Die Nacht der offenen Särge

Mit Die Nacht der offenen Särge drehte Jess Franco seine Hommage an die klassichen Universal Monster Filme.

Ihr kennt den Satz, Jess Franco hat in seinem Leben über 200 Filme gedreht und gilt als Filmvernarrter. Es ist also kein Wunder, das er in allen Genres zu Hause war, auch wenn die Meinung am Anfang und immer noch sehr Kontra ist und der Spanier als Schundregisseur gilt, so zeigt sich, wenn man seine Filme genauer betrachtet, findet man schnell heraus, dass er viel mehr konnte als schnell einen Film zu drehen. Als Filmfan drehte er natürlich auch immer wieder einen, wo er das Genre mochte oder vielleicht weniger hasste. So entstand wohl auch DIe Nacht der offenen Särge, ein Horrorfilm ganz im Stil der alten Universal Monster Filme. Darum tauchen auch alle bekannten Figuren auf, von Dracula, Frankenstein und sein Monster und auch der Werwolf sind vertreten in dem Film, der ohne Dialoge auskommt.

Die Handlung von die Nacht der offenen Särge dreht sich um Dr. Exorcio, der im Original Dr. Frankenstein ist und sein Diener Morpho, stehlen Leichenteile und erwecken so ihr Monster. Dazu entführt er den zur Fledermaus geworden Graf Sartana, eigentlich Dracula, damit er ihn per Gedankenkontrolle kontrollieren kann. Nur Dr. Seward kann ihn aufhalten. Doch er braucht Hilfe, nur Amira kann ihn da noch weitere helfen.

Was klingt wie der ultimative Mix, den Universal nun selbst Versucht sein Universum zusammen zu bringen oder auch schon andere Filme taten. Ist hier mehr nur die Rahmenbedinungen für einen Film, der auch unkonventionelle Erzählweise setzt. Denn wenn Jean Rollin einen Film drehen kann mit kaum Dialoge. So kann das auch Jess Franco. Denn die Handlung von Die Nacht der Offenen Särge wird in den Bildern erzählt und ein paar Monologen aus dem Off, welche wohl für die deutsche Fassung eingesprochen wurden.

Keine Dialoge

Seit es Film gibt, gibt es verschiedene Arten eine Handlung zuerzählen, bevor der Tonfilm erfunden wurde, war alles nur über die Bilder erzählt und Texteinblendungen und immer wieder danach versuchten Filmemacher einen Film zu zeigen der ohne Dialoge auskommt. Je nach ansehen des Regisseur sind es entweder Meisterwerke oder der größte Schund. Bei jess Franco könnt ihr euch denken was die Meisten sagen. Natürlich hat Die Nacht der offenen Särge seine schwächen, doch es ist genau die fehlenden Dialoge, was den Film ausmachen. Denn Franco erzählt alles über die Bilder, her bedarf es keine oder nur ganz wenige Dialoge. Denn etwas wird schon gesprochen.

In den wenigen Dialogen geht es vor allem darum, dass Dr. Seward erfährt wie er Dr. Exorcio aufhalten kann und von Amira Hilfe bekommt. Das war es dann aber auch schon. Zwar sprechen ein paar Figuren immer mal wieder etwas, doch das sind weder Dialoge noch Monologe, sondern einfache Wörter wie “Halt!”. So wird Die Nacht der offenen Särge von seinen Bildern getragen und diese erzählen uns diese Geschichte und hier bemerkt man dann auch schnell, wie sehr man sich noch damit beschäftigen kann, mit dem was einem gezeigt wird. Hat man Probleme sich zu konzentrieren oder Aufmerksamkeitsdefizite, wird es schnell schwer dem Film zu folgen, obwohl soviel Handlung nicht erzählt wird.

Klassischer Universal Horrorfilm

Ein Film wie Die Nacht der offenen Särger ist schon fast ein Vorreiter für die ganzen Filme die Hommagen an Genres gemacht haben oder noch machen werden. Denn nicht nur die Figuren die man sieht, sind die bekannten Filmmonster, außer in der deutsche Synchronisation, da gibt es kein Frankenstein und Dracula aber auch hier erkennt man die Figuren. Sie alle treten an im Kampf gegen Gut und Böse.

Der Film bedient sich natürlich auch von der Optik her bei den alten Universal Filmen. Dazu ist er in Cinemascope gedreht. Da der Film wohl zu den unbekanntesten von Jess Franco gehört, ist die Qualität der Blu-ray ok, die Restauration war wohl eine Qual. Jedenfalls sieht man den Film an, das er nicht sonderlich gut behandelt wurde. Dennoch sieht man den Film an, was Franco hier machen wollte. Die Beleuchtung, die Kamera, alles wirkt so als ob man es in den 30ern und 40ern gedreht hätte.

Einzige was auffällt ist, das die Effekte nicht immer die Besten sind, vor allem bei Frankensteins Monster sieht man es an. Dracula und andere Vampire sehen besser aus, auch wenn man hier sieht das sie blass geschminkt sind. Howard Vernon als Dracula ist vielleicht etwas merkwürdig besetzt, dennoch macht er seine Aufgabe gut. Dennis Price als Frankenstein ist gut besetzt, gibt er den verrückten Professor gut, welcher die Welt beherrschen will.

Typisch Jess Franco

Etwas untypisch ist Die Nacht der offenen Särge für einen Jess Franco Film schon. Das Cinemascope Format hatte er auch bei anderen Filmen. Doch er versucht einen Horrorfilm zu drehen, ohne seine typischen Elementen, zwar gibt es noch ein paar Zooms aber auf Nacktheit wird hier auch fast verzichtet und auch die Unschärfen fehlen. Dafür gibt es aber viele Horrorelemente der klasssichen Filme.

So gibt es die Fledermaus die ans Fenster klopft und Dracula ankündigt. Die Frau die langsam verrückt wird und natürlich das beliebte Opfer des Grafen ist. Auch bei den anderen Monstern bezieht sich Franco auf die Original Universal Monster. Obwohl der Werwolf vielleicht etwas Misslungen ist, so muss man den Kampf vom Werwolf gegen Frankensteins Monster gesehen haben. So liefert der spanische Regisseur hier einen klassischen Horrorfilm ab, welcher mit den Bildern eine unheimliche Atmosphäre erzeugt.

FAZIT:

Die Nacht der offenen Särge ist ein experimenteller Film, Jess Franco verzichtet fast komplett auf Dialoge und erzählt den Film nur über seine Bilder. Dazu ist es eine Hommage an die klassischen Filmmonster von Universal. Es ist ein Film der durch die billigen Effekte etwas abschrecken kann, lässt man sich aber darauf ein bekommt man einen interessanten Film geboten.

Die Nacht der offenen Särge

Movie title: Die Nacht der offenen Särge

Director(s): Jesús Franco

Actor(s): Dennis Price, Howard Vernon, Paca Gabaldón, Alberto Dalbés, Britt Nichols, Geneviève Robert, Anne Libert, Luis Barboo, Brandy, Fernando Bilbao, Josyane Gibert, Antonio de Cabo

Genre: Horror

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  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
6.0/10
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Handlung:

Der Wissenschaftler Dr. Exorcio, begleitet von seinem aus Leichenteilen geschaffenen Monster und seinem missgebildeten Diener Morpho, strebt die Weltherrschaft an. Er erweckt den Vampir Graf Sartana mit einem Blutbad wieder zum Leben und bringt ihn unter seine hypnotische Gedankenkontrolle. Dr. Seward, der den Grafen erst kürzlich mit einem Silbernagel gepfählt hat, ist wenig begeistert von Dr. Exorcios Plänen und sucht mithilfe der naturkundigen Amira die Brut des Bösen zu vernichten. Doch auch die Vampire wollen sich von Dr. Exorcios Gedankenherrschaft befreien und rufen in einer Vollmondnacht den Werwolf zu Hilfe.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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