Jungfrauen-Report

Jungfrauen-Report ist die Version eines Reportfilms von Jess Franco.

Als Leser der Seite sollte Ihr das ja kennen, solltet Ihr neu hier sein, Willkommen. Es geht mal wieder um Jess Franco und seine Film. Heute ist der Film Jungfrauen-Report dran. Denn Anfang der 70er Jahre, das deutsche Kino wird von Reportfilmen dominiert. Das ging alles los mit den Schulmädchen Report, danach folgten sehr viele ableger. Doch auch das Mondo Genre war noch etwas angesagt. Warum also nicht beide verbinden? So ungefähr muss man sich das gedacht haben bei Telecine und schrieb ein Drehbuch, angeblich nach einem Report. Wer ist besser für so eine Art Film geneigt als Onkel Jess? Genau fast niemanden. Der Genre Regisseure, drehte fast alles in seinem Leben. So gibt es bei Jungfrauen-Report auch bekannte Gesichter aus seinen Film zu sehen und vor allem Schauspielern mit den er als er diesen Film drehte, sicherlich noch andere produzierte.

Die Handlung von Jungfrauen-Report ist eigentlich keine wirkliche. Es wirkt wie eine Dokumentation, ein Sprecher aus dem Off erklärt uns alles mögliche zum Thema Jungfräulichkeit und wir sehen dazu passende Szenen. Dazu gibt es auch ein paar Straßeninterviews, welche aber hier wohl alle gestellt sind. Denn man befragt Jugendliche im Club und ein paar Erwachsene auf der Straße. Alles bleibt aber sehr oberflächlich und ein Handlungsstrang dreht sich um ein Mädel was gern wollte aber ihr Freund kann nicht, am Ende ist sie beim Nachbarn. Also viel Mühe hat man sich mit der Handlung nicht gegeben.

Jess Franco kann einem schon fast Leid tun aber er hat auch weitaus schlimmere Filme gedreht. Dieser hier zeigt aber deutlich, das man die Handlung der Report Filme wirklich für alles nutzen kann. Dazu ist die Länge perfekt für das Bahnhofskino. Für dieses war Jungfrauen-Report sicherlich auch mal gedreht und lief da.

Jungfrauen

Die Jungfräulichkeit ist ein Thema was sich durch alle Kulturen zieht. Man bedenke nur in jeder Religion geht es um das Thema und meist muss die Frau Jungfrau sein wenn sie in den Hafen der Ehe eintritt. Das dieses Weltbild veraltet ist, will uns Jungfrauen-Report zeigen. Damit macht der Film genau das was auch seine Vorbilder schon gemacht haben. Dennoch ist alles nicht so moralisch fragwürdig wie bei den Schulmädchen Report Filmen. Man hat das Gefühl das die Macher das Thema wirklich ernst nehmen wollten und so erfährt man als Zuschauer sehr viel zu dem Thema.  Natürlich gibt es aber da noch den Faktor, warum viele den Film sicher sehen wollten. Die Nacktheit, dazu aber später mehr.

Im Grunde zeigt uns der Film, viele Kulturen und wie sie mit dem Thema der Jungfräulichkeit umgehen. Dabei bleibt Jungfrauen-Report aber sehr Exploitativ und ist immer sehr oberflächlich. So kann man einige interessante Geschichten entdecken und auch Howard Vernon in ein paar Rollen. Jetzt über 40 Jahre später, ist das Thema halt sehr ausgeluscht, obwohl es immer noch für Teenager eins der wichtigsten ist. Dabei haben sich die Zeiten aber immer noch weiter geändert, dennoch gibt es Vorstellungen und Werte die manche immer noch vertreten. Vor allem beim Thema kein Sex vor der Ehe. Doch dies wird im Film nicht besprochen, nur bei Straßeninterviews, da man in den 70ern aber eh die Sexuellerevolution hatte, ist die Meinung natürlich immer dagegen.

So kommen die Jungfrauen im Film besser weg als die Schulmdächen. Als Zuschauer erfährt man etwas. So wirkt der Film fast schon Anspruchsvoll. Dennoch ist er so produziert, das man immer wieder Titten sieht und etwas Sex. So ist das Thema zwar interessant aber dennoch ist es halt ein Sexploitationsfilm.

Anna und andere Damen

In Jungfrauen-Report gibt es eine längere Handlungsstrecke, diese dreht sich um Anna, eine typische deutsche Teenagerin in den 70ern. Bei ihrem Freund hat sie Bock auf pimpern, duscht sich aber erstmal. Dabei laufen die neusten Platten. Doch als es so zum Akt kommen soll, versagt ihr Freund. So zieht sie von dannen, zu Hause angekommen hat sie kein Wohnungsschlüssel und ihr Nachbar hilft ihr und das in mehr als nur einer Art. Hier schlägt man dann auch noch die Brücke zu den Straßeninterviews, denn Annas Vater war dabei, dieser wird von Howard Vernon gespielt. Also bei den Interviews, in ihre Geschichte kommt er nicht vor. Auch wirkt dieser Teil komplett Fremd im Film. Da es keinen Off Sprecher gibt, der uns das ganze Erzählt, es ist einfach eine Episode. Es soll uns dem Zuschauer zeigen, wie offene moderne Frauen sind.  Alt Herren Fantasien halt, welche natürlich in einem Report Film nicht fehlen dürfen.

Ein andere Geschichte verschlägt uns ins Mittelalter, notgeile Priester und Religonskritik dürfen nicht fehlen. Jess Frank, wie Jess Franco im Vorspann genannt wird, drehte ja auch den ein oder anderen Film der im Mittelalter spielte. Hier dreht sich alles um lus primae noctis oder in Deutsch Das Recht der ersten Nacht. In Jungfrauen-Report geht es um eine Bauerntochter, welche von Britt Nichols (Kennt ihr aus anderen Jess Franco filmen wie Das Grauen von Schloss Montserrat) gespielt wird. Diese soll einen fetten Typen heiraten. Doch ihr Vater will erst den Sagen eines Geistlichen haben. Dieser ist natürlich ein lüsterner alter notgeiler Bock und so muss sich das Mädel fügen.

Der Film zeigt wie Fragwürdig das ganze ist aber am Ende ist es halt Vergangenheit und aktuell ist nicht wirklich klar ob es das wirklich gab. Das wird uns auch erklärt. Es spielt aber wieder auf die Zielgruppe ab und auf die Menschen die sagen würden “Siehste, so sind sie die Priester!” An dieser Stelle sparen wir uns das Witze und so, die sind eh alle ausgeluscht.

Erotik

Wie bei anderen Report Filmen beschränkt sich die Erotik halt auf nackte Frauen, obwohl für Franco schon ungewohnt, außer er dreht pornografische Elemente, gibt es sogar nackte Männer zu sehen. Natürlich nutzt er seine weiblichen Stars, vor allem Eva Garden, Britt Nichols und Christina von Blanc. Diese sind auch immer etwas länger zu sehen. Doch sonst beschränkt sich das ganze halt, wie für das Mondo Genre übliche auf Aufnahmen aus anderen Ländern und Völkern, hier entweder Stockfootage oder billig nachgedreht.

So gibt es zwar etwas Erotik in Jungfrauen-Report aber es ist halt sehr an das Subgenre des Report Film gebunden. So bekommt man hier zwar etwas typische Jess Franco Anleihen zu sehen, doch sonst ordnet er sich in diesem Bereich dem Genre unter und dies merkt man als Zuschauer. Was halt vor 40 Jahren noch anrüchig war, ist heute halt eher Mau und wirklich erotisch ist es nicht. Doch wie immer bei Jess Frank, die Frauen sind hübsch und die Männer normal, so das keine fadenscheinigen Standards erzeugt werden, wie in modernen Erotikproduktionen.

Optik

Da Jess Franco hier einen Report Film gedreht hat, ist es natürlich klar, dass man auf ein paar Dinge verzichten muss, die ihn aus machen. So gibt es zwar Zooms und Kameraschwenks zu sehen, vor allem bei der Szene mit Anna. Doch sonst ist es halt irgendwie typisch für das Subgenre. Doch eine Szene ist dann doch anders und man merkt das Talent von Franco. Denn in Jungfrauen-Report geht es eine kurze Episode die anfang des 20. Jahrhunderts spielt und diese ist gedreht wie ein Stummfilm, nur mit Ton. So gibt es auch das typische Over Acting zu sehen. Dies zeigt deutlich, das Franco wohl sich einen kleinen Spass erlaubt hatte oder sehen wollte ob es überhaupt jemand bemerkt.

Sonst ist alles sehr typisch für diesen Mondo und Report Film mix. Nur das man hier nicht auch exotischen Orten der Welt gedreht hat, was man auch immer wieder bemerkt. Das gehört aber dazu, denn Jess Franco war schnell und billig Filmer und hat öfters ein paar Filme zur selben Zeit gedreht. So kommen halt bekannte Schauspieler immer wieder vor. Außer Howard Vernon der scheint einfach immer da zu sein, egal wo.

FAZIT:

Jungfrauen-Report ist ein unterhaltsamer Report Film. Jess Franco zeigt ab und an was er kann, liefert aber sonst nur eine reine Auftragsarbeit ab. Es ist wie typisch für das Subgenre kaum Erotik vorhanden, wenn dann liegt es an Franco. Der Film hat ein paar nette Ideen und orientiert sich auch etwas an dem Mondo Genre.

Movie title: Jungfrauen-Report

Director(s): Jesús Franco

Actor(s): Hans Hass Jr., Diane Winter, Howard Vernon, Ingeborg Steinbach, Eva Garden, Herbert Weissbach, Christine Werner, Robert Costor, Friedrich Quandt, Antonio de Cabo, Victor Mendés, Britt Nichols

Genre: Erotik, ,

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 5/10
    Schauspiel - 5/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.0/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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