Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern

Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern ein Italowestern mit Soledad Miranda.

Bevor es die Exploitationsfilme gab und man unzählige Rip Offs drehte, war Italien für andere Film bekannt, vor allem für den italowestern in den 60ern. Das lag vor allem an Leone und seine Filme, er trat eine Welle los, die unzählige Filme hervorbrachte. legendäre Filme wie Django oder Sartana oder auch Bud Spencer und Terrence Hill fingen im Western an. Dann gibt es noch welche die kennt man kaum noch und werden wieder ausgegraben, dank Blu-ray und scheinbar durch aktuelle Western von Tarantino wieder ein Hype auf eins der ältesten Genre los ging, bekommen wir immer wieder bestimmte Vertreter des Genres zu sehen. So auch Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern, welcher mit einer etwas abgewandelten Handlung versucht etwas neues zu machen. Dazu Soledad Miranda, was kann da schon schief gehen?

Die Handlung von Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern beginnt mit einer Kompanie, die verraten wird und ein Jahr später als vermisst gilt. Die Regierung glaubt sie sind tot oder geflüchtet. Dennoch glaubt einer nicht daran und schickt Rocco los um heraus zu finden was wirklich los ist. Getarnt als Dr. Tom Cooper macht er sich auf den Weg nach Snake Valley um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort trifft er auf reichlich widerstand aber auch auf die schöne Josepha.

Zugegeben die Handlung von Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern ist für ein Italowestern schon etwas besonderes, es geht hier nicht um Rache, jedenfalls nicht vordergründig. So ist es mehr wie einen Agentenfilm, doch im Grunde handelt Rocco hier auch auf eigene Faust und versucht den Fall zu klären. Es wirkt auch so als ob man schon nach nicht mal einer Stunde keine Lust mehr hatte auf die Idee mit der Geheimenidentität. So verläuft das auch schnell im Sand.

Doktor oder Revolerheld?

In Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern haben wir also einen Helden, der eine Doppelroll spielt. Als Dr. Tom Cooper spielt er den etwas schüchteren Arzt der versucht das Herz von Josepha zu eroberen und stößt auf viel Gegenwind. Dazu scheint er total unbeliebt zu sein in Snake Valley. Also kein guter Weg an Informationen zu kommen. Schon gleich bei der Ankunft, lässt Rocco seine Deckung fallen und fängt eine Barschlägerei an, gehört einfach zu einen Western dazu. Aber großen Erfolg hat er als Dr. Tom Cooper eh nicht, zwar lockt er die Bösen etwas aus der Deckung, doch Erfolg sieht anders als.

Rocco dagegen ist ein Frauenheld, was uns schon am Anfang gezeigt wird und ein Meister mit dem Revolver. Doch in Snake Valley kommt davon nicht mehr viel an. Zwar schlägt er sich gut gegen seine Gegner. Doch irgendwie ist er sehr untypisch für einen Italowestern. Er ist viel mehr der Strahlenden US Held, welcher am Ende auch die Frau bekommt. Die eh nicht viel zu tun hat in dem Film, außer immer wieder Nein zu sagen und doch heimlich auf den Helden zu stehen. Alte Männerfantasien müssen halt erfüllt werden.

Im Grunde sind beide Charaktere fast gleich, nur einer ist nicht so zurückhaltend. Am Ende ist es dem Zuschauer aber egal, wenn er da gerade auf der Leinwand sieht. So verfehlt Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern hier doch etwas die Idee, welche im Grunde eine interessante ist für einen Western. Doch am Ende gewinnen die Genre typischen Elemente doch noch.

Western, Western, Western und Soledad Miranda!

Zugegeben Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern ist jetzt nicht unbedingt der Vertreter des Italowestern Genres, der einen sofort einfällt, wenn es um das Genre geht. Das ist auch gut so. Zwar merkt man den Film an, dass man hier versucht schon mehr auf der Seite von leone zu sein, doch im Grunde könnte es auch ein Film mit John Wayne sein. Denn unser Held ist strahlend und es fehlt der Schmutz und die Gewalt. Es ist alles viel zu sauber und bei der Action ist der Film auch zurückhaltend bis zum Finale hin.

Der Zuschauer bekommt wirklich Genre typische Standardkost geboten und die ist zwar nicht schlecht aber auch nicht so gut. Es fehlt etwas Humor und der Film ist zu lustig um wirklich düster und ernst zu sein. So sitzt er zwischen den Stühlen und versucht sein einiges Süppchen zu kochen. Nur gelingt ihm das selten. Darum gibt man bei Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern schnell auf, vor allem dann wenn die Tarnung aufgegeben wird. Hier verschenkt man dann nur mehr von der Spannung.

Das einzige Highlight ist, wenn man denn Jess Franco Fan ist und Soledad Miranda aus Der Teufel kam aus Akasava, Vampyros Lesbos, Sie tötete in Ekstase oder Eugenie de Sade kennt. Diese Filme entstanden alle vier Jahre nach Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern und man sieht warum wohl Jess Franco sie in seinen Filmen einsetzte. Denn Miranda hat eine unglaubliche Ausstrahlung auch als Jungfrau in Nöten, welche vom Helden gerettet werden muss. Sie war wirklich eine Schönheit und es ist eine Schande das sie so früh von uns gegangen ist.

Optik

Der Film ist wie fast alle Italowestern in Cinemascope gedreht, was ihm natürlich immer etwas größer und weiter aussehen lässt. Das kommt dem Westerngenre zu gute. Nur hier nutzt man das selten und liefert die typischen Bilder ab. Damit zeigt sich Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern auch hier nicht von seiner besten Seite. Obwohl Regisseur Franco Giraldi es schafft ein paar schöne Bilder zu zeigen, vor allem wenn er Soledad Miranda zeigt, was auch an ihr und ihrer Ausstrahlung liegen könnte. Doch auch mit der Kamera erzeugt er kaum Spannung und Action.

Es gibt zwar ein paar nette Ideen, wie der Spiegel am Ring, womit Rocco auch über die Schulter einen Feind erschießen kann. Doch sonst lässt der Film so einiges vermissen. Es wirkt fast so als ob man hier wirklich versucht es anders zu machen aber die ganzen guten Elemente des Italowestern auslässt und nur den Rest benutzt. Dazu kommt der Soundtrack der allzu stark an Leone Film erinnert und nicht immer perfekt den Film unterstützt.

FAZIT:

Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern ist zwar ein netter Vertreter des Italowestern Genres, dennoch ist er nicht der beste. Der Film wird zum Teil nur von Soledad Miranda gerettet, die durch ihre Ausstrahlung, viele Fehler vergessen macht. Ansonsten bekommt man nichts besonderes geboten. Der Film hat ein paar flotte Sprüche aber bei der Action ist man doch zu Harmlos und es fehlt auch der Schmutz und die rauen Männer die das Genre prägten.

Movie title: Rocco - Der Mann mit den zwei Gesichtern

Director(s): Franco Giraldi

Actor(s): Jack Betts, Soledad Miranda, Giuliano Raffaelli, Gina Rovere, Erno Crisa, Fortunato Arena, Luis Barboo, Rossella Bergamonti, Frank Braña, Jeff Cameron, José Canalejas, Patrizia Giammei

Genre: Western

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  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.0/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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