst und liest Briefe von Frauen. Was nach einem unterhaltsamen Film klingt, kann aber auch anders Enden.

Die Rahmenhandlung von P.O. Box Tinto Brass spielt in einem Büro, wo Tinto Brass mit seiner Sekretärin Brief von Frauen liest. Diese schreiben ihm, weil sie seine Filme mögen und gern ihre erotischen Erlebnisse mit Herr Brass teilen wollen. Dabei wird aber schnell deutlich, das alles bekannte Themen aus Erotikfilmen sind, welche auch schon Tinto Brass nutzt, dabei setzt man aber auf keine Skandalträchtigen Stories. Sondern erzählt seichte Unterhaltung. Alles ist sehr unterhaltsam. Doch so manche Episode bietet sogar Stoff für viel mehr.

Man merkt dem Film deutlich an, dass Tinto Brass sich hier in Szene setzen wollte und sich für die Frauen und seine Vorlieben einsetzen will. Denn es wird sehr deutlich in Gesprächen mit seiner Sekretärin, wo er nach ihrer Meinung fragt. Manche Dialoge haben Potenzial für mehr, werden aber meist schnell abgewürgt. So ist ein Dialog über Körperbehaarung und ihre erotische Wirkung und warum Frauen und Männer sich enthaaren, viel zu kurz. Hier liefert Herr Brass ein paar gute Argumente und ein Ausbau dessen würde P.O. Box Tinto Brass gut tun.

Herr Brass und die Frauen

Die Handlung von P.O. Box Tinto Brass ist schon sehr lustig. Dabei meint es Tinto Brass aber wohl sehr ernst. Denn er setzt sich Zigarre rauchend in Szenen und nutzt dabei Kameraeinstellungen, das er an einen notgeilen Alfred Hitchcock erinnert. In seinem Büro sitzend und Brief lesend. Die alle von Fans stammen und weibliche sind. Dann für Geschichten von Männer hat man keine Zeit und will sie auch nicht. Ähnlich wie bei Jess Franco steht die Frau im Mittelpunkt von Tinto Brass Werken. So sieht man eine Geschichte nach der anderen. Je nach Inhalt sind sie auch unterschiedlich lang.

Ein paar Highlights sind dabei, ein paar was Amateuervideoaufnahmen macht und dabei ihre liebe für da swingen entdeckt. Hier bekommt der Regisseur sogar Videomaterial zu geschickt. Alles wirkt genauso unbeholfen wie es klingt. Doch dies ist der ganze Film, während die Geschichten der Frauen sich meist darum drehen, was sie mit ihrem Ehemann machen oder erleben, ist die Abwechslung doch sehr gering. Denn scheinbar ist es immer gleich. Sie erlebten was besonders erotische, was sie vorher noch nie erlebten und schreiben es in Briefform an Tinto Brass. Das alles klingt wie die weibliche Version des Penthouse Forums.

Der Film hat auch eine Sehnsucht, denn die Sekretärin ist das Objekt der Begierde von Tinto Brass im Film und sie ist auch der Moralkompass der Durchschnitts Frau. Jedenfalls in den Augen von Tinto Brass, sie ist Drall, Sexy und jung. Die Verführung pur. Doch die Handlung lässt den Zuschauer wie Herr Brass immer nur von ihr träumen, bis hin zur letzten Szene.

Die vielen Fetische des Herrn B.

Das Tinta Brass eine Vorliebe für Hintern und ung hat, sollte nach diesem Film jedem klar sein. Denn es sind die Hauptaugenmerke der Kamera. Doch P.O. Box Tinto Brass krasst noch mehr Vorlieben der Menschen ab ohne dabei irgendwo anzuecken. So sind Themen wie BDSM hier nur am Rande ein Thema. Man zeigt halt typische Szenarien von Paaren. Alles ist typisch für diesen Bereich. Dabei geht man aber auch nie wirklich tief auf die Bereiche ein. Man bleibt immer an der Oberfläche, denn man will möglichst schnell zur nächsten Geschichte. Das Gefühl vermittelt einem der Film.

Auf der anderen Seite ist P.O. Box Tinto Brass auch am Rande der Pornografie, denn es gibt viele Nahaufnahmen von gespreizten Beinen, welche die Vulva der Frau zeigen. Hier natürlich gern stark behaart. Dazu gibt es auch ein paar Gummipenisse zusehen. Auch etwas Sex ist dabei. Dazu gibt es eine Szene wie eine Frau in den Wald uriniert. Hier will gewollt Tabus brechen und provozieren. Etwas wofür Tinto Bras bekannt geworden ist. Sollte man auf Brüste hoffen, so wird man im Laufe des Films enttäuscht, zwar gibt es auch immer wieder diese zu sehen. Doch die Kamera hält lieber auf den Po und den Busch drauf.

Optik

Tinto Brass liebt nicht nur Ärsche und Schambehaarung, sondern auch Spiegel. Das ist ein Thema was man in seinen Filmen immer wiederfindet. Auch in P.O. Box Tinto Brass gibt es in vielen Szenen einen Spiegel, welcher die Rundungen der Frauen in Szene setzt. Eine ganze Episode, dreht sich um einem Japaner mit verspiegeltet Sonnenbrille und wie er eine Frau beobachtet. Alles immer mit den Refelktionen der Sonnenbrille. Das gehört zu den optischen Highlights des Filmes.

Auch nutzt Tinto Brass viele Farben in den Film. Seine Sekretärin trägt immer etwas rotes und auch etwas blau ist dabei. Diese beiden Farben findet man in vielen Episoden des Films wieder. In der letzten Geschichte des Films gibt es ein Bad was sehr viel blau bietet und man hier aber die Hoffnung zerstört. Es sit auch die Episode welche kaum Humor aufweist oder Erotik. Es ist quasi ein downer zum Abschluß. Doch dann kommt die Sekretärin und ihr Traum.

Am Ende wird P.O. Box Tinto Brass nochmal sehr merkwürdig, denn der Traum ist wohl die erotische Fantasie des Objektes der Lust und natürlich ist auch Tinto Brass der Mittelpunkt der Geschichte. Alle Damen aus den Episoden sind als lebende Schaufensterpuppen zu sehen. Dazu aber auch die Farbe Rot und dann erklingt auch der zweite Teil des Stückes Papageno Papageno aus Mozarts Zauberflöte.

FAZIT:

P.O. Box Tinto Brass zeigt uns Regisseur TInto Brass bei seinem Alltag. Dabei bekommt man erotische Episoden geboten, welche die Schönheit und Vorlieben der Frauen wiederspiegeln sollen. Dabei dreht sich aber alles immer um die Vorlieben von Herrn Brass. Der Film hat interessante Ansätze, welche aber nie wirklich genutzt werden.

P.O. Box Tinto Brass

Movie title: P.O. Box Tinto Brass

Director(s): Tinto Brass

Actor(s): Tinto Brass, Cinzia Roccaforte, Cristina Rinaldi, Erika Savastani, Gaia Zucchi, Carla Solaro, Gabriella Barbuti, Alessandra Antonelli, Laura Gualtieri, Sara Cosmi, Claudia Biagiotti, Paolo Lanza

More...

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.8/10

Bestellen bei Pretz-Media.at:

Bestellen bei der OFDb.de:

Handlung:

Ein erfolgreicher Sexfilmproduzent aus Rom erhält regelmäßig Briefe von weiblichen Fans, die seinen Rat holen, um ihr Sexualleben aufzupeppen. Er hat dank seiner jahrelangen Erfahrung sowohl im Filmbusiness als auch mit dem horizontalen Gewerbe allerhand Tipps parat und schreitet im Notfall gerne auch mal selbst mit einem Hausbesuch zur Tat, um seine Qualitäten Persönlich zu demonstrieren.

There are no comments yet

Why not be the first

Kommentar verfassen

More 313 posts in FIlmkritik category
Recommended for you
Die Katze mit den Jadeaugen
Die Katze mit den Jadeaugen

Ist Die Katze mit den Jadeaugen ein echter Giallo oder doch mehr Hommage? Seit Mario...